Amazon startet Projekt Kuiper! Die ersten 27 Satelliten werden ins All befördert! Abgabe eines späten TikTok Angebots!

Der Countdown läuft. Der E-Commerce-Riese Amazon (AMZN) hat am Mittwoch, den 2. April 2025, seinen offiziellen Starttermin für Projekt Kuiper bekannt gegeben. Bereits am 9. April startet die erste Rakete für sein Satelliten-Internet-Netzwerk. Außerdem ist Amazon in letzter Minute noch in das Bietergefecht für die Social-Media-Plattform TikTok eingestiegen. Die Aktien von Amazon sind im vorbörslichen Handel mit über 6 % deutlich im Minus, da Präsident Donald Trump seine neuen reziproken Zölle vorgestellt hat. Demnach wird man für alle Länder einen Tarif einführen, der in etwa halb so hoch ist wie der Wert mit denen amerikanische Güter im entsprechenden Land betroffen sind. Der Minimumwert liegt bei 10 %. Diese Nachricht setzte den gesamten Markt vorbörslich deutlich unter Druck.

Projekt Kuiper möchte eine weltweite Satelliten-Kommunikation aufbauen

In weniger als einer Woche, am 9. April 2025, startet Amazon seinen Jungfernflug mit der ersten Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance ULA, einem Joint Venture zwischen Boeing und Lockheed Martin, von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida und schickt seine ersten Satelliten ins All. An Bord der Mission KA-01 (Kuiper Atlas 1) werden die ersten 27 Kuiper-Satelliten für ein geplantes schnelles und zuverlässiges Internet für seine Kunden und Gemeinden auf der ganzen Welt sein. Die Satelliten sollen in einer Höhe von 450 Kilometern über der Erde abgesetzt werden. Auf der Missionsseite der ULA wird es ausführliche Informationen zur Mission geben und der Start der Rakete wird 20 Minuten vor dem Abheben per Livestream übertragen.

80 Raketenstarts für mehr als 3.200 erdnahe Satelliten geplant

Um das Hochgeschwindigkeitsinternet mit geringer Latenz bereitstellen zu können, hat Amazon insgesamt 80 Raketenstarts eingeplant, die mehr als 3.200 der modernen Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn befördern sollen. Die Zeit läuft für Amazon, die von der Federal Communications Commission gesetzte Frist einzuhalten und bis Juli 2026 die Hälfte seiner gesamten Satellitenkonstellation von 1.618 in der Luft zu haben. Pro Raketenstart werden Dutzende Satelliten dem Netzwerk hinzugefügt, damit eine flächendeckende weltweite Kommunikationsinfrastruktur eingerichtet werden kann. Der Dienst soll noch in diesem Jahr zum ersten Mal für seine Kunden angeboten werden. Preisdetails sind noch nicht bekannt. Amazon wird damit direkter Konkurrent zu Elon Musks Starlink von SpaceX, die ebenfalls eine Konstellation mit derzeit mehr als 7.000 Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn nutzen, um Streaming-fähiges Breitband-Internet anzubieten.

"Wir haben einige der fortschrittlichsten Kommunikationssatelliten aller Zeiten entwickelt, und jeder Start ist eine Gelegenheit, die Kapazität und Abdeckung unseres Netzwerks zu erweitern. Wir haben umfangreiche Bodentests durchgeführt, um diese erste Mission vorzubereiten. Manche Dinge lernt man jedoch nur im Flug. Dies ist das erste Mal, dass wir unser endgültiges Satellitendesign fliegen und so viele Satelliten gleichzeitig einsetzen. Wie die Mission auch ausgeht, dies ist erst der Anfang unserer Reise. Wir haben alle Voraussetzungen geschaffen, um zu lernen und uns anzupassen, während wir uns auf weitere Starts in den kommenden Jahren vorbereiten.", sagte Rajeev Badyal, Vizepräsident des Projekts Kuiper.

Satellitensysteme wurden im Vergleich zu den Pilotmodellen deutlich verbessert

Die ersten Satelliten der Mission KA-01 wurden deutlich verbessert gegenüber den Prototyp-Satelliten, die im Oktober 2023 bei einer Testmission zum Einsatz kamen. Die Leistung aller Systeme und Subsysteme an Bord wurde optimiert und verbessert, darunter Phased-Array-Antennen, Prozessoren, Solaranlagen, Antriebssysteme und optische Intersatellitenverbindungen. Eine speziell für Kuiper einzigartige dielektrische Spiegelschicht, die reflektiertes Sonnenlicht streut, macht die Satelliten für bodengebundene Astronomen weniger sichtbar. Die Satellitennutzlast des Projekts Kuiper wird die schwerste Nutzlast sein, die eine ULA-Atlas-V-Rakete je befördert hat. Dafür ist die leistungsstärkste Konfiguration der Rakete nötig, bestehend aus einem Hauptbooster mit fünf weiteren Feststoffraketenbooster und einer 23,5 Meter hohen und 5 Meter breiten Nutzlastverkleidung, welche die Satelliten enthält. Amazons Satelliten werden elektrische Antriebssysteme nutzen, um schrittweise die festgelegte Umlaufbahn von 630 Kilometern über der Erde zu erreichen und mit einer Geschwindigkeit von 27.359 km/h alle 90 Minuten den Planeten umkreisen. Das Team plant mit ULA sieben weitere Atlas-V-Starts und 38 Starts mit der größeren Vulcan-Centaur-Rakete. Mehr als 30 weitere Starts sind mit anderen Trägerraketenanbietern wie Arianespace, Blue Origin und SpaceX geplant.

Amazon steigt in letzter Minute in das Bietergefecht um TikTok mit ein

Amazon ist laut einem Bericht der New York Times vor Ablauf der Frist am Samstag, den 5. April 2025, in den Bieterkrieg um TikTok eingestiegen. Ein formelles Angebot ging in Form eines Briefes an Vizepräsident JD Vance und Handelsminister Howard Lutnick ein. Der lukrative Marktplatz von TikTok gepaart mit den über 170 Mio. Nutzern, könnte für Amazon ein attraktives Kapital darstellen. TikTok muss bis zum Samstag einen Käufer finden, andernfalls ist die Zukunft der Kurzvideo-App ungewiss und es droht ein Verbot in den USA. Politiker äußerten tiefe Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit aufgrund der chinesischen Eigentümerschaft durch die Muttergesellschaft ByteDance der App, was zu einem Gesetz führte, das einen Verkauf vorschreibt. Präsident Trump verschob die Umsetzung dieses Gesetzes bis zum 5. April, obwohl es vom Obersten Gerichtshof einstimmig bestätigt worden war. Trump wird voraussichtlich in Kürze mit Vertretern des Weißen Hauses zusammentreffen, um das Schicksal von TikTok zu besprechen. Zahlreiche Unternehmen wie Microsoft, Oracle, AppLovin, Rumble und Perplexity AI sind an einem Kauf oder einer Beteiligung an TikTok interessiert. Der ehemalige Finanzminister Steven Mnuchin leitet eine Investorengruppe, die ebenfalls eine Übernahme von TikTok plant. Kevin O'Leary, bekannt aus "Shark Tank", und Frank McCourt, ein milliardenschwerer Immobilienmagnat sind ebenfalls mit von der Partie.

Der Autor Andreas Wimbauer ist in folgende Werte investiert: Amazon


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