Der neue ARK Space ETF - Das sind die spannendsten Aktien!

Liebe Leser,

schon wieder ist der Name ARK Invest überall zu hören. Nachdem Cathie Wood mit ihrem ARK Innovation ETF 2020 aufgrund einer Performance von 152,5% als Newcomer und der neue Anti-Warren Buffet gefeiert wurde, legte ARK Invest vor kurzem ihren nun siebten Fonds auf. 2020 verwaltete ARK Invest rund 30 Mrd. US-Dollar, verteilt auf fünf Fonds. Dabei setzt Cathie Wood und ihr Team auf Wachstum durch disruptive Innovationen und trifft damit den Nerv der Zeit. Die ARK ETFs umfassen Trend-Themen wie zum Beispiel Blockchain, E-Mobilität oder Gentechnik.

Der neue "ARK Space Exploration and Innovation ETF”

Der neue "ARK Space Exploration and Innovation ETF" ist das neue Flaggschiff von ARK Invest und umfasst aktuell 38 Unternehmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Dollar. Die Kostenquote ist mit 0,75% recht hoch. Indem man den ETF kauft, ist man in Unternehmen investiert, die direkt oder indirekt in das Thema Space Exploration and Innovation involviert sind. "Space Exploration" wird dabei als "leading, enabling, or benefitting from technologically enabled products and/or service that occur beyond the surface of the earth” definiert (Quelle: ark-funds.com/arkx).

Quelle: ARK Investment Management LLC, 2021

Die enthaltenen Holdings lassen sich in die folgenden vier Bereiche einteilen:

    1. "Orbital Aerospace Companies": Unternehmen, die an der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von Satelliten und Raketen beteiligt sind oder zukünftig Plattformen für die orbitale Raumfahrt bereitstellen.
    2. "Suborbital Aerospace Companies": Unternehmen, die an der Entwicklung, dem Bau und dem Betrieb von suborbitalen Fahr- und Flugzeugen arbeiten. Das schließt beispielsweise Drohnen und Lufttaxis mit ein.
    3. "Enabling Technologies Companies": Unternehmen, die die für Raumfahrt-Operationen benötigten Technologien bereitstellen oder Technologien bereitstellen, die zukünftig die Raumfahrt bereichern könnten. Dieser Bereich umfasst unter anderem Künstliche Intelligenz, Robotik oder 3D-Druck
    4. "Aerospace Beneficiary Companies": Unternehmen, die von der Raumfahrt profitieren und zum Beispiel im Bereich Landwirtschaft oder GPS tätig sind.

Die Wachstumstreiber

2020 hatte erst rund die Hälfte der Weltbevölkerung einen Internetzugang, die fortschreitende Kostenreduktion bei Satelliten könnte laut ARK Invest bald eine weltweite satellitengestützte Internetverbindung möglich machen. Das ARK Research Team rechnet damit, dass der Markt für durch Satelliten bereitgestellte Breitbandverbindungen in den nächsten 5-10 Jahren 40 Milliarden Dollar groß sein könnte. Zusätzlich könnte der Markt für miteinander verbundene Fortbewegungsmittel im Jahr 2025 einen Umfang von 36 Milliarden Dollar erreichen, autonomes Fahren könnte das Wachstum beschleunigen.

Ein weiterer Wachstumstreiber ist laut ARK Invest der Markt für Hyperschallflüge, der jedoch noch nahezu komplett unerschlossen ist. Den langfristig erschließbaren Markt schätzt ARK Invest auf etwa 270 Milliarden Dollar. Begründet wird das mit eigenen Umfragen, die auf eine hohe Zahlungsbereitschaft für Überschallflüge auf der Seite von wohlhabenden Privatkunden und Firmenkunden hindeutet.

Nicht zu unterschätzen außerdem die Verteidigungsprogramme der Weltmächte, die zu einer Militarisierung des Weltalls führen könnten. Das US-Militär hat hierfür eine eigene Verteidigungseinheit namens "US Space Force" gegründet.

