Cintas will UniFirst unbedingt und bietet nun 5,2 Mrd. USD! Doch eine Familie hält den Deal in der Hand!
Cintas (i)(CTAS) greift erneut nach dem Rivalen UniFirst und legt ein wuchtiges Barangebot von 275 USD je Aktie vor mit sattem Aufschlag und hoher Transaktionssicherheit. Strategisch wäre der Deal ein perfekter Fit, doch ob es wirklich zum Zusammenschluss kommt, entscheidet am Ende weniger die Logik des Marktes als die aktuellen Machtverhältnisse bei UniFirst.
Saubere Geschäfte, starke Margen - Wofür Cintas steht
Die Cintas Corporation ist einer der weltweit führenden Anbieter von Berufsbekleidung und betrieblichen Dienstleistungen. Das Unternehmen stattet Kunden mit Miet- und Servicekonzepten für Arbeitskleidung aus und ergänzt dieses Kerngeschäft durch Fußmatten, Reinigungs- und Hygienelösungen, Erste-Hilfe- und Sicherheitsprodukte sowie Brand- und Arbeitsschutzdienstleistungen. Das Geschäftsmodell ist stark routenbasiert, wiederkehrend und äußerst planbar. Cintas beliefert regelmäßig über eine Mio. Geschäftskunden in Nordamerika, was für stabile Umsätze, hohe Kundenbindung und attraktive Margen sorgt. Genau diese Kombination aus Skaleneffekten, Service-Dichte und Preissetzungsmacht macht Cintas an der Börse seit Jahren zu einem der Premium-Werte im Industriesektor.
Das neue Angebot - 275 USD je Aktie in bar
Am 22. Dezember 2025 hat Cintas ein erneutes Übernahmeangebot für den Wettbewerber UniFirst Corporation vorgelegt. Geboten werden 275 USD je Aktie in bar für sämtliche Stamm- und B-Aktien, was einem Gesamtwert von rund 5,2 Mrd. USD entspricht. Der Preis beinhaltet einen Aufschlag von 64 % auf den 90-Tage-Durchschnittskurs der UniFirst-Aktie. Cintas betont die hohe Transaktionssicherheit. Das Angebot ist nicht an eine Finanzierung gebunden, erfordert keine Zustimmung der eigenen Aktionäre und enthält sogar eine Break-up-Gebühr von 350 Mio. USD, falls die Übernahme aus kartellrechtlichen Gründen scheitern sollte. Aus Sicht von Cintas ist der Weg zur Genehmigung vorbereitet, regulatorische Gutachten liegen vor, und man signalisiert klaren Abschlusswillen.
Warum UniFirst strategisch perfekt passt
Industriell betrachtet wäre UniFirst eine nahezu ideale Ergänzung. Beide Unternehmen sind im selben Markt aktiv, mit ähnlichen Kunden, vergleichbaren Servicekonzepten und routenbasierten Logistikstrukturen. Durch einen Zusammenschluss ließen sich die Routendichte erhöhen, Verarbeitungskapazitäten bündeln und Kosten senken, während Kunden von einem dichteren Servicenetz profitieren würden. Cintas argumentiert zudem, dass die kombinierte Größe notwendig sei, um sich gegen zunehmend kapitalstarke Wettbewerber zu behaupten, die massiv in Logistik und Services für die letzte Meile investieren. UniFirst würde das bestehende Cintas-Modell nicht verändern, sondern verstärken.
Ein alter Traum - Nicht der erste Anlauf
Der aktuelle Vorstoß ist allerdings nicht der erste Übernahmeversuch. Bereits 2022 signalisierte Cintas erstmals Interesse an UniFirst, damals zu einem Preis von rund 255 USD je Aktie. Auch Anfang 2025 wurde erneut ein Anlauf unternommen, der jedoch vom UniFirst-Board abgelehnt wurde. Seitdem ist die Cintas-Aktie leicht gestiegen, während UniFirst deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurückblieb. Cintas nutzt diese Entwicklung nun offensiv als Argument. Aktionäre hätten durch einen früheren Deal erheblich profitieren können, während sich der eigenständige Kurs von UniFirst weniger dynamisch entwickelt habe.
Skepsis am Markt - Warum Analysten zweifeln
Trotz des attraktiven Aufschlags sind viele Analysten skeptisch, ob es diesmal tatsächlich zum Abschluss kommt. Der entscheidende Punkt ist die Kontrollstruktur bei UniFirst. Die Familie Croatti, Gründer- und Mehrheitsaktionär über die B-Aktien, hat faktisch das letzte Wort. Analysten, unter anderem von RBC, halten es für unwahrscheinlich, dass die Familie dem Verkauf zustimmt, selbst bei dem deutlich erhöhten Preis. Zwar erhöhen aktivistische Investoren zuletzt den Druck auf das UniFirst-Management, doch ohne das Einlenken der Familie gilt die Erfolgschance weiterhin als begrenzt. Der Markt preist daher eher ein langes Ringen als einen schnellen Durchbruch ein.
Starke Zahlen im Rücken - Cintas liefert operativ ab
Unabhängig vom Ausgang der Übernahmeverhandlungen steht Cintas operativ so stark da wie selten zuvor. Im 2. Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Umsatz um 9,3 % auf 2,80 Mrd. USD, getragen von solidem organischem Wachstum in allen Geschäftsbereichen. Besonders beeindruckend sind die Margen. Die Bruttomarge kletterte auf 50,4 %, die operative Marge erreichte mit 23,4 % ein Rekordhoch. Der Nettogewinn stieg auf 495 Mio. USD, der Gewinn je Aktie legte zweistellig zu. Gleichzeitig generiert Cintas kräftigen Cashflow und gibt Kapital konsequent über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück. Aufgrund dieser Entwicklung hat das Management die Prognose für Umsatz und Gewinn im Gesamtjahr 2026 erneut angehoben.
Logische Idee mit ungewissem Ausgang
Der erneute Übernahmeversuch von UniFirst ist strategisch gut begründet und finanