Diese drei Aktien fallen – ihre Wachstumstrends aber nicht

Jonas Research ist als freier Redakteur beschäftigt. Artikel von freien Redakteuren stellen deren eigene Meinung dar und müssen mit der von aktien nicht korrespondieren.

Die erneuten Spannungen zwischen den USA und dem Iran trieben den Ölpreis, was die Inflation wieder anheizen könnte. Zinssteigerungen werden damit ein wenig wahrscheinlicher, während bei KI-Aktien zunehmend die Rendite der enormen Investitionen hinterfragt und Gewinne mitgenommen werden, was Raum für neue Markttrends eröffnen könnte.

Um neue Markttrends frühzeitig zu identifizieren und von starken Kursbewegungen zu profitieren, solltet ihr als Trader regelmäßig nach den stärksten Gewinner- und Verliereraktien screenen und deren Kursverhalten analysieren. Insbesondere die Verliereraktien bekommen von aktiven Marktteilnehmern häufig nur wenig Aufmerksamkeit. Daher stellen wir euch in diesem Artikel ein Screening vor, welches euch mit wenig Aufwand einen Überblick über die schwächsten Aktien am Markt verschafft.

So findet ihr die größten Verlierer der letzten Tage

Für unsere Suche nach den schwächsten Aktien der letzten Tage verwenden wir den Screener im TraderFox Trading-Desk auf desk.traderfox.com. Ihr findet alle TraderFox Screener mit einem Klick auf die obere Menüleiste. Nachdem sich das Fenster mit der Übersicht geöffnet hat, wählen wir den Screener "Fallende-Aktien-mit-steigendem-Volumen" für die 2.000 volumenstärksten US-Aktien.

Screening für fallende Aktien mit steigendem Volumen

Screening für fallende Aktien mit steigendem Volumen auf desk.traderfox.com

Das Template verwendet folgende Filter:

  • Volumenindikator (langer GD: 50, kurzer GD 2): > 100 % (Das durchschnittliche Handelsvolumen in den letzten 2 Tagen ist um 100 % höher als das durchschnittliche Handelsvolumen der letzten 50 Tage)
  • Performance 10 Tage < -5 %
  • Performance 2 Tage < -5 %

Diese Aktien werden mit steigendem Handelsvolumen kräftig abverkauft

Diese Aktien werden mit steigendem Handelsvolumen kräftig abverkauft

Um alle Screening-Funktionen des TraderFox Trading-Desk nutzen zu können, empfehlen wir das Abo "TraderFox Börsensoftware". Eine Übersicht aller Produkte findet ihr auf traderfox.com. Nachfolgend schauen wir uns für die Aktien von Dover, Alphabet und Vita Coco genauer an, welche Gründe für den Abverkauf vorliegen.

Dovers Rückschlag im Kälteanlagengeschäft trotz starker Zahlen auf dem Prüfstand

Dover Corp. (ISIN: US2600031080) ist ein breit aufgestellter Industriekonzern, der spezialisierte Maschinen, Bauteile, Verbrauchsmaterialien, Software und Wartungsleistungen für andere Unternehmen anbietet. Die Produkte werden unter anderem in Tankstellen, Kühlsystemen, Produktionsanlagen und Pumpensystemen sowie beim Bedrucken und Kennzeichnen von Waren eingesetzt. Dover wurde 1955 gegründet und noch im selben Jahr an die Börse gebracht.

Am 23.07.2026 legte das Unternehmen die Ergebnisse für das Q2 2026 vor. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7 % auf 2,19 Mrd. USD, wobei insbesondere die Bereiche Clean Energy & Fueling sowie spezialisierte Industriekomponenten zulegten. Der bereinigte Gewinn je Aktie wuchs um 12 % auf 2,74 USD.

Tageschart der Dover-Aktie

Tageschart der Dover-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)

Obwohl die Zahlen auf den ersten Blick überzeugend aussehen, wurden die Anleger von einem Umsatzrückstand überrascht, der sich infolge von Problemen bei der Zusammenlegung von Produktionsstätten im Kälteanlagengeschäft ergibt. Gleichzeitig stiegen die Auftragseingänge um 16 %, die Bestellungen übertrafen die ausgelieferten Waren und Dover erhöhte seine Jahresprognose.