Die Top Holdings

Unter den Top 10 Holdings, die rund 50% des Fonds-Vermögens ausmachen, befinden sich bekannte Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, L3Harris oder der Flugzeugbauer Boeing. Die größte Position ist Trimble, eine Firma, die Laser-Entfernungsmesser sowie Mapping-Technologien anbietet. Außerdem stellt Trimble sogenannte GNSS-Empfänger her, die unter anderem für die Satellitennavigation benötigt werden. Aber auch Überraschungen wie ARK’s eigener 3D Printing ETF oder JD.com sind vertreten und auch außerhalb der Top 10 befinden sich überraschenderweise Namen wie Amazon und Netflix. Für einen ETF mit einem starken Fokus auf Raumfahrt sind diese Positionen zumindest fragwürdig. Pure Plays wie zum Beispiel Virgin Galactic sind mit einem Anteil von 1,8% erst weit außerhalb der Top 10 zu finden. Für viele kommt daher womöglich eher eine Investition in Einzelaktien aus dem ETF infrage. Drei Stück möchte ich euch heute vorstellen.

Quelle: ARK Investment Management LLC, 2021

Lockheed Martin –echte Qualität

Der 1995 aus einer Fusion hervorgegangene Konzern Lockheed Martin ist heute der größte Rüstungskonzern der Welt. Der Konzern teilt seine operativen Tätigkeiten in vier Segmente auf, wobei der Bereich "Aeronautics" mit etwa 40% Umsatzanteil am größten ist. Aeronautics umfasst hauptsächlich die Herstellung von Militärflugzeugen. Der zweite Bereich, den der Konzern "Missiles and fire control" nennt, macht etwa 17% des Umsatzes aus und umfasst die Entwicklung und Herstellung von Raketen und anderen Kampfsystemen. Zum Segment "Rotary and Mission Systems" zählen Helikopter, sowie unbemannte Systeme und Radarsysteme. Auch andere neuartige Technologien finden sich hier wieder. Mit 24% Umsatzanteil ist dieser Bereich der zweitgrößte des Konzerns.

Der letzte Bereich, der uns Weltraum-Investoren am meisten interessiert, ist der Bereich "Space". Mit circa 18% Anteil am Gesamtumsatz spielt dieser Bereich schon jetzt eine wichtige Rolle für Lockheed Martin. Obwohl dieses Geschäftsfeld sehr kapitalintensiv ist, liegt die operative Marge bei fast 10% und damit nur leicht unter der konzernübergreifenden operativen Marge. Das Umsatzwachstum dieses Segmentes lag hier zuletzt bei 9%. Zu den Kunden in diesem Geschäftsfeld zählen neben Regierungen auch kommerzielle Kunden, die die Herstellung von Raumschiffteilen und Satelliten in Auftrag geben. Ein weiterer Kunde von Lockheed Martin ist die NASA, für die Lockheed Martin sogenannte Hitzeschilde herstellt. Mit deren Hilfe wird nach einer Weltraummission der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ermöglicht. Mit den Hitzeschilden steuerte der Konzern bisher zu jeder Marsmission bei, so auch 2020. Lockheed könnte hier als großer Profiteur der Erkundung des Weltalls hervorgehen. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass innovative Raketen wie die Falcon 9 teilweise kein Hitzeschild mehr benötigen.

Mit 15 Punkten im TraderFox Qualitätscheck ist Lockheed Martin ein echtes Qualitätsunternehmen. Das KGV liegt trotz eines dynamisierenden Wachstums mit 15 etwas unter dem historischen Durchschnitt. 

