Zwei Aktien aus dem Photonik-Sektor mit „High Tight Flag“-Setup nach William O’Neil
Der Photonik-Sektor zählt zu den zentralen "Enablern" der digitalen Wirtschaft. Statt elektrischer Signale wird er Licht genutzt, um Daten zu übertragen, zu verarbeiten und zu messen – deutlich schneller, energieeffizienter und mit höherer Bandbreite. Grundlage dafür sind Technologien wie Laser, Glasfasern, optische Sensoren und zunehmend Silizium-Photonik-Chips.
Besonders in Rechenzentren gewinnt Photonik an Bedeutung: Mit dem Wachstum von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Anwendungen steigen die Anforderungen an Datenübertragungsraten massiv. Klassische Kupferverbindungen stoßen hier an physikalische Grenzen, während optische Lösungen skalieren. Gleichzeitig erschließen sich weitere Wachstumsmärkte – von Medizintechnik über industrielle Fertigung bis hin zu autonomen Systemen.
Somit ist dieser Sektor extrem vielversprechend, weil er als klassischer Schaufelverkäufer für die Halbleiterindustrie und vieler Zukunftstechnologien agiert.
Einige Aktien dieses Sektors zeigten trotz des Abverkaufs der Indizes eine markante relative Stärke und sind dabei, das sog. "High Tight Flag"-Setup nach William O’Neil auszubilden. Das ist sehr bullisch.
nLight – Spezialist für Hochleistungslaser im KI- und Verteidigungsumfeld steht knapp unter Allzeithoch
Das US-Unternehmen nLight (LASR) ist ein spezialisierter Anbieter von Hochleistungslasern und optischen Systemen und zählt zu den technologisch interessanten Nischenplayern im Photonik-Sektor.
Gegründet im Jahr 2000 in Washington vollzog das Unternehmen im Jahr 2018 seinen Börsengang an der Nasdaq. Heute ist nLight sowohl im industriellen als auch im Verteidigungsbereich aktiv.
Das Geschäftsmodell basiert auf der Entwicklung und Herstellung von Halbleiterlasern und Faserlasern, die in der industriellen Materialbearbeitung, der Mikrofabrikation sowie in der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche eingesetzt werden. Besonders im Verteidigungsbereich, etwa bei gerichteten Energiewaffen, entstehen neue Wachstumschancen. "Gerichtete Energie" bezeichnet Technologien, bei denen Energie gezielt und gebündelt auf ein Ziel übertragen wird – meist in Form von Laserstrahlen oder Mikrowellen. Im Fall von nLight geht es konkret um Hochleistungslaser, die als sogenannte "Directed Energy Weapons" (gerichtete Energiewaffen) eingesetzt werden können. Für nLight ist das relevant, weil das Unternehmen genau die Kernkomponenten dafür liefert: leistungsstarke Laserquellen und optische Systeme. Diese werden beispielsweise in militärischen Anwendungen integriert (z.B.: Abwehr von Drohnen, Schutz von Fahrzeugen oder Schiffen).
nLight erwirtschaftet seine Umsätze primär durch den Verkauf dieser Hardware-Komponenten und integrierten Systeme an Erstausrüster.
Im Wettbewerb steht das Unternehmen unter anderem mit IPG Photonics und Coherent.
Die zuletzt Quartalszahlen wurden am 26. Februar nachbörslich vorgelegt. Der Quartalsumsatz belief sich auf 81,19 Mio. US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung. Gegenüber dem Vorjahr konnte der Umsatz um über 70 % gesteigert werden. Das Quartalsergebnis von 0,14 US-Dollar je Aktie toppte ebenfalls die Konsensschätzungen von 0,11 US-Dollar je Aktie. Im Vergleich dazu stand im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 0,30 US-Dollar je Aktie. Das Unternehmen hat in den vergangenen vier Quartalen viermal die Umsatz- und Gewinnerwartungen übertroffen. Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 32 % gesteigert werden, vor allem bedingt durch den Luftfahrt- und Verteidigungsbereich, der mit +60 % zulegen konnte.
Am nächsten Tag (27. Februar) reagierte die Aktie zunächst ein wenig verschnupft auf die Quartalszahlen. Allerdings markierte sie bereits am 28. Februar ein neues Allzeithoch.