Dover Qualitätscheck

Quelle: TraderFox Qualitäts-Check

Fazit: Der Kursrückgang ist vor allem auf ein operatives Ausführungsproblem im Kälteanlagengeschäft zurückzuführen und nicht auf einen Einbruch der Nachfrage. Die Aktie könnte sich deshalb schnell erholen, wenn Dover die Produktionsprobleme im zweiten Halbjahr behebt und den hohen Auftragsbestand wie geplant in Umsatz umwandelt. Bleiben Verzögerungen bestehen oder verfehlt das Unternehmen seine angehobene Jahresprognose, dürfte die Aktie jedoch weiter fallen.

Alphabet wird nach KI-Investitionsschock trotz Cloud-Boom abverkauft

Alphabet Inc. (ISIN: US02079K1079) ist die Muttergesellschaft von Google und verdient den größten Teil des Geldes mit digitaler Werbung. Hinzu kommen das Cloud-Geschäft, kostenpflichtige Abonnements, Apps und Geräte sowie Zukunftsprojekte wie selbstfahrende Fahrzeuge. Google wurde 1998 gegründet und 2004 an die Nasdaq gebracht.

Am 22.07.2026 veröffentlichte Alphabet seine Geschäftszahlen für das Q2 2026. Der Umsatz wuchs gegenüber dem Vorjahr um 24 % auf 119,80 Mrd. USD, angetrieben von einem Wachstum von 15 % bei Google Services und einem außergewöhnlich starken Anstieg von 82 % bei Google Cloud. Das Betriebsergebnis stieg um 30 % auf rund 40,8 Mrd. USD.

Tageschart der Alphabet-Aktie

Tageschart der Alphabet-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)

Alphabet kündigte zudem an, die für 2026 geplanten Investitionen auf 195 bis 205 Mrd. USD anzuheben, und stellte für 2027 nochmals deutlich höhere Ausgaben in Aussicht. Den Anlegern waren diese Investitionen zu hoch und sie befürchten, dass sich die hohen Ausgaben auf den Cashflow auswirken, weshalb die Aktie trotz guter Geschäftszahlen signifikant einbrach.

Alphabet Qualitätscheck

Quelle: TraderFox Qualitäts-Check

Fazit: Der Kursrückgang wurde durch die Anhebung der Investitionsprognose und den erstmalig negativen Free Cashflow von 5,9 Mrd. USD ausgelöst. Eine schnelle Erholung ist möglich, wenn das Cloud-Geschäft sein hohes Wachstum fortsetzt, Alphabet die zusätzliche Rechenleistung in steigende KI-Umsätze umwandelt und der Free Cashflow wieder positiv wird. Bleiben die Investitionen dagegen dauerhaft höher als die zusätzlich erwirtschafteten Cashflows, könnte die Neubewertung der Aktie länger anhalten.

Vita Coco bricht trotz Rekordquartal und "Margenwunder" ein

The Vita Coco Company Inc. (ISIN: US92846Q1076) entwickelt Getränke, allen voran abgefülltes Kokoswasser unter der Marke Vita Coco. Neben den eigenen Marken verkauft das Unternehmen auch Kokoswasser und weitere Kokosprodukte als Handelsmarken für Einzelhändler. Das Unternehmen wurde 2004 gegründet und seine Aktie wird seit Oktober 2021 an der Nasdaq gehandelt.

Am 23.07.2026 präsentierte Vita Coco die Ergebnisse für das Q2 2026. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 28 % auf 216 Mio. USD, getragen von einem Umsatzwachstum von 21 % bei Vita Coco Coconut Water, höheren Absatzmengen und einem starken Handelsmarkengeschäft. Der Nettogewinn stieg um rund 116 % auf 49,5 Mio. USD.

Tageschart der Vita Coco-Aktie

Tageschart der Vita Coco-Aktie (Quelle: TraderFox Trading-Desk)

Ein wesentlicher Teil des Gewinnanstiegs ist jedoch auf einmalige Zollrückerstattungen zurückzuführen. Der Einmaleffekt verbesserte die Bruttomarge um rund 700 Basispunkte, während das Management für das Gesamtjahr nur eine Marge von rund 40 % und vorübergehenden Kostendruck im zweiten Halbjahr erwartet. Die Aktie verlor daher trotz starker Zahlen.

Vita Coco Qualitätscheck

Quelle: TraderFox Qualitäts-Check

Fazit: Der Kursrückgang wurde nicht durch das operative Wachstum, sondern durch Zweifel an der Nachhaltigkeit der hohen Quartalsmarge ausgelöst. Eine schnelle Erholung ist jedoch möglich, wenn die Nachfrage hoch bleibt, das Unternehmen seine angehobene Jahresprognose erfüllt und sich die Bruttomarge nach dem Wegfall des Sondereffekts bei etwa 40 % stabilisiert.

 

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