Adidas-Aktie im Sinkflug: Die Prognose schockt die Anleger
Die Aktien von Adidas gerieten massiv unter Verkaufsdruck, nachdem der Sportartikelriese ein Betriebsergebnis für 2026 in Aussicht stellte, das deutlich hinter den Markterwartungen zurückblieb. Besonders das "Duo des Schreckens", US-Zölle und Währungsschwankungen, belastet die Stimmung.
Der Zahlencheck: Warum die Börse enttäuscht ist
Adidas peilt für 2026 ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Mrd. Euro an. Klingt viel, ist aber weniger, als Experten erwartet hatten: Der Markt-Konsens lag bei 2,72 Mrd. Euro. Ein Puffer von 400 Mio. Euro wurde bereits vorab für Zoll- und Währungseffekte reserviert. Zum Vergleich: Letztes Jahr standen noch 2,06 Mrd. Euro in den Büchern.
Marathonziel 2030: Bjørn Gulden bleibt am Drücker
Trotz der aktuellen Kursdelle setzt Adidas auf Kontinuität: Der Vertrag mit Sanierer Bjørn Gulden wurde vorzeitig bis Ende 2030 verlängert. Gulden ist bekannt für seine "Tiefstapler-Taktik", er gibt oft vorsichtige Prognosen ab, um diese später triumphierend zu übertreffen. Die Analysten der RBC rätseln bereits, ob der aktuelle Ausblick wieder nur extrem konservatives Kalkül ist.
Das Zoll-Dilemma: Trump-Effekt im Fokus
Die Unsicherheit hat einen Namen: US-Handelspolitik. Nachdem der Supreme Court viele alte Zölle gekippt hatte, reagierte Donald Trump prompt mit einer neuen 15%-Pauschalsteuer auf alle Importe. Adidas-Chef Gulden gab offen zu, dass die aktuelle Prognose die allerneuesten Zollsätze noch gar nicht vollumfänglich abbildet. Immerhin: Durch weniger Rabatte konnte Adidas die Kostenbelastungen im letzten Jahr teilweise auffangen.
Angriffslust bis 2028: Marktanteile im Visier
Während die Erzrivalen Nike und Puma noch mit ihren eigenen Umbauphasen kämpfen, bläst Adidas zur Attacke. Die Ziele für 2028 sind ambitioniert:
- Umsatz: Wachstum im hohen einstelligen Bereich.
- Marge: Die operative Marge soll die magische 10 %-Hürde knacken.
- Cashflow: Aktionäre dürfen sich auf steigende Dividenden und massive Aktienrückkäufe freuen (geplant sind jeweils 1 Mrd. Euro für 2027 und 2028).

Bildherkunft: AdobeStock_530142333