Berkshire steigert Jahresgewinne um 27 % und erreicht Rekordbargeldbestand! Investition in Japan soll deutlich ausgebaut werden!
Das Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway (BRK/A, BRK/B) hat am Samstag, den 22. Februar 2025, seine Geschäftszahlen für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2024 veröffentlicht und konnte dank einem starken Quartal das Betriebsergebnis aller im Besitz befindlichen Unternehmen im Gesamtjahr 2024 deutlich ausbauen. Warren Buffett veröffentlichte auch seinen berühmten jährlichen Aktionärsbrief, in dem er auf verschiedene Aspekte wie die aktuelle Marktlage, aussichtsreiche Investitionschancen und seine Nachfolgeregelung eingegangen ist.
Starkes Versicherungsgeschäft und Energiesektor bauen ihre Gewinne aus
Berkshire Hathaway konnte im abgelaufenen Quartal sein Betriebsergebnis im Jahresvergleich um 71,3 % von 8,48 auf 14,53 Mrd. USD deutlich ausbauen und damit das beste Quartalsergebnis in diesem Jahr 2024 erzielen. Im vorherigen Quartal musste man noch einen Rückgang um 6,2 % vermelden. Auf Jahressicht erreichte die Holdinggesellschaft einen Anstieg um 27 % beim Betriebsergebnis auf 47,44 Mrd. USD. Am stärksten lief in diesem Jahr vor allem sein Versicherungsgeschäft mit GEICO, die ihre versicherungstechnischen Gewinne vor Steuern durch ein starkes Prämiengeschäft auf 7,81 Mrd. USD mehr als verdoppelt haben. Die Einnahmen aus Versicherungs-Underwriting erreichten 9,02 Mrd. USD und verbesserten sich damit um 66 %. Das Einkommen aus Versicherungs-Investitionen, die meist von Buffett selbst abgewickelt werden, kletterten auf 13,67 Mrd. USD. Der Energiesektor lief ebenfalls hervorragend und Berkshire Hathaway Energy baute sein Ergebnis um 60 % auf 3,73 Mrd. USD aus. Dabei profitierte man vor allem von den höheren Erträgen der Erdgaspipelines. Das Eisenbahngeschäft mit BNSF stagnierte bei 5,03 Mrd. USD. BNSF betreibt eines der größten Eisenbahnsystem mit über 32.500 Streckenmeilen in Nordamerika. Das Fertigungs-, Dienstleistungs- und Einzelhandelssegment ging leicht zurück.
Rekordbargeldbestand erreicht gigantische 334,2 Mrd. USD
Zusammen mit den vorwiegend nicht realisierten Anlagegewinnen in Höhe von 41,56 Mrd. USD ergeben sich für das Jahr 2024 ein für die Aktionäre von Berkshire Hathaway zuzurechnender Nettogewinn in Höhe von 89,0 Mrd. USD, ein leichter Rückgang gegenüber den 96,2 Mrd. USD aus dem Vorjahr. Dies entspricht einem Gewinn pro Aktie in Höhe von 41,27 USD. Warren Buffett und seine Firma hielten sich dabei sehr zurück, was eigene Aktienrückkäufe anbelangt. Lediglich 2,9 Mrd. USD wurden 2024 für den Rückkauf eigener Aktien verwendet und so erhöhte sich der Bargeldbestand weiter von 325,2 auf astronomische 334,2 Mrd. USD am Ende des abgelaufenen Quartals. Buffett und seine Portfoliomanager entdecken in der jetzigen Zeit einfach keine unterbewerteten Möglichkeiten, um im großen Stil ihre Gelder zu investieren und setzen stattdessen lieber auf sichere Einnahmen durch Zinsen und Anleihen. Die äußerst defensive Haltung wirft immer wieder Fragen über zukünftige Marktrisiken bei Investoren auf und auch im jetzigen Aktionärsbrief blieb man eine Antwort schuldig.
