Diese 3 US-Aktien mit engen Handelsspannen stehen kurz vor dem Ausbruch!

Marius Müllerhoff ist als freier Redakteur beschäftigt. Artikel von freien Redakteuren stellen deren eigene Meinung dar und müssen mit der von aktien nicht korrespondieren.

Astera Labs - Der unsichtbare Verkehrsregler im Rechenzentrum mit "cheat"-Setup nach Mark Minervini

Astera Labs (ALAB) ist für Endkunden fast unsichtbar und verdient trotzdem kräftig am Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Das Unternehmen wurde 2017 in Kalifornien von drei früheren Ingenieuren von Texas Instruments gegründet. Seit März 2024 ist es an der Nasdaq notiert.

Astera entwickelt Chips und Software, die Daten innerhalb eines Serverschranks zwischen Rechenbeschleunigern, Prozessoren und Speicher transportieren. Die Fertigung übernehmen Auftragshersteller. Die wichtigste Produktfamilie ist "Scorpio". Diese Schaltbausteine verbinden viele Beschleuniger zu einem einzigen Rechenverbund und sollen ab dem dritten Quartal den größten Umsatzanteil liefern. Die Reihe "Aries" verstärkt Signale auf der PCIe Schnittstelle ("Peripheral Component Interconnect Express" bzw. schnelle Datenleitung im Server). Ergänzt wird das Angebot durch Kabelmodule der Reihe "Taurus" und die Überwachungssoftware "Cosmos". Ab 2027 will Astera zudem optische Verbindungen über mehrere Serverschränke liefern. Das Risiko bleibt die Abhängigkeit von einem Kunden: im Jahr 2025 stammten rund 70 Prozent des Umsatzes von Amazon Web Services.  

Der Markt spielt die "Story", dass die Verbindungstechnik zum Engpass des KI-Ausbaus wird. Je größer die Rechenverbünde, desto mehr Schaltbausteine braucht jeder Schrank.

Die wichtigsten Wettbewerber sind Broadcom und Marvell Technology, die beide deutlich größer sind und eigene Chips im Angebot haben, die dieselbe Aufgabe erfüllen wie Asteras "Scorpio".

Die letzten Quartalszahlen legte Astera Labs am 4. August 2026 vor. Der Umsatz stieg auf rund 392 Millionen US-Dollar nach 192 Millionen im Vorjahresquartal und lag über der Erwartung von rund 361 Millionen. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,80 US-Dollar nach 0,44 US-Dollar. Die Analysten hatten 0,69 US-Dollar erwartet. Für das dritte Quartal stellte das Management 540 bis 560 Millionen US-Dollar Umsatz in Aussicht. Der Konsens lag bei etwa 418 Millionen.

Charttechnisch macht die Aktie einen konstruktiven Eindruck. Sie befindet sich in einer 2,5-monatigen Konsolidierungsphase. Aktuell wird sie in einer engen Handelsspanne gehandelt und steht kurz vor dem Ausbruch aus der Konsolidierung. Dabei bildet sie das sogenannte "cheat"-Setup nach Mark Minervini aus. Zwischen dem Hoch 02. Oktober und dem Hoch vom 28. September kann eine Position eröffnet werden.

Astera Labs Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Guardant Health - Rekordquartal, drei "Stories" und Ausbruch auf ein neues Allzeithoch in Sicht

Guardant Health (GH), das auf Bluttests für Krebs spezialisiert ist, wurde 2012 von Helmy Eltoukhy und AmirAli Talasaz im Silicon Valley gegründet. Im Oktober 2018 folgte der Börsengang an der Nasdaq. Beide Gründer prägen das Unternehmen bis heute.

Das Geschäftsmodell ruht auf drei Säulen. Erstens ist der der Bereich Onkologie zu nennen. Hier analysiert der Flüssigbiopsie-Test Guardant360 Tumor-DNA aus dem Blut von Krebspatienten. Das ist weiterhin der größte Umsatzträger. Im zweiten Quartal 2026 brachte er 219 Millionen Dollar ein, was ein Plus von 38 Prozent entspricht. Die zweite Säule ist das Pharma- und Datengeschäft. Dazu gehören Begleitdiagnostika wie die jüngste FDA-Zulassung von Guardant360 CDx für AstraZenecas Brustkrebsmittel Camizestrant. Die dritte Säule und der Hoffnungsträger ist Shield, ein Bluttest zur Darmkrebsvorsorge.

