BioNTech: Gründer kündigen Rückzug an und Aktie bricht vorbörslich um 18 % ein!
BioNTech SE (NASDAQ: BNTX) hat für das Geschäftsjahr 2025 Umsätze von 2,9 Mrd. Euro gemeldet und damit leicht mehr als im Vorjahr erzielt. Gleichzeitig verzeichnete das Unternehmen jedoch einen Nettoverlust von 1,1 Mrd. Euro, was unter anderem auf hohe Investitionen in Forschung & Entwicklung sowie Sonderkosten zurückzuführen ist. Im 4. Quartal lagen die Einnahmen bei etwa 907 Mio. Euro, deutlich unter dem Vorjahreswert. Hauptgrund für den Rückgang ist die sinkende Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen.
Dennoch bleibt die Finanzbasis des Konzerns sehr solide: Ende 2025 verfügte BioNTech über 17,2 Mrd. Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren, was die umfangreichen Investitionen in neue Therapien absichert. Für 2026 erwartet das Unternehmen Umsätze zwischen 2,0 und 2,3 Mrd. Euro, bei gleichzeitig hohen Ausgaben für Forschung & Entwicklung von bis zu 2,5 Mrd. Euro.
Fokus auf Onkologie und neue Wirkstoffklassen
Strategisch richtet BioNTech sein Geschäft zunehmend auf die Krebsforschung aus. Ein zentraler Bestandteil der Pipeline ist der bispezifische Immunmodulator Pumitamig, der PD-L1-Checkpoint-Inhibition mit VEGF-A-Blockade kombiniert und derzeit in mehreren globalen Phase-2- und Phase-3-Studien untersucht wird. Darüber hinaus treibt BioNTech mehrere Antibody-Drug-Conjugates (ADC) sowie mRNA-basierte Krebsimmuntherapien voran.
Zu den wichtigsten Projekten zählen unter anderem das HER2-gerichtete ADC Trastuzumab Pamirtecan, der CTLA-4-Antikörper Gotistobart sowie der mRNA-Impfstoffkandidat BNT113 gegen HPV16-positive Tumoren. Insgesamt erwartet das Unternehmen im Jahr 2026 sechs wichtige klinische Datenauswertungen in späten Entwicklungsphasen, die für die zukünftige Kommerzialisierung entscheidend sein können.
Strategische Veränderungen und Unternehmensentwicklung
Neben den Pipeline-Fortschritten kündigte BioNTech auch strukturelle Veränderungen an. Die Unternehmensgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci planen die Gründung eines neuen, unabhängigen Unternehmens, das sich auf mRNA-Innovationen der nächsten Generation konzentrieren soll. BioNTech will hierfür bestimmte Technologien und Rechte bereitstellen. Der Übergang der Gründer in die neue Organisation ist bis Ende 2026 vorgesehen, während der Aufsichtsrat bereits nach geeigneten Nachfolgern für die Unternehmensführung sucht.
Parallel baut BioNTech seine Organisation weiter aus, um langfristig ein multi-produktfähiges biopharmazeutisches Unternehmen zu werden. Ziel ist es, in den kommenden Jahren mehrere neue Krebsmedikamente auf den Markt zu bringen und damit unabhängiger vom COVID-19-Impfstoffgeschäft zu werden. Die BioNTech-Aktie hat am 10. März 2026 im vorbörslichen US-Handel ganze 17,9 % an Wert verloren.


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