AMD schließt die Übernahme von ZT Systems für 4,9 Mrd. USD ab und sichert sich Anteil an der “KI-Fabrik”
Advanced Micro Devices (NASDAQ: AMD) teilte am 31. März 2025 mit, dass sie die 4,9 Mrd. USD schwere Übernahme von ZT Systems abgeschlossen haben. Bei ZT Systems handelt es sich um einen Entwickler von Rechenzentrums-Hardware für Cloud Computing und KI. Der bereits im August 2024 angekündigte Deal ist der jüngste Schritt von AMD, sein Angebot an Rechenzentrumssystemen gegenüber dem Rivalen NVIDIA auszubauen.
Der Wettbewerb mit NVIDIA um die "KI-Fabriken”
Durch die Übernahme kann sich AMD besser als Akteur im Bereich KI-Rechenzentren positionieren und großen Kunden wie Microsoft und Meta Platforms eine Alternative zu NVIDIAs dominierenden Chips und Servern bieten. Da KI die Hardware-Integration für Kunden immer komplexer macht, muss AMD mehr als nur Chips und Software liefern, erklärte CEO Lisa Su.
In den letzten Jahren haben sowohl NVIDIA als auch AMD ihr Interesse an Rechenzentrumsservern verstärkt. Server sind die übergeordneten Systeme, die die Chips und Beschleuniger wie Grafikprozessoren (GPUs) aufnehmen und vernetzen. NVIDIA hat gezielt seinen Fokus über reine Chips hinaus erweitert und sich als Designer von Rechenzentren (oder "KI-Fabriken”), positioniert. Diese Strategie wird besonders mit CEO Jensen Huang in Verbindung gebracht. Das bedeutet, dass das Unternehmen eine Art One-Stop-Shop für alle zentralen Elemente von Rechenzentren bietet, einschließlich Software, Design-Dienstleistungen und Netzwerktechnologien.
AMD setzt auf ein offenes Ökosystem
AMD will mit ZT ebenfalls ein Stück des Marktes für "KI-Fabriken” erobern. Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenten wie NVIDIA sieht AMD in seinem offenen oder Open-Source-Ökosystem anstatt auf ein proprietäres System mit fest integrierten Komponenten zu setzen. AMD übernimmt rund 1.000 Design-Ingenieure von ZT Systems, die auf Hardware- und Serverdesign spezialisiert sind, und integriert sie in die Sparte AMD Data Center Solutions.
ZT Systems hatte seinen Sitz in Secaucus im US-Bundesstaat New Jersey und war ein privat geführtes Unternehmen mit über 10 Mrd. USD Jahresumsatz zum Zeitpunkt der Übernahmeankündigung. Wie geplant befindet sich AMD zudem im Prozess des Verkaufs der Fertigungseinheit von ZT und führt hierzu Gespräche mit mehreren potenziellen Käufern. In den letzten Jahren hat AMD weitere Übernahmen getätigt, um sein Rechenzentrumsangebot zu erweitern, darunter die Käufe des programmierbaren Chipherstellers Xilinx und Pensando im Jahr 2022.
AMD wird am 6. Mai 2025 seine Zahlen zum Q1/2025 veröffentlichen. Der Markt rechnet für die Periode mit einem Umsatz von 7,11 Mrd. USD und einem Gewinn je Aktie von 0,95 USD. In den letzten 12 Monaten hat die AMD-Aktie 43,1 % an Wert verloren.
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