Amazon beendet teure Spielereien und schließt Fresh und Go Märkte! Ab jetzt zählt der Profit!
Der Tech-Gigant Amazon (i)(AMZN) vollzieht eine radikale Strategiewende, beerdigt die Marken Fresh und Go und setzt stattdessen voll auf die Premium-Power von Whole Foods. Mit geplanten Supercentern und einem strikten Effizienzkurs bläst CEO Andy Jassy zum Frontalangriff auf den stationären Handel, ein klares Signal für Anleger, dass Margen und Profitabilität ab sofort an erster Stelle stehen.
Angriff auf Walmart - Amazon forciert die stationäre Expansion
Amazon bläst zum Frontalangriff auf die Platzhirsche Walmart und Costco. Obwohl der Konzern mit einem Bruttoumsatz von über 150 Mrd. USD bereits zu den Top-3-Lebensmittelhändlern der USA zählt, fehlt ihm die physische Durchdringung gegen Walmarts Netz aus 4.000 Filialen. Um diese Lücke zu schließen, plant Amazon nun sogar ein riesiges Supercenter-Konzept in Chicago, das Lebensmittel und Haushaltswaren vereint. Damit gesteht sich der Tech-Riese ein, dass reine Online-Bestellungen nicht genügen, um den Massenmarkt vollständig zu erobern.
Strategiewechsel - Whole Foods verdrängt Fresh und Go
Die Konsequenz ist eine radikale Konsolidierung. Amazon schließt seine Fresh-Supermärkte und Go-Convenience-Stores oder wandelt geeignete Standorte in Whole Foods-Märkte um. Die Eigenmarken-Experimente gelten als gescheitert, stattdessen soll die Premium-Tochter Whole Foods mit über 100 geplanten Neueröffnungen und kleineren Daily Shops zur Speerspitze der Expansion werden. Man setzt nun voll auf die etablierte Marke, statt neue Konzepte mühsam im Markt durchzusetzen.
Das Ende der kassenlosen Vision im eigenen Haus
Der Schwenk markiert auch das Ende einer Ära. Nach der 13,7 Mrd. USD schweren Übernahme von Whole Foods im Jahr 2017 versuchte Amazon mit der teuren "Just Walk Out"-Technologie Amazon Go, das Einkaufen zu revolutionieren. Doch die Technik erwies sich als zu kostspielig und wenig massentauglich. Künftig wird das kassenlose System primär als B2B-Lösung an Stadien oder Flughäfen verkauft, während im eigenen Einzelhandel wieder klassische Tugenden und das Premium-Image von Whole Foods im Vordergrund stehen.
Mizuho-Analyse - Marktanteile gewinnen, aber keine Gefahr für Costco
Die Experten von Mizuho sehen Potenzial, dass Amazon seinen Marktanteil von derzeit 3 % auf einen mittleren einstelligen Wert steigern kann. Costco mit 8,4 % sei durch sein spezielles Großhandelsmodell kaum gefährdet, und um Walmarts Dominanz von über 20 % wirklich zu brechen, fehle Amazon noch der disruptive Hebel. Dennoch bewerten die Analysten den Fokus auf frische Lebensmittel positiv, da dies die wichtigste Kategorie ist, um die Besuchsfrequenz der Kunden nachhaltig zu erhöhen.
Kommunikationspanne deutet auf Stellenabbau hin
Überschattet wird der Umbau von einer internen Panne. Eine versehentlich zu früh versendete E-Mail zu "Projekt Dawn" bestätigte Befürchtungen über neue Entlassungen in der Cloud-Sparte AWS und im Handel. Dies fügt sich in den strikten Effizienzkurs von CEO Andy Jassy ein, der bereits den Abbau von rund 14.000 Verwaltungsstellen angekündigt hatte, um Hierarchien abzubauen und die Kostenstruktur angesichts KI-gestützter Produktivitätsgewinne zu optimieren.
Margensicherung vor Experimentierfreude
Amazon beendet die Phase teurer Spielereien im Einzelhandel. Der Konzern räumt sein Portfolio konsequent auf und setzt auf das, was Erträge bringt, die starke Marke Whole Foods und eine schlankere Verwaltung. Für Anleger ist dies ein klares Signal der Reife. Profitabilität und fokussiertes Wachstum haben nun absolute Vorrang vor risikoreichen Innovationen am Point of Sale.


Die Grafik zeigt das Ende der Fresh und Go Supermärkte und den Fokus auf Whole Foods. Durch 100 Neueröffnungen will man mehr Marktanteile von Walmart und Costco bekommen.
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