Der Konflikt in der Straße von Hormus treibt Tankerraten auf Rekordniveau. Diese Aktien gehören auf die Watchliste!

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Die Öltankerindustrie erlebt das stärkste Frachtjahr ihrer Geschichte. Auslöser ist der Krieg im Nahen Osten und die Gefahr für Schiffe in der Straße von Hormus.

Tankreeder verdienen Geld auf zwei Wegen. Erstens am Spotmarkt, wo sie ihre Schiffe zum aktuellen Tagespreis vermieten. Zweitens über Zeitcharter, indem sie Schiffe für Monate oder Jahre zu festen Raten binden.

Die wichtigste Schiffsklasse ist der VLCC ("Very Large Crude Carrier" bzw. sehr großer Rohöltanker), der rund zwei Millionen Barrel fasst. Daneben gibt es kleinere Tanker wie Suezmax und Aframax. Mitte September kostete ein VLCC von Saudi Arabien nach China laut Baltic Exchange erstmals über eine Million US-Dollar pro Tag. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) exportiert die Golfregion nur noch halb so viel Öl wie vor dem Krieg. Trotzdem steigen die Raten. Wartezeiten, Umladungen und längere Routen binden mehr Schiffstage. Außerdem spekuliert der Markt, dass neue Handelswege und das Auffüllen der Öllager die Nachfrage länger stützen.

Zu den aktuellen Stärken der Branche zählen die Rekordraten und die stark gestiegenen Schiffswerte. Die Schwäche der Branche ist die hohe Abhängigkeit von stark schwankenden Spotraten. Marktchancen liegen in der überalterten Flotte sowie traurigerweise in der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung. Ein Marktrisiko ist die Entspannung am Golf, was sehr wahrscheinlich zu einem beträchtlichen und schnellen Ratenverfall führen würde.

Frontline Plc – Neues 15 Jahreshoch dank der profitabelsten Phase in der Unternehmensgeschichte

Frontline Plc (FRO) gilt mit seiner auf VLCC ausgerichteten Flotte als Branchenführer. Das Unternehmen erlebt gerade die profitabelste Phase ihrer Geschichte, weil der Konflikt im Nahen Osten den Öltransport auf See knapp und teuer macht. Die Reederei gehört mehrheitlich dem Investor John Fredriksen und ist an der New Yorker Börse gelistet.

Das Geschäftsmodell ist einfach: Frontline vermietet Öltanker an Ölkonzerne und Rohstoffhändler. Die Flotte besteht aus 80 Tankern, darunter 41 VLCC, dazu Suezmax Tanker für mittlere Distanzen sowie Aframax Tanker für Rohöl und Ölprodukte. Die Supertanker sind der wichtigste Ertragsbringer. Weil die meisten Schiffe am kurzfristigen Chartermarkt bzw. Spotmarkt fahren, machen sich steigende Tagesraten fast direkt im Gewinn bemerkbar. Denn ein Tanker hat weitgehend eine fixe Kostenstruktur, z.B. Besatzung, Wartung, Versicherung, Zinsen und Tilgung für die Schiffskredite. Ergänzend verkauft Frontline regelmäßig ältere Schiffe mit Gewinn.

Am 28. August 2026 legte Frontline Zahlen für das zweite Quartal vor. Der Umsatz stieg auf 943 Millionen US-Dollar nach 480 Millionen im Vorjahresquartal. Analysten hatten rund 761 Millionen erwartet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,61 US-Dollar nach 0,36 US-Dollar im Vorjahr und damit knapp unter den erwarteten 2,64 US-Dollar. Für das dritte Quartal sind 86 Prozent der Supertanker Tage zu durchschnittlich 156.900 US-Dollar gebucht, bei einer Gewinnschwelle von 23.800 US-Dollar. Zusätzlich zahlt Frontline eine Sonderdividende von 0,80 US-Dollar (die reguläre Dividende beläuft sich aktuell auf 2,61 US-Dollar).

Charttechnisch sieht die Aktie sehr bullisch aus. In den letzten Wochen ist sie stetig von einem neuen 52 Wochenhoch auf ein neues ausgebrochen. Aktuell befindet sie sich auf dem Niveau von April 2011! Aufgrund der Gerüchte über eine Öffnung der Straße von Hormus Anfang der letzten Woche fiel die Aktie sofort um ca. 10 Prozent. Das ist ein Risiko, wie bereits erwähnt. Aktuell sehen wir eine enge fünftägige Konsolidierung. Über dem Hoch vom vergangenen Mittwoch kann eine Position eröffnet werden.  