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AeroVironment – der Nischenplayer

Das Unternehmen AeroVironment mit Sitz in Kalifornien ist ein echter Nischenplayer und hat sich auf den Bereich der unbemannten Flugsysteme spezialisiert. Hier ist das Unternehmen einer der Technologieführer. Trotz der kleinen Marktkapitalisierung von 2,9 Mrd. US-Dollar kann sich AeroVironment gegen die großen Konkurrenten wie Lockheed Martin und L3Harris behaupten. Neben unbemannten Flugsystemen stellt das Unternehmen außerdem taktische Raketensysteme her und hat dabei vor allem Regierungen als Auftraggeber. Der größte Kunde ist das US-Verteidigungsministerium. Neben Verteidigungsprogrammen ist das Unternehmen auch an weiteren spannenden Projekten beteiligt. In einem Joint Venture mit der japanischen Softbank werden aktuell sogenannte "HAPS-Mobile" entwickelt. Diese solarbetriebenen Fluggleiter sollen entlegene Regionen mit 5G versorgen.

Dass AeroVironment auch Raumfahrt kann, zeigte das Unternehmen jüngst durch eine Zusammenarbeit mit der NASA. Hier waren sie maßgeblich an der Entwicklung des Kleinhelikopters "Ingenuity" beteiligt, der sich mit an Bord des Mars Rovers "Perserverance" befindet. Der Helikopter wird das erste Flugobjekt sein, das über die Marsoberfläche fliegt und soll Luftaufnahmen vom roten Planeten machen. Anfang des Jahres akquirierte man das Unternehmen Arcturus UAV um das Produktportfolio um mittlere Drohnen zu erweitern. Zuvor wurden 61% der Umsätze im Bereich der kleinen Drohnen erzielt, wobei das erwartete Wachstum im Bereich der mittleren Drohnen größer ist. Womöglich könnten sich hier starke Synergieeffekte ergeben.

Das KGV des Unternehmens ist mit 60 relativ hoch, im Wachstumscheck werden 14 Punkte erreicht.

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Virgin Galactic – Der First Mover

Als einziger Pure Play im ETF darf natürlich Virgin Galactic in dieser Vorstellungsrunde nicht fehlen. Das Unternehmen mit Sitz in New Mexiko ist erst seit 2019 an der Börse gelistet und hat sich zum Ziel gesetzt, das Weltall für den Tourismus zu erschließen. Unter dem Namen der Tochterfirma "The Spaceship Company" wurde das weltweit erste Passagier-Raumschiff mit dem Namen "SpaceShipTwo" entwickelt. Mittlerweile gibt es eine Nachfolgerversion namens "SpaceShip 3". Wie man sehen kann ist Virgin Galactic ein echter First Mover und sollte die Story  aufgehen, könnte eine ganz neue Branche erschlossen werden. In dieser Vorreiterposition sieht sich das Unternehmen auch selbst. Nach eigenen Aussagen besteht die eigene Mission darin, als Vorreiter für Wissenschaftler und innovative Unternehmer voranzugehen. Die Vision des Unternehmens ist es, eine sogenannte "Space Line" aufzubauen. Damit ist eine Art Flugstraße gemeint, die die Erde mit dem Weltall verbinden soll. Ein ambitioniertes Unterfangen also. Die entwickelten Raumgleiter befinden sich jedoch noch in der Testphase.

Obwohl die Story sehr spannend klingt, sieht die fundamentale Situation bei Virgin Galactic noch nicht allzu gut aus. Es konnten bisher kaum Umsätze ausgewiesen werden, das Unternehmen schreibt rote Zahlen. Positiv anzumerken ist die hohe Eigenkapitalquote von rund 82%. Des Weiteren liegen dem Unternehmen rund 600 Reservierungen für Passagierflüge vor, was zukünftig Cashflows generieren könnte. Trotzdem ist ein Investment in Virgin Galactic hochspekulativ. Wer hier investieren möchte, sollte die Entwicklungen zunächst beobachten und darüber nachdenken, zu einem späteren Augenblick einzusteigen.

Weitere spannende Aktien aus dem Bereich Raumfahrt finden Sie auf unserem Trading-Desk desk.traderfox.com

Dort haben wir im Explorer unter Rampenlicht eine Kursliste "Raumfahrt" hinterlegt.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Viele Grüße,

Philipp Karges