Berkshire Hathaway reduziert Bankenaktien! Neuzugang kommt aus dem Spirituosenbereich!
In der vergangenen Woche war es wieder so weit. Alle großen Investoren und institutionellen Investmentmanager, die Vermögenswerte von über 100 Mio. USD verwalten, mussten mit ihren 13-F-Meldungen an die Securities and Exchange Commission SEC bekanntgeben, welche Käufe und Verkäufe sie im abgelaufenen Quartal getätigt haben. Wir schauen uns die größten Bewegungen im Portfolio von Investmentlegende Warren Buffett und seiner Berkshire Hathaway (BRK/A, BKR/B) genauer an.
Berkshire reduziert seine Anteile von 3 großen Bankentiteln
Als erstes fällt einem deutlich ins Auge, dass Berkshire Hathaway im 4. Quartal 2024 11 Titel verkauft und im Gegensatz dazu nur 6 zugekauft oder neu dazu gekauft hat. Vor allem reduzierte die Firma ihre Positionen im Bereich der Bankengeschäfte und verkaufte 1,65 Mio. Anteile der Capital One Financial Corporation (COF), einer amerikanischen Holdinggesellschaft die auf Kreditkarten, Autokredite und Sparkonten spezialisiert ist. Damit hält man noch einen Restbestand von 7,45 Mio. Stücke. Außerdem veräußerte man über 40,6 Mio. Anteile der Citigroup (C), was einer Positionsgröße von 73,5 % entsprochen hat. Die in New York City ansässige multinationale Investmentbank rutschte damit aus den größten von Berkshire im Besitz befindlichen Positionen und schrumpfte auf 14,6 Mio. Aktien, die noch einen Restwert von knapp 1 Mrd. USD besitzen. Warren Buffett trennte sich auch von einem kleinen Anteil von 14,7 % seiner Lieblingsposition Bank of America (BAC), die er vor mehr als einem Jahrzehnt per Optionsschein zu 7 USD pro Aktie gekauft hat. Mehr als 117,7 Mio. Stücke wurden in diesem Quartal verkauft, die aktuell bei knapp 47 USD notiert. Damit hält Buffett noch über 680 Mio. Aktien von Bank of America, die Vermögensverwaltung, Firmenkunden- und Investmentbanking anbieten.
Kommunikationsunternehmen und brasilianisches Fintech schrumpfen im Portfolio
Abschließend wurden alle kleineren ETF-Restbestände des S&P500 und des Schönheitsunternehmens Ulta Beauty verkauft, dass man bereits im 3. Quartal zu 96,5 % verkauft hatte. Warren Buffett verkaufte 300.000 Anteile des Holzstoffproduzenten Louisiana-Pacific Corporation, 322.000 Aktien des Telekommunikationsunternehmens T-Mobile US, 921.000 Stücke des Rundfunkanbieters Liberty Media, 830.000 von Charter Communications, einem Anbieter von Unterhaltungs- und Breitband-Kommunikationsdiensten und mehr als 53 % oder 46,2 Mio. von Nu Holdings. Das in Brasilien ansässige Bankdienstleistungsunternehmen, stellt seinen Kunden Produkte zum Sparen, Investieren oder für die Kreditaufnahme und Geldabsicherung zur Verfügung. Die zuletzt stark reduzierte Apple blieb unverändert und mit 300 Mio. Aktien oder 75 Mrd. USD bleibt sie die größte Position in seinem Portfolio. Auf Platz 2 liegt American Express mit knapp 45 Mrd. USD Börsenwert.
Buffett verkauft große Teile des Gesundheitsunternehmens DaVita
Erst am Freitag kam in einer zusätzlichen 13-F-Mitteilung heraus, dass Buffett große Anteile des Dialysedienstleisters DaVita abstoßen wird. Gestiegene Gesundheits- und Behandlungskosten haben für das Unternehmen zu verhaltenen Prognosen geführt und den Markt enttäuscht. Zudem kam Druck auf den Kurs der Aktie da bekannt wurde, dass der Großinvestor im Rahmen einer vorab geplanten Vereinbarung über 200.000 Aktien abstieß, um seinen Anteil auf 45 % zu reduzieren. Die Aktien fielen um mehr als 12 %.
Buffett setzt auf Spirituosen wie Bier, Wein und Hochprozentiges
Die einzige neue Investition ist der internationale Hersteller und Verkäufer von Bier, Wein und Spirituosen Constellation Brands (STZ). Berkshire Hathaway hat sich mit 5,62 Mio. Aktien im Gesamtwert von über 1,24 Mrd. USD an dem Unternehmen beteiligt, das für seine beliebten Biermarken wie Corona Extra, Modelo Especial oder Pacifico bekannt geworden ist. Die Aktien konnten durch die Nachricht deutlich zulegen und im nachbörslichen Handel am Freitag bereits ein Plus von 10 % auf über 180 USD markieren.
Pizzarestaurant und Öl- und Gasproduzent werden weiter aufgestockt
Berkshire hat im 4. Quartal 2024 seinen Anteil an der Schnellrestaurantkette Domino’s Pizza (DPZ) fast verdoppelt und hält nun 2,832 Mio. Aktien, die damit auch eine Größe von fast 1 Mrd. USD ausmachen. Der Schwimmbadzubehörvertreiber Pool Corp. wurde mit 194.000 Aktien ebenso aufgestockt wie der Unterhaltungsdienstanbieter SiriusXM, von dem weitere 12,3 Mio. Anteile ins Portfolio wanderten. Vom Netzwerkbetreiber Verisign kaufte man 455.000 Anteile und vom Öl- und Gasproduzenten Occidental Petroleum (OXY) kamen weitere 8,9 Mio. Anteile in das Portfolio hinzu, von dem sich Warren Buffett immer wieder in den letzten Quartalen größere Mengen dazugekauft hat. Occidental Petroleum ist mit über 264 Mio. Stücken zur sechstgrößten Position mit einem Gesamtwert von über 13 Mrd. USD aufgestiegen. Buffett kümmert sich gemeinsam mit den Investmentmanagern Ted Weschler und Todd Combs, die vor allem kleinere Positionen unter 3 Mrd. USD verwalten, um die Investitionsentscheidungen für das mittlerweile über 267 Mrd. USD große Portfolio. Doch es scheint immer noch so, dass Buffett erfolglos auf der Suche ist, seinen Rekordbargeldbestand in einem großen Coup zu platzieren.
Bildherkunft: AdobeStock_580660759