Bytedance: Milliardenoffensive für KI-Chips treibt Nachfrage nach NVIDIA-GPUs!
Der chinesische Technologiekonzern Bytedance erhöht seine Investitionen in KI-Infrastruktur deutlich. Nach Recherchen der Financial Times plant der Eigentümer der Videoplattform TikTok für das Jahr 2026 Ausgaben von rund 160 Mrd. Yuan (19 Mrd. Euro). Der Schwerpunkt liegt auf Rechenzentren und Hochleistungschips. Somit zählt Bytedance zu den investitionsstärksten privaten KI-Akteuren Chinas. Für NVIDIA ergeben sich daraus konkrete Absatz- und Erlösperspektiven in Milliardenhöhe.
Die Hälfte der Investitionen ist für fortschrittliche KI-Modelle vorgesehen
Mit dem geplanten Budget würde Bytedance seine KI-Ausgaben erneut vermehren. Bereits 2025 investierte der Konzern rund 150 Mrd. Yuan (18 Mrd. Euro) in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Der Anstieg setzt damit auf einem bereits hohen Niveau auf. Rund die Hälfte der Investitionen soll laut dem Bericht in fortschrittliche Halbleiter fließen, die für das Training und den Betrieb moderner KI-Modelle benötigt werden. Allein für KI-Prozessoren sind etwa 85 Mrd. Yuan (10 Mrd. Euro) vorgesehen. Bemerkenswert ist diese Planung angesichts der anhaltenden Unsicherheit darüber, in welchem Umfang chinesische Konzerne weiterhin Zugang zu Chips von NVIDIA erhalten.
Für NVIDIA ist Bytedance ein Kunde mit Langfristperspektive
Für NVIDIA ist Bytedance ein Kunde mit strategischer Tiefe. Der Aufbau großskaliger KI-Infrastruktur erzeugt nicht nur eine einmalige Nachfrage, sondern strukturellen Folgebedarf. KI-Modelle müssen regelmäßig nachtrainiert, erweitert und effizienter gestaltet werden. Daraus ergeben sich wiederkehrende Bestellungen für zusätzliche GPUs sowie für Ersatz- und Upgrade-Zyklen. Gleichzeitig sind viele KI-Frameworks, Trainingspipelines und Optimierungstools eng an die CUDA-Architektur von NVIDIA gekoppelt. Ein Wechsel zu alternativen Chiparchitekturen würde für Bytedance erhebliche technische und wirtschaftliche Reibungsverluste verursachen.
Bytedance plant größere Bestellungen des H200-Prozessors
Zusätzliche Relevanz erhält diese Nachfrage durch regulatorische Entwicklungen in den USA. US-Präsident Donald Trump hat jüngst das Verkaufsverbot für den NVIDIA-H200-Prozessor aufgehoben. Der Chip ist weniger leistungsfähig als die Spitzenmodelle des Konzerns, deckt jedoch einen Großteil kommerzieller KI-Anwendungen ab. Laut dem FT-Bericht beabsichtigen Bytedance und andere chinesische Technologiekonzerne, größere Mengen dieses Prozessors zu ordern.
Nur wenige chinesische Konzerne können eine vergleichbare KI-Infrastruktur wie Bytedance aufbauen
Im internationalen Vergleich bleibt Bytedance zwar hinter den US-Technologiekonzernen zurück. Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta haben allein in diesem Jahr zusammen mehr als 300 Mrd. USD in KI-Rechenzentren investiert. Innerhalb Chinas gehört Bytedance jedoch zu den wenigen Unternehmen, die finanziell und organisatorisch in der Lage sind, eine vergleichbare Infrastrukturstrategie umzusetzen. Für NVIDIA ist das angesichts eingeschränkter Marktzugänge von besonderer Bedeutung.
Der H200-Prozessor ist für Bytedance-Anwendungen ideal geeignet
Bytedance arbeitet derzeit an offenen KI-Modellen, an großskaligen Empfehlungssystemen sowie an KI-gestützter Content-Generierung und -Moderation für TikTok und angeschlossene Plattformen. Diese Anwendungen sind rechenintensiv, erfordern aber keine absolute Spitzenhardware. Damit passen sie technisch gut zum Leistungsprofil des H200-Prozessors. Zwar liegen Bytedances offene Modelle bei der reinen Modellleistung hinter Wettbewerbern wie Alibaba und Deepseek, doch laut Goldman Sachs zählen die KI-Dienste des Konzerns zu den meistverwendeten in China. Die hohe Nutzung führt zu steigender Inferenzlast und damit zu einem dauerhaftem Bedarf an GPU-Kapazitäten.
Bytedance rechnet für 2025 mit einem Gewinn von 50 Mrd. USD
Bytedance steuert 2025 auf einen Gewinn von rund 50 Mrd. USD zu, nachdem in den ersten drei Quartalen bereits etwa 40 Mrd. USD Nettogewinn erzielt wurden. Der Umsatz soll im Gesamtjahr rund 186 Mrd. USD erreichen. Dies entspricht einem Wachstum von rund 20 %.
Fazit
Bytedance baut seine KI-Infrastruktur mit eindeutig definierten Budgets und konkretem Hardwarefokus aus. Für NVIDIA entsteht daraus eine planbare Nachfrage nach GPUs, eine stärkere technologische Bindung und Zugang zu einem der wenigen chinesischen Großinvestoren im KI-Sektor. Der Wert liegt demgemäß nicht im einzelnen Auftrag, sondern in der langfristigen Verankerung im chinesischen KI-Ökosystem.
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