BP: Fokus auf Schuldenabbau nach Gewinneinbruch im Geschäftsjahr 2025!

BP verzeichnet für das Geschäftsjahr 2025 einen Rückgang des Gewinns auf 7,5 Mrd. USD. Als Reaktion auf dieses Ergebnis beendet der Konzern unter der Leitung der Interims-CEO Carol Howle die Aktienrückkäufe und fokussiert die Reduktion der Schulden. So soll die Bilanz für die künftige CEO Meg O’Neill, die im April 2026 übernehmen wird, bereinigt werden. Diese harte strategische Weichenstellung ist eine direkte Antwort auf die Marktbedingungen, die durch einen schwachen Ölpreis und massive Wertberichtigungen gekennzeichnet waren. Carol Howle kommentierte die Neuausrichtung wie folgt: "Wir ergreifen entschlossene Maßnahmen, um unser Portfolio hochwertiger zu gestalten und unser Unternehmen zu stärken, einschließlich der Entscheidung, den Aktienrückkauf auszusetzen. Dies schafft eine robuste Basis für die Zukunft."

Eine Rekordverfügbarkeit der Raffinerien sichert die operative Basis in volatilen Zeiten

Um die operative Basis in diesem herausfordernden Umfeld zu sichern, treibt BP die Optimierung seines Portfolios voran. Die technische Effizienz der Kernsparte bildete dabei das Rückgrat der Versorgung im vergangenen Jahr, wobei die Verfügbarkeit der Anlagen auf hohem Niveau stabilisiert werden konnte. Gleichzeitig wurden strategische Weichenstellungen vorgenommen, um das Unternehmen widerstandsfähiger gegen Preisschwankungen fossiler Träger zu machen. Der Fokus liegt hierbei auf einer strikten Investitionsdisziplin, bei der Wachstumsprojekte nun noch härter gegen die Notwendigkeit der Bilanzstärkung abgewogen werden, um die Nettoverschuldung weiter in Richtung 22 Mrd. USD zu drücken.

Desinvestitionen bei Castrol und Integration der Bioenergie stärken das Portfolio

Das Jahr 2025 stand im Zeichen der Portfoliobereinigung und Fokussierung. Ein wesentlicher Schritt dabei ist der geplante Verkauf einer 65%-Beteiligung an der Schmierstoffsparte Castrol, der voraussichtlich rund 6 Mrd. USD in die Kassen spülen wird. Auf der Seite der neuen Energien vollzog der Konzern mit der vollständigen Integration von bp bioenergy einen entscheidenden Schritt: Durch die Konsolidierung des ehemaligen Joint Ventures Bunge Bioenergia verfügt BP nun über eine eigenständige, skalierbare Plattform für Bio-Produkte. Flankiert wird dies durch den fortgesetzten Ausbau der Ladeinfrastruktur sowie Wasserstoff-Projekte, die das Portfolio jenseits der klassischen Kohlenwasserstoffe diversifizieren. Mit Hilfe dieser Wachstumsprojekte sowie durch ein diszipliniertes Investieren soll die Nettoverschuldung weiter in Richtung 22 Mrd. USD gedrückt werden.

Milliardenabschreibungen im Gassegment senken den Quartalsgewinn auf 1,5 Mrd. USD

Die Geschäftszahlen verdeutlichen den finanziellen Druck, unter dem der Konzern steht. Der Gewinn von 7,5 Mrd. USD im Gesamtjahr 2025 stellt einen deutlichen Rückgang gegenüber den 8,9 Mrd. USD des Vorjahres 2024 dar. Besonders das 4. Quartal 2025 fiel mit einem Gewinn von lediglich 1,5 Mrd. USD schwach aus. Maßgeblich belastet wurde das Ergebnis durch massive Wertminderungen in Höhe von 4,3 Mrd. USD, die primär das Segment Gas und kohlenstoffarme Energien betrafen. Trotz eines weiterhin soliden operativen Cashflows fließen die Mittel nun vorrangig in die Bilanzsanierung. Finanzvorstand Kate Thomson ordnete diesen Schritt nüchtern ein: "Diese Entscheidung schafft eine starke Plattform, um mit Disziplin in unsere markanten Möglichkeiten im Öl- und Gassektor zu investieren."

Die Senkung der Investitionen markiert eine bemerkenswerte Zäsur zugunsten der Substanzsicherung

Das Geschäftsjahr 2025 markiert mit der Aussetzung der Aktienrückkäufe eine deutliche Zäsur in der Kapitalallokation, da die liquiden Mittel nun primär in den Abbau der Verbindlichkeiten und nicht in die Aktionärsvergütung fließen. Angesichts der hohen Abschreibungen von 4,3 Mrd. USD und eines Gewinneinbruchs im 4. Quartal beweist das Management Realismus statt Zweckoptimismus. Die Senkung der Investitionsausgaben zeigt zudem unmissverständlich, dass die Substanzsicherung in einem Umfeld sinkender Margen absolute Vorfahrt vor neuen Wachstumsfantasien genießt.


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