AST SpaceMobile: Satellitenstart gescheitert – Blue Origin in der Kritik
Ein herber Rückschlag im Orbit
AST SpaceMobile hat einen empfindlichen Rückschlag bei seinem Plan erlitten, ein weltraumbasiertes Breitbandnetz aufzubauen. Die Verantwortung für den Vorfall wird Blue Origin, dem Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, zugeschrieben. Ein Satellit von AST SpaceMobile, der an Bord einer Blue-Origin-Rakete startete, wurde am Sonntag in einer fehlerhaften Umlaufbahn ausgesetzt und muss nun kontrolliert zum Absturz gebracht werden.
Offizielles Statement zur technischen Lage
In einer E-Mail-Stellungnahme gegenüber Barron’s erklärte ein Sprecher von AST SpaceMobile: "Obwohl sich der Satellit von der Trägerrakete trennte und hochfuhr, ist die Flughöhe zu gering, um den Betrieb mit der bordeigenen Antriebstechnologie aufrechtzuerhalten. Er wird daher aus dem Orbit entfernt. Es wird erwartet, dass die Kosten für den Satelliten durch die Versicherungspolice des Unternehmens gedeckt werden."
Der Kampf gegen die Dominanz von SpaceX
Dieser Fehlschlag ist ein schwerer Schlag für beide Akteure in ihrem Bestreben, Elon Musks SpaceX Paroli zu bieten. Während Blue Origin versucht, sich mit wiederverwendbaren Raketen als verlässliche Alternative auf dem Markt für kommerzielle Starts zu etablieren, befindet sich AST SpaceMobile in einem Wettlauf gegen die Zeit. Das Ziel: Eine Satellitenkonstellation für weltweite 5G-Konnektivität zu errichten, bevor die konkurrierende Starlink Mobile-Initiative den Markt dominiert.
Zeitplan und ehrgeizige Wachstumsziele
Trotz des Vorfalls hält AST SpaceMobile an seinem Ziel fest, bis Ende 2026 etwa 45 Satelliten im Orbit zu haben. Aktuell befinden sich sechs Satelliten im All. Um einen kommerziellen Dienst in nördlichen Breitengraden anbieten zu können, benötigt das Unternehmen zwischen 45 und 60 einsatzbereite Einheiten, ein Meilenstein, der eigentlich noch für dieses Jahr angestrebt wird.
Die Konkurrenz schläft nicht: Starlink und Amazon
Die Wettbewerber machen derweil Druck: SpaceX verspricht einen ähnlichen Mobilfunkdienst über Starlink bereits für Ende nächsten Jahres. Gleichzeitig positioniert sich Amazon.com, um ab 2028 nach der jüngsten Übernahme von Globalstar in den direkten "Direct-to-Device"-Markt einzusteigen. Pikant dabei: Amazon ist für seine eigenen Missionen ebenfalls in hohem Maße auf Blue Origin und andere externe Startdienstleister angewiesen.


Die Infografik stellt den Fehlstart eines AST SpaceMobile-Satelliten durch Blue Origin und dessen Folgen dar, einschließlich der Kostenübernahme durch die Versicherung, dem ehrgeizigen Ziel von 45 Satelliten bis 2026 und dem Wettlauf gegen die Konkurrenz von SpaceX und Amazon.
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