Arm Holdings: KI-Boom trifft auf saisonale Bremsklötze
Das britische Schwergewicht im Chip-Design, Arm Holdings, steuert auf ein Übergangsquartal zu. Trotz der ungebrochenen Begeisterung für KI und einer massiven Nachfrage aus Rechenzentren rechnet das Unternehmen für das 4. Fiskalquartal mit einem moderateren Wachstumstempo. Während der Umsatz im vorangegangenen Quartal noch um starke 26 % nach oben schnellte, signalisiert die Geschäftsführung für den aktuellen Zeitraum ein Plus von etwa 18 %.
Vorsichtiger Ausblick versetzt Anleger in Unruhe
Für das laufende Schlussquartal peilt Arm einen Umsatz von rund 1,47 Mrd. USD an (plus/minus 50 Mio.). Damit liegt das Unternehmen zwar leicht über den Erwartungen der Analysten, die mit 1,44 Mrd. USD gerechnet hatten, doch die Börse reagierte unterkühlt: Im nachbörslichen Handel knickte die Aktie um 7 % ein. Damit setzt sich ein schwieriger Trend fort, auf Jahressicht hat das Papier bereits über 35 % an Wert eingebüßt.
Saisonaler Gegenwind und die Messlatte des Vorjahres
Ein Knackpunkt in der Prognose sind die Lizenzeinnahmen (Royalties). Hier erwartet Arm lediglich ein Wachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, nachdem im Vorquartal noch 27 % erreicht wurden. Finanzvorstand Jason Child verwies auf die typische Saisonalität des ersten Kalenderquartals, das traditionell schwächer ausfällt. Zudem kämpft Arm mit einem "Basiseffekt": Im Vorjahreszeitraum hatte der Launch eines neuen MediaTek-Chips die Zahlen außergewöhnlich stark aufgebläht, was den aktuellen Vergleich nun erschwert. Dennoch gibt sich die Führungsebene zuversichtlich: Langfristige Verträge und höhere Gebührensätze pro Chip sollen das Fundament für die kommenden Jahre absichern.
Starke Quartalszahlen als solides Fundament
Der Rückblick auf das jüngste 3. Quartal 2026 zeigt jedoch, dass das operative Geschäft grundsätzlich floriert. Arm übertraf mit einem Umsatz von 1,24 Mrd. USD die Schätzungen der Wall Street. Besonders das Lizenzgeschäft erwies sich mit einem Sprung auf 505 Mio. USD als Ertragsperle. Zwar sank der unterm Strich ausgewiesene Nettogewinn leicht auf 223 Mio. USD, doch bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn pro Aktie mit 43 Cent über den Prognosen. CEO Rene Haas unterstrich, dass die Beschleunigung im Bereich AI-Computing dem Unternehmen weiterhin massiven Rückenwind verleiht.


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