Aktuell befindet sich die Aktie knapp unterhalb ihres Allzeithochs vom 18. März, das bei 72,90 US-Dollar liegt. Die Aktie ist dabei sein, das sog. "High Tight Flag"-Setup nach William O’Neil auszubilden (mehr dazu siehe hier: https://aktienmagazin.de/blog/aktienanalysen/drei-high-tight-flag-setups-fur-die-watchliste-166386.html). Dafür müsste sie nun eine Seitwärtskonsolidierung von drei bis fünf Wochen einlegen.

Quelle: Wachstums-Check TraderFox
Lumentum - Photonik-Spezialist profitiert vom Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur
Lumentum Holdings (LITE) ist ein zentraler Akteur im Photonik-Sektor und profitiert strukturell vom steigenden Datenverkehr und dem Ausbau von KI-Infrastruktur.
Das Unternehmen entstand 2015 als Abspaltung von JDS Uniphase und hat sich auf optische Komponenten spezialisiert. Dazu zählen Laser, modulierte Lichtquellen und optische Übertragungssysteme.
Im Kern ist das Geschäftsmodell von Lumentum ein klassisches Zulieferer-Modell innerhalb der digitalen Infrastruktur, jedoch mit hoher technologischer Spezialisierung. So entwickelt und produziert Lumentum optoelektronische Komponenten, die elektrische Signale in Licht umwandeln und wieder zurück. Diese Technologie ist entscheidend, weil Daten über große Entfernungen und innerhalb von Rechenzentren deutlich effizienter über Licht (Glasfaser) als über Kupferkabel übertragen werden.
Einnahmen werden vor allem in zwei Bereichen generiert. Erstens sind optische Kommunikationslösungen zu nennen. Hier liefert Lumentum Bauteile wie Laser, Transceiver und modulierte Lichtquellen an Telekom-Ausrüster und Betreiber von Rechenzentren. Diese Komponenten sitzen beispielsweise in Glasfasernetzen oder verbinden Server innerhalb großer KI-Rechenzentren. Mit dem steigenden Datenverkehr und dem KI-Boom wächst dieser Bereich strukturell.
Zweitens sind es industrielle und kommerzielle Anwendungen. Dazu gehören Laser für die Halbleiterfertigung, 3D-Sensorik (z. B. Gesichtserkennung in Smartphones) sowie Anwendungen in der Materialbearbeitung.
Ein wichtiger Punkt ist, dass Lumentum keine Endprodukte an Konsumenten verkauft, sondern Schlüsselkomponenten an andere Technologieunternehmen.
Ein Beispiel: Wenn ein Cloud-Anbieter ein neues KI-Rechenzentrum baut, benötigt er tausende Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Servern. Lumentum liefert dafür die optischen Module, die diese Datenübertragung ermöglichen. Ohne diese Komponenten könnte das Rechenzentrum nicht effizient arbeiten.
Der Hauptwettbewerber ist Coherent.
Die jüngsten Quartalszahlen, die am 3. Februar 2026 nachbörslich präsentiert wurden, fielen sehr erfreulich aus. Das Unternehmen meldete einen deutlichen Umsatzanstieg von 65 % auf 665 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie für das zweite Quartal übertraf mit 1,67 US-Dollar die Erwartungen der Analysten von 1,41 US-Dollar. Außerdem gab das Management eine optimistische Prognose für das dritte Quartal ab. Für das dritte Quartal erwartet man einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,15 und 2,35 US-Dollar (Konsensschätzung lag bei 1,60 US-Dollar) sowie einen Umsatz zwischen 780 Mio. und 830 Mio. US-Dollar (Markterwartung lag bei 707 Mio. US-Dollar). Am Folgetag konnte die Aktie um bis zu 15 % zulegen und ein neues Allzeithoch markieren.
Im Unterschied zu nLight erfüllt die Aktie Lumentum Holding bereits die Kriterien des "High Tight Flag" Setups, selbst wenn der kürzlich erfolgte Rücksetzer von 30 % etwas stärker ausgefallen ist als die gewünschten 10 % bis 25 % des "High Tight Flag" Setups. Es bietet sich an, eine Position über dem Hoch von heute (23. März) mit Stopp unter dem Tief von heute zu eröffnen.

Bildherkunft: AdobeStock_226080012
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