Besser als gedacht! Gesundheits-Gigant J&J wächst unaufhaltsam und peilt 100 Mrd. USD-Umsatzmarke an!
Vergessen Sie das verstaubte Image des Babypuder-Herstellers. Johnson & Johnson (i)(JNJ) hat sich radikal gehäutet und präsentiert sich als hochprofitable Pharmamaschine. Während Kritiker noch auf die juristischen Altlasten starrten, lieferte der Gesundheitsgigant ein operatives Feuerwerk ab, übertraf im 4. Quartal sämtliche Analystenprognosen und nimmt für 2026 eine historische Umsatz-Schallmauer ins Visier. Die Pipeline läuft heiß und der Konzern ist trotz Gegenwind stärker als je zuvor.
Johnson & Johnson - High-Tech-Medizin statt Gemischtwarenladen
Johnson & Johnson hat den Wandel vom breiten Konglomerat zum hochspezialisierten Gesundheitskonzern vollzogen. Nach der Abspaltung der Konsumgütersparte konzentriert sich das Unternehmen aus New Brunswick nun ausschließlich auf die beiden Säulen "Innovative Medicine" und "MedTech". Die Strategie zielt konsequent auf sechs wachstumsstarke Felder. Onkologie, Immunologie, Neurowissenschaften, Kardiologie, Chirurgie und Augenheilkunde. Das Management setzt dabei voll auf technologische Innovationen und Forschung, um in diesen komplexen Märkten die Führungsposition auszubauen und sich vom Image des klassischen Babypuder-Herstellers zu lösen.
Quartalszahlen - Erwartungen geschlagen und Wachstum in allen Bereichen
Die Neuausrichtung zahlt sich finanziell aus. Im 4. Quartal kletterte der Umsatz um starke 9,1 % auf 24,6 Mrd. USD, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit 2,46 USD die Analystenerwartungen von 2,44 USD leicht übertraf. Auch das Gesamtjahr 2025 endete robust mit einem Umsatz von 94,2 Mrd. USD. Besonders erfreulich ist, dass beide Hauptsparten zum Erfolg beitrugen. Die Pharmasparte wuchs zweistellig um 10 %, und auch die Medizintechnik legte solide um 7,5 % zu. Damit beweist der Konzern operative Stärke und konnte die Ziele der Wall Street trotz eines herausfordernden Marktumfelds schlagen.
Produkt-Pipeline - Neue Stars ersetzen alte Blockbuster
Im Portfolio gelingt derzeit eine beeindruckende Wachablösung. Zwar brach der Umsatz des ehemaligen Top-Medikaments Stelara nach Patentverlusten um fast die Hälfte ein, doch die neuen Wachstumstreiber fingen dies mehr als auf. Das Psoriasis-Mittel Tremfya explodierte förmlich mit Wachstumsraten von teils 68 %, und das Krebsmedikament Darzalex legte um rund 27 % zu. Auch im MedTech-Sektor glänzten die Zukäufe Shockwave und Abiomed im Herz-Kreislauf-Bereich mit über 20 % Plus. Ohne den Sondereffekt des Stelara-Rückgangs wäre das bereinigte Portfolio sogar um rund 15 % gewachsen.
Rechtsstreitigkeiten - Rückschlag im Talkum-Verfahren
Ein anhaltendes Risiko bleiben die juristischen Auseinandersetzungen um talkumhaltige Produkte. Zuletzt empfahl eine gerichtlich bestellte Sonderbeauftragte, Gutachten über einen möglichen Krebszusammenhang zuzulassen, was den Weg für Tausende von Klagen freimacht. Johnson & Johnson hält diese Einschätzung für fehlerhaft und kündigte Berufung an. Trotz der juristischen Unsicherheit und bisher gescheiterter Vergleichsversuche im Insolvenzverfahren betont Finanzvorstand Joseph Wolk, dass diese Altlasten die operative Strategie und die Investitionskraft des Unternehmens nicht bremsen werden.
Ausblick 2026 - Die 100 Mrd. USD-Schallmauer wackelt
Für 2026 zeigt sich das Management äußerst optimistisch und peilt einen historischen Meilenstein an. Der Umsatz soll erstmals die Marke von 100 Mrd. USD durchbrechen. Die Prognose liegt mit bis zu 101 Mrd. USD Umsatz und einem bereinigten Gewinn von rund 11,53 USD je Aktie deutlich über den Markterwartungen. Selbst Belastungen durch Preisverhandlungen mit der US-Regierung und mögliche Zölle sind hier bereits eingepreist. CEO Joaquin Duato sieht das Unternehmen am Beginn einer Ära beschleunigten Wachstums und plant weiterhin hohe Investitionen.
Operative Stärke trotzt juristischem Gegenwind
Johnson & Johnson präsentiert sich als operativ kerngesunder Gesundheitsriese, der den Patentverlust alter Medikamente durch Innovationen hervorragend kompensiert. Während die Talkum-Prozesse ein persistentes Risiko für die Stimmung und den Kurs bleiben, überwiegen die starken Fundamentaldaten und der überraschend positive Ausblick auf 2026. Für Anleger bleibt die Aktie eine Wette auf die operative Exzellenz, die bereit ist, trotz juristischer Störfeuer neue Umsatzdimensionen zu erreichen.


Die Grafik zeigt die veröffentlichten Quartalszahlen mit den wichtigsten Blockbustern im Medikamentenbereich. Die Prognosen erwarten bis zu 101 Mrd. USD Umsatz für 2026.
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