Aramco meldet Gewinnrückgang für 2024! Dividende soll im Jahr 2025 sinken!
Der saudische Ölkonzern Aramco hat heute seine Ergebnisse für das vergangene Jahr veröffentlicht. Der Nettogewinn sank um 15,91 % auf 106,2 Mrd. USD. 2023 hatte er noch 121,3 Mrd. USD betragen. Die Gesamtdividende für 2025 soll erheblich sinken und sich nur noch auf 85,4 Mrd. USD belaufen. 2024 hatte Aramco noch eine Gesamtdividende von 124,2 Mrd. USD ausgeschüttet.
Der realisierte Rohölpreis sank 2024 von 83,6 USD auf 80,2 USD
Aramco führt den Gewinnrückgang auf niedrigere Ölpreise zurück. Im vergangenen Jahr hatte die Rohölproduktion weltweit zugenommen, während sich die Nachfrage verlangsamte. Der realisierte Ölpreis sank von 83,6 USD im Jahre 2023 auf 80,2 USD je Barrel im Jahre 2024. Der realisierte Ölpreis ist der Endpreis, den Aramco für den Verkauf des Rohöls nach der Berücksichtigung der Transportkosten und anderer Faktoren erhält. Der Umsatz von Aramco nahm im Jahresvergleich von 440,8 Mrd. USD 2023 auf 436,6 Mrd. USD 2024 ab. Trotzdem kann Aramcos Präsident und CEO Amin H. Nasser der Entwicklung Gutes abgewinnen: "Die globale Ölnachfrage hat 2024 neue Höchststände erreicht und wir erwarten ein weiteres Wachstum für 2025. Da zuverlässige und nachhaltige Energie der Schlüssel zu einem globalen Wirtschaftswachstum ist, machen wir weiterhin Fortschritte bei unseren Projekten zur Aufrechterhaltung unserer maximalen Rohölkapazität und zur Erweiterung unserer Gaskapazitäten." Um die Effizienz und Wertschöpfung bei Aramco zu optimieren, werde KI in großem Umfang in das Unternehmen implementiert.
Die leistungsorientierte Dividende brach im 4. Quartal ein
Der Ölriese hat die Dividende für das 4. Quartal gekürzt. Zwar wurde die Grunddividende für die letzten drei Monate des Jahres 2024 auf 21,1 Mrd. USD erhöht. Die leistungsabhängige Auszahlung betrug jedoch nur 200 Mio. USD. Zum Vergleich: Im 3. Quartal lag die Grunddividende bei 20,3 Mrd. USD und die leistungsabhängige Dividende bei 10,8 Mrd. USD. Dieser Rückgang dürfte auch die Staatskasse Saudi-Arabiens empfindlich treffen. Der Dividende kam eine Schlüsselrolle bei der Aufstockung der Einnahmen des Königreichs zu. Der saudische Kronprinz Mohammed Bin Salman hat im Rahmen seiner ‚Vision 2030‘ mehrere Megaprojekte geplant, die nun in einem Spannungsfeld sinkender Ölpreise und höherer Staatsausgaben realisiert werden müssen.
Wachsender Bedarf an fossilen Energien soll Nettogewinn und Dividende in Zukunft wieder stabilisieren
Positiv zu vermerken ist, dass die Nettoverschuldung von Aramco von 102,8 Mrd. 2023 auf 78 Mrd. USD 2024 gesunken ist. Aramcos generelle Zuversicht beruht auf der Erwartung, dass die Weltbevölkerung in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird (bis 2050 geht man von einem Anstieg um gut 2 Mrd. Menschen aus). Diese Zunahme werde die Nachfrage nach fossilen Energien vorantreiben, da erneuerbare Energien den Energiehunger allein nicht würden decken können. Die im letzten Jahr wachsende Nachfrage belege diese Erwartung. Die Aramco-Aktie gab heute nach Bekanntgabe der Zahlen um gut 2 % nach und befindet sich damit nur noch gut 10 % über ihrem historischen Tiefkurs. Investoren, die über den Aufbau langfristiger Investitionen in das Papier nachdenken, könnten beobachten, ob die Marke von 24 SAR in naher Zukunft tangiert wird und ob sie dann hält. Für Kleinanleger ist es allerdings nicht einfach, die Aktie von Aramco zu handeln, da diese an der saudi-arabischen Wertpapierbörse Tadawul gelistet ist. Es gibt aber verschiedene ETFs, in denen das Papier enthalten ist. Am höchsten ist die Aktie im iShares MSCI Saudi Arabia Capped UCITS ETF USD gewichtet.
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