Besitz starker Unternehmen wird Bargeld immer vorgezogen
Das Unternehmen zahlt immer noch keine Dividende und bevorzugt das Geld in Firmen zu reinvestieren. Laut seinem Brief an die Aktionäre, wird sich der Großteil der Investitionen immer in Aktien befinden, auch in ferner Zukunft soll sich langfristig an diesem Anlagenstil nichts ändern. Betrachtet man das Portfolio von Berkshire Hathaway so hat sich jedoch der im Besitz an marktfähigen Aktien deutlich von 354 auf 272 Mrd. USD reduziert. Das neunte Quartal in Folge überstiegen die Verkäufe die Käufe von Aktien. Der Wert der nicht börsennotierten Aktien haben sich jedoch leicht erhöht. "Berkshire wird niemals den Besitz von bargeldähnlichen Vermögenswerten dem Besitz guter Unternehmen vorziehen, egal ob sie kontrolliert oder nur teilweise gehalten werden.", schrieb man in dem Brief. Warren Buffett investiert dabei am liebsten in amerikanische, große Unternehmen, die hochprofitabel sind. Die größten Positionen sind derzeit Apple, American Express, Bank of America, Coca-Cola, Chevron und Moody’s. Einmal in seinem Besitz behält er die Aktien gerne für immer. Bei kleineren Unternehmen strebt er eine Kontrolle zu 100 % an. Derzeit befinden sich 189 Tochtergesellschaften aus den verschiedensten Branchen in seiner Sammlung.
Berkshire Hathaway ist der größte US-Unternehmenssteuerzahler
Berkshire Hathaway zahlte im vergangenen Jahr 26,8 Mrd. USD an die US-Steuerbehörde und laut CEO Buffett entspricht dies etwa einem Anteil von 5 % der gezahlten Körperschaftssteuern, was die gesamte amerikanische Wirtschaft zahlte. Dies ist hauptsächlich auf die Verkaufsgewinne und Schrumpfung der beiden größten Aktienbeteiligungen, Apple und Bank of America, zurückzuführen. Der Investorenlegende ist auf beispiellose Art und Weise in nur 60 Jahren gelungen ein scheiterndes Textilunternehmen zu einem florierenden Versicherungs- und Investmentvehikel umzugestalten. Dieser Erfolg sei nur in Amerika möglich gewesen und Buffett warnt die Regierungschefs davor, die Gelder mit Bedacht einzusetzen und denen zugutekommen zu lassen, die im Leben unverschuldet den Kürzeren ziehen. Das Wohlergehen des Landes sollte eine der höchsten Prioritäten haben.
Buffett möchte Investitionen in japanische Handelshäuser ausbauen
Die langfristige Anlagestrategie von Berkshire Hathaway hat sich auch in den Investitionen in Japan verankert. Bereits im Juli 2019 hat sich der Mischkonzern erste Beteiligungen an Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo gesichert und Buffett kann sich laut Angaben in seinem Aktionärsbrief vorstellen, diese Investitionen in allen fünf Handelshäusern noch weiter zu erhöhen. Man konnte eine Vereinbarung mit den Unternehmen treffen, mehr als die anfängliche Obergrenze von 10 % zu halten. Die größten Handelshäuser in Japan, die "Sogo Shosha", agieren international und verfolgen einen ähnlichen Anlagestil und Strategie wie Berkshire selbst. Derzeit liegen die Beteiligungen bei 23,5 Mrd. USD und der Wert soll sich weiter erhöhen, um die jährlichen Dividendeneinnahmen von derzeit rund 812 Mio. USD noch zu steigern. Die fünf japanischen Handelshäuser mussten in letzter Zeit einige Verluste in ihren Kursen hinnehmen, wodurch sie für Buffett noch attraktiver geworden sind.
Designierter Nachfolger von Buffett wird Greg Abel
Der mittlerweile 94-jährige Warren Buffett fühlt sich geistig noch im Stande einige Geschäfte bei Berkshire Hathaway zu übernehmen, auch wenn er immer weniger Aufgaben übernimmt und auf einen Gehstock angewiesen ist. Das Orakel von Omaha wird auf der Jahreshauptversammlung am 3. Mai wieder Rede und Antwort stehen. Laut eigenen Aussagen wird Greg Abel sein Nachfolger an der Spitze von Berkshire Hathaway werden, dessen Fähigkeit, Gelegenheiten zu erkennen, er mit denen von Charlie Munger verglich. Dieser habe bereits jetzt das letzte Wort bei Investitionsentscheidungen und wird auch in Zukunft die Richtung vorgeben, in einer Zeit in der die Besorgnis über eine sich verlangsamende Wirtschaft, Volatilität aufgrund der raschen politischen Veränderungen und die allgemeinen Aktienbewertungen zunimmt.
Bildherkunft: AdobeStock_915815602