Angst vor Waymo und Tesla? Irrt sich der Markt und ist Ubers Gewinnenttäuschung die Kaufchance des Jahres?
Uber (i)(UBER) liefert Rekorde am Fließband und wird an der Börse trotzdem abgestraft. Während der Umsatz zweistellig wächst und die Kassen mit fast 10 Mrd. USD Cashflow praller denn je sind, sorgt ein verfehltes Gewinnziel für Nervosität. Doch der erste Blick täuscht. Uber baut im Hintergrund längst kein Taxi-Unternehmen mehr, sondern das unverzichtbare Betriebssystem für die autonome Welt von morgen. Wer jetzt verkauft, verkennt die wahre Macht der Plattform.
Die Uber-Maschinerie - Vernetztes Imperium für Mobilität und Logistik
Uber hat sich von einer reinen Taxi-Alternative zu einer allumfassenden Plattform für Bewegung gewandelt, die auf den drei Säulen Mobility, Delivery und Freight basiert. Durch die intelligente Vernetzung dieser Bereiche erzielt der Konzern massive Synergien, indem Fahrer flexibel zwischen Personenbeförderung und Lieferdiensten wechseln können, was die Auslastung erhöht. Dieses Ökosystem fördert durch Cross-Selling und Abo-Modelle wie Uber One die Kundenbindung und macht Uber zu einem schwer angreifbaren Marktführer im urbanen Raum.
Q4-Zahlen im Fokus - Rekordumsatz trifft auf verzerrtes Gewinnbild
Finanziell zeigte das 4. Quartal 2025 ein operatives Kraftpaket mit einem Umsatzsprung von 20 % auf 14,4 Mrd. USD und einem um 35 % gestiegenen bereinigten EBITDA auf 2,5 Mrd. USD. Während das operative Geschäft glänzte, drückte eine negative Neubewertung von Beteiligungen den GAAP-Nettogewinn auf 296 Mio. USD, was den direkten Vorjahresvergleich mit 6,9 Mrd. USD aufgrund damaliger einmaliger Steuervergünstigungen sehr verzerrt. Der bereinigte Gewinn pro Aktie verfehlte mit 0,71 USD die hohen Erwartungen von 0,80 USD, was primär auf aggressive Investitionen in Preisstrategien und gestiegene Versicherungskosten zurückzuführen ist. Für das Gesamtjahr 2025 steht ein Umsatz von 52 Mrd. USD (+18 %) und ein bereinigtes EBITDA von 8,7 Mrd. USD (+35 %) in den Büchern, ein Beleg für die grundlegende Ertragsstärke.
Der Segment-Check - Lieferdienst überflügelt Erwartungen
In der Segmentbetrachtung avancierte der Lieferdienst mit einem überraschend starken Umsatzplus von 30 % auf 4,9 Mrd. USD zum Wachstumstreiber, befeuert durch neue Einzelhandelspartnerschaften. Das Kerngeschäft Mobility wuchs zwar solide um 19 % auf 8,2 Mrd. USD, blieb damit aber leicht unter den sehr hohen Markterwartungen, während die Frachtsparte konjunkturbedingt bei 1,27 Mrd. USD stagnierte.
Das Fundament des Wachstums - Über 200 Mio. Nutzer als Basis
Das fundamentale Wachstum untermauert eine Rekordbasis von mittlerweile 202 Mio. monatlich aktiven Nutzern, was einem Anstieg von 18 % entspricht. Diese engagierte Kundenbasis generierte im Quartal Bruttobuchungen im Wert von 54,1 Mrd. USD, was CEO Dara Khosrowshahi als stabile Grundlage für zukünftige Skalierung, Datengewinnung und Werbeeinnahmen hervorhebt.
Risiken und Kurssturz - Warum die Aktie Federn lassen musste
Die negative Kursreaktion erklärt sich durch Sorgen um den Margendruck, da Uber verstärkt in günstigere Fahrten investiert und mit höheren Versicherungskosten kämpft, was kurzfristig auf die Profitabilität drückt. Zudem schwebt die Angst vor einer Disruption durch autonome Flotten von Konkurrenten wie Waymo oder Tesla über dem Titel, auch wenn Uber sich strategisch als unverzichtbarer Aggregator positioniert.
Ausblick & Management-Vision - Die Bio. USD-Wette
Für das 1. Quartal 2026 prognostiziert das Management weiteres Wachstum bei Buchungen und operativem Gewinn, wobei der Fokus klar auf der Zukunftsvision des autonomen Fahrens liegt. CEO Khosrowshahi sieht hier eine Bio. USD-Chance und plant, Uber bis 2029 durch Partnerschaften und Verfügbarkeit in globalen Metropolen zur weltweit führenden Plattform für autonome Fahrzeuge auszubauen, um Partnerflotten maximal auszulasten.
Das unverzichtbare Betriebssystem der Straße
Zusammenfassend bleibt Uber trotz kurzfristiger Wachstumsschmerzen und verfehlter Gewinnerwartungen der unangefochtene Platzhirsch mit einem fundamental starken, Geschäftsmodell, das hohe Cashflows erzeugt, allein 9,8 Mrd. USD im Jahr 2025. Das sind 42 % mehr als im Jahr zuvor. Die strategische Ausrichtung als zentrales Betriebssystem für urbane Mobilität und autonome Flotten macht das Unternehmen langfristig zu einem Basisinvestment, an dem trotz Volatilität festgehalten werden sollte.


Die Grafik zeigt die drei essenziellen Geschäftssäulen von Uber und geht auf die Quartalszahlen ein. Außerdem hebt es die rasant wachsende Nutzerbasis von aktuell 202 Mio. hervor.
Bildherkunft: AdobeStock_397082434