Belastet Metas KI-Investitionsrausch die Gewinnprognose? Die heutigen Zahlen werden Aufschluss geben
Bis zum letzten Jahr drehten sich die Gewinne des Social-Media-Riesen Meta (i) fast ausschließlich um Werbeumsätze, die etwa 98 % des Gesamtumsatzes ausmachen. Doch Meta hat massiv in KI-Rechenzentren und Forschungspersonal investiert, was die Bilanz und die Kapitalflussrechnung grundlegend verändert. Während die Werbeumsätze weiterhin oberste Priorität haben, werden Investoren am Mittwochnachmittag bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für das 4. Quartal besonders genau auf Metas Investitionspläne für 2026 achten.
Starkes Umsatzwachstum trifft auf Kostendruck
Im Durchschnitt erwarten Wall-Street-Analysten einen Umsatzanstieg von 21 % gegenüber 2024 auf 58,4 Mrd. USD, ein beachtliches Wachstum für ein so reifes Unternehmen. Doch das Ausgabenwachstum drückt auf die Profitabilität: Es wird erwartet, dass der Gewinn pro Aktie nur um 2 % auf 8,21 USD steigt. Die Hauptursachen für das Ausgabenwachstum liegen im Ausbau der KI-Rechenzentren sowie in höheren Forschungs- und Entwicklungskosten (R&D) infolge einer Welle von Spitzengehältern für KI-Experten.
Die Milliarden-Wette: Investitionen außer Rand und Band
Die Investitionsausgaben (CapEx) für 2025 werden voraussichtlich bei rund 70 Mrd. USD liegen, verglichen mit etwa 37 Mrd. USD im Jahr 2024. Vor drei Monaten, während der Telefonkonferenz zum 3. Quartal, sagte Finanzvorstand Susan Li, dass das "CapEx-Wachstum im Jahr 2026 deutlich größer sein wird als 2025", was Ausgaben von weit über 100 Mrd. USD im Jahr 2026 impliziert.
Die Meta-Aktie fiel am folgenden Tag um 11 % und liegt seit Lis Erklärung weiterhin auf diesem Niveau, selbst nach einer starken Erholung in der vergangenen Woche. Analysten erwarten, dass die F&E-Ausgaben im 4. Quartal auf 16,4 Mrd. USD steigen werden, ein Plus von 35 % gegenüber 2024. Im vergangenen Sommer startete Meta eine Einstellungsoffensive und bot vielen der weltweit besten KI-Forscher Berichten zufolge mehrjährige Vergütungspakete im neunstelligen Bereich an. Infolge dieser massiven Investitionen prognostizieren Analysten, dass die Abschreibungen im Jahr 2026 um 55 % und 2027 um weitere 45 % steigen werden.
Ungebremster Expansionskurs und neue Energiequellen
Meta zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. "Bisher sehen wir immer wieder dieses Muster: Wir bauen Infrastruktur basierend auf einer Annahme, die wir für aggressiv halten, und dann haben wir doch immer noch mehr Bedarf", sagte CEO Mark Zuckerberg. Das Unternehmen versucht sogar, die Kontrolle über seine Lieferkette zu gewinnen, durch Verträge über Kernkraftkapazitäten und, erst diese Woche, eine Vereinbarung zur Sicherung zahlreicher Kilometer Glasfaserkabel von Corning.
Innovative Finanzierungsmodelle und externe Partner
Bereits in diesem Jahr wurde die neue Einheit Meta Compute gegründet, um den Ausbau der Rechenzentren voranzutreiben. Meta Compute wird mit der neuen Präsidentin des Unternehmens, Dina Powell McCormick, zusammenarbeiten, um dieses Vorhaben zu finanzieren. McCormick ist eine Bankerin mit tiefgreifender Erfahrung in den internationalen Beziehungen; Zuckerberg deutete an, dass sie mit Staatsfonds zusammenarbeiten wird, um Kapital zu beschaffen.
Meta wurde bereits im letzten Jahr bei der Finanzierung kreativ: Im Oktober wurde ein Deal mit Blue Owl Capital bekannt gegeben, um ein Joint Venture zu gründen, das den Bau und Betrieb von Metas massivem Rechenzentrumskomplex in Louisiana übernimmt. Da Meta nur 20 % am Joint Venture hält, erscheinen nur dieser Anteil und die Leasingverpflichtungen in der Bilanz. Der Großteil der Investitionskosten bleibt somit außerhalb der Cashflow-Rechnung von Meta.


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