Amazons große Wette: Wie Investitionen in Kernkraft und Kupfer die Aktie antreiben können
In den Datenfabriken der Zukunft scheint vertikale Integration ein Muss zu sein und Amazon setzt diese Strategie konsequent um. Am Donnerstag unterzeichnete Amazon Web Services eine zweijährige Vereinbarung mit Rio Tintos (i) Kupfer-Venture "Nuton" in Arizona. Das spricht Bände.
Vertikale Integration: Vom Strom bis zum Rohstoff
Amazon, das jährlich zweistellige Milliardenbeträge für Rechenzentren ausgibt, sieht eindeutig die Notwendigkeit einer vertikalen Integration, um seine Cloud-Dienste und das KI-Datengeschäft weiter auszubauen. Bereits 2024 ging Amazon eine Partnerschaft mit Talen Energy ein, um die Stromversorgung seiner Rechenzentren zu sichern. Jetzt arbeitet das Unternehmen daran, sicherzustellen, dass genügend Kupfer vorhanden ist, um diesen Strom auch zu leiten. Amazon steigt nicht selbst in den Kupferbergbau ein, sondern überlässt dies den Experten von Rio Tinto. Dennoch geht das Unternehmen in der Lieferkette bis zu den Rohstoffen zurück, um sicherzustellen, dass seine KI-"Fabriken" funktionsfähig bleiben.
KI-Hunger treibt Kupferpreise
Was Kupfer betrifft, so setzt die wachsende Nachfrage durch energiehungrige KI-Rechenzentren die Branche unter Druck. Die Benchmark-Preise sind in den letzten drei Monaten um mehr als 25 % gestiegen und kletterten Anfang dieser Woche auf über 13.300 USD pro metrischer Tonne (bzw. etwa 6 USD pro Pfund). S&P Global schätzt, dass die Kupfernachfrage von etwa 28 Mio. Tonnen im Jahr 2025 auf 42 Mio. Tonnen bis 2040 steigen wird. Das entspricht einem Anstieg von 50 % über 15 Jahre, was einem durchschnittlichen Wachstum von etwa 3 % pro Jahr gleichkommt.
Bakterien statt Hochöfen: Innovation gegen Engpässe
Diese Wachstumsrate mag bewältigbar erscheinen, aber der Abbau von Metallen führt zur Erschöpfung von Minen, was Unternehmen zwingt, neue Vorkommen zu erschließen. Das Nuton-Projekt von Rio nutzt Bakterien und minderwertige Erze zur Kupfergewinnung anstelle traditioneller Schmelzhütten, die große Hochöfen und viel Strom benötigen. S&P Global prognostiziert, dass die Kupfernachfrage das Angebot bis 2050 um 10 Mio. Tonnen pro Jahr übersteigen wird, falls die Produktionskapazitäten nicht deutlich erhöht werden. Ein solches Defizit ist jedoch unwahrscheinlich, da steigende Preise den Bergbauunternehmen einen Anreiz bieten, neue Vorkommen zu erschließen.


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