Frontline Qualitätscheck

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

International Seaways – Allzeithoch und Rekorddividende

International Seaways (INSW) zählt zu den größten Tankerreedereien der Welt und erlebt gerade das stärkste Jahr seiner Geschichte. Das Unternehmen aus New York entstand 2016 als Abspaltung der Overseas Shipholding Group und übernahm 2021 den Konkurrenten Diamond S Shipping.

Das Geschäftsmodell besteht in dem Transport von Rohöl sowie Ölprodukte wie Diesel und Benzin. Die Flotte umfasst rund 70 Schiffe. Das erste und größere Segment fokussiert sich auf Rohöltanker. Dazu gehören VLCC und die etwas kleineren Suezmaxtanker. Das zweite Segment bilden Produktentanker, vor allem "Medium Range" bzw. mittelgroße Tanker. Das sind Schiffe, die bereits raffinierte Ölprodukte transportieren, also nicht das Rohöl selbst. Typische Ladungen sind Benzin, Diesel, Kerosin (Flugzeugtreibstoff) und Naphtha, ein Grundstoff für die Chemieindustrie. Die meisten Schiffe fahren zu Tagespreisen am kurzfristigen Frachtmarkt. Ergänzend gibt es langfristige Charterverträge, etwa mit Shell.

Am 10. August 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 467 Millionen US-Dollar nach 196 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Die bei Erwartungen der Analysten beliefen sich auf 399 Millionen. Der Gewinn je Aktie stieg auf 5,91 US-Dollar nach 1,25 US-Dollar im Vorjahr und lag über den Schätzungen der Wall Street von 5,26 US-Dollar. Für das dritte Quartal waren 48 Prozent der Einsatztage zu rund 61.000 US-Dollar pro Tag gebucht. Die Dividende wurde auf ein Rekordniveau von 5,05 US-Dollar je Aktie angehoben. Zudem bestellte die Reederei vier neue Produktentanker für insgesamt 244 Millionen US-Dollar. Die Aktie reagierte zunächst verschnupft, konnte sich dann aber innerhalb weniger Tage schnell erholen und ein neues Allzeithoch markieren.

Der Chart hat Ähnlichkeit zu dem von Frontline. Letzte Woche setzte die Aktie um 12,5 Prozent zurück. In der Zwischenzeit steht sie wieder knapp unter ihrem Allzeithoch. Dem Ausbruch auf ein neues Allzeithoch kann gefolgt werden.

International Seaways Qualitätscheck

Quelle: Qualitäts-Check TraderFox

Teekay Tanker – Fokus auf mittelgroße Rohöltanker und nahe Allzeithoch

Teekay Tankers (TNK) gehört zu den Reedereien, die direkt von der Krise im Persischen Golf profitieren. Das Unternehmen ging 2007 an die New Yorker Börse und stammt aus der 1973 gegründeten Teekay Gruppe.

Das Unternehmen betreibt eine Flotte mittelgroßer Rohöltanker. Den Kern bilden Schiffe der Suezmax Klasse, die rund eine Million Barrel laden, sowie kleinere Aframax Tanker. Die meisten Schiffe fahren im Spotmarkt. Das bringt in starken Phasen hohe Gewinne, in schwachen Phasen jedoch deutliche Einbußen. Einzelne Schiffe vermietet Teekay über feste Zeitcharter. Ergänzend verdient das Unternehmen mit Schiffsmanagement in Australien.

Die jüngsten Quartalszahlen erschienen am 29. Juli 2026. Der Umsatz stieg auf 380 Millionen US-Dollar nach 233 Millionen im Vorjahresquartal und lag deutlich über der Erwartung von 290 Millionen. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 5,56 US-Dollar nach 1,41 US-Dollar. Damit verfehlte man die Schätzung von 5,61 US-Dollar. Für rund 44 Prozent der Spottage im dritten Quartal waren Suezmax Tanker bereits zu durchschnittlich 104.800 US-Dollar pro Tag gebucht.

Der Chart sieht sehr konstruktiv aus. Mitte September konnte die Aktie ein neues Allzeithoch markieren. Seitdem ist die zurückgekommen, anlog zu den anderen Aktien aus der Branche. Aktuell sehen wir kurzfristige Konsolidierung. Dem Ausbruch aus dieser Konsolidierung kann gefolgt werden.

Teekay Tanker Chart

Quelle: https://aktie.traderfox.com/visualizations/MHY8565N3002/XNYS/teekay-tankers-ltd

 


Bildherkunft: AdobeStock_2187719284

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