Am Markt laufen derzeit drei "Stories". Die erste ist die Vorsorgelücke: Viele Menschen scheuen die Koloskopie, ein Bluttest könnte sie jedoch erreichen. Die Zahlen stützen diese These: in 2025 wurden rund 66.000 Tests durchgeführt und damit 53 Millionen Dollar Umsatz erzielt, nach etwa 16.000 Tests und 15 Millionen Dollar im Vorjahr. Die Leitlinien der "American Cancer Society", der größten US-Krebsorganisation, und die Kostenübernahme durch UnitedHealth untermauern diese These weiter. Die zweite Story ist die Kostenkurve. Ein neues, von der FDA zugelassenes Laborverfahren soll Guardants Kosten pro Shield-Test bis Jahresende um rund 15 Prozent senken. Bis 2028 will das Unternehmen die Kosten auf 200 Dollar pro Test senken. Derzeit beläuft sich der Erlös pro Shield-Test auf rund 800 Dollar. Die dritte Story ist der Weg zur Profitabilität. Im Quartal fiel ein Verlust von 120 Millionen Dollar an, der Cash-Burn soll 2026 rund 200 Millionen erreichen. Den Cashflow-Breakeven verspricht das Management bis Ende 2027.

Mit den Quartalszahlen vom 30. Juli 2026 (nachbörslich) legte Guardant Health ein Rekordquartal vor: Der Umsatz stieg um 44 Prozent auf 335 Millionen Dollar. Zugleich hob das Management die Jahresprognose auf 1,34 bis 1,36 Milliarden Dollar an. Das entspricht einem Wachstum von 36 bis 38 Prozent. Die Aktie schoss am Folgetag um bis zu 15 Prozent nach oben, schloss den Tag jedoch letztlich nur rund 6 Prozent im Plus.

Das Chartbild sieht bullisch aus. Am 15. September brach die Aktie aus einer 2,5-monatigen Seitwärtskonsolidierung aus. Seitdem bildet sie eine enge Konsolidierung, die auf der 2,5-monatigen Konsolidierung sitzt. Man spricht auch von "base on base". Das ist konstruktiv. Außerdem steht die Aktie knapp unter dem Allzeithoch. Es bietet sich an, über dem Hoch vom 01. Oktober, eine Position zu eröffnen.

Guardant Health Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox

Silicon Motion Technology - Der unscheinbare Taktgeber der Speicherbranche mit "cheat"-Setup à la Mark Minervini

Wer an Speicherchips denkt, denkt meistens an Micron Technology, SK Hynix oder Samsung. Doch ohne die Steuerchips von Silicon Motion Technology (SIMO) funktioniert ein großer Teil der Flashspeicher weltweit nicht. Das 1995 in Kalifornien gegründete Unternehmen hat seinen Sitz heute in Taiwan und ist seit 2005 an der Nasdaq notiert.

Silicon Motion Technology entwickelt Controller, also Steuerchips samt Software, die festlegen, wie Daten gespeichert, gelesen und vor Fehlern geschützt werden. Ein zentraler Umsatzbringer sind Controller für eMMC ("embedded MultiMediaCard" bzw. eingebettete Speicherbaustein) und UFS ("Universal Flash Storage" bzw. universeller Flashspeicher) in Smartphones. Ein weiteres Standbein sind Steuerchips für SSD ("Solid State Drive" bzw. Halbleiterlaufwerk) in Laptops und Servern. Am schnellsten wachsen aktuell Komplettlösungen, bei denen Silicon Motion Steuerchip und Flashspeicher selbst kombiniert. Das sind die robusten Ferri Speicher für Autos und Industrie sowie kleine Startlaufwerke, auf denen Server ihr Betriebssystem laden.

Die Produktion der Speicherchips übernehmen Auftragsfertiger. Kunden sind Speicherhersteller und Laufwerksproduzenten. In 2025 hatte Silicon Motion vier Kunden, die jeweils mehr als 10 Prozent zum Umsatz beitrugen: PHISEMI, Kioxia, AFASTOR und Micron Technology. Zusammen kamen diese vier knapp 60 Prozent des Jahresumsatzes.

Der Markt sieht Silicon Motion als Profiteur des Speicherhungers künstlicher Intelligenz. Das Unternehmen selbst wirbt damit, dass SSDs in Rechenzentren künftig als dauerhaftes Gedächtnis für autonome KI-Agenten dienen sollen.

Wichtigste Wettbewerber sind Marvell Technology und der taiwanische Anbieter Phison Electronics.

Am 29. Juli 2026 meldete Silicon Motion für das zweite Quartal ein Umsatzwachstum von knapp 130 Prozent auf 451 Millionen Dollar. Analysten hatten mit 404 Millionen gerechnet. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,43 Dollar gegenüber 0.49 US-Dollar im Vorjahr. Die Wall Street hatte 2,13 US-Dollar erwartetet. Für das dritte Quartal sieht das Management den Umsatz zwischen 519 und 541 Millionen US-Dollar. Das pulverisierte die Märkte. Die Aktie schoss um rund 36 Prozent nach oben.

Charttechnisch hinterlässt die Aktie ein konstruktives Bild. Auch hier sehen wir eine 2,5-monatige Konsolidierung. In den letzten Tagen hat sich die Handelsspanne extrem verengt. Die Aktie ist dabei, das "cheat"-Setup à la Mark Minervini auszubilden. Über dem Hoch vom 29. September ist die Aktie ein Kauf.

Silicon Motion Technology Wachstumscheck

Quelle: Wachstums-Check TraderFox


Bildherkunft: AdobeStock_754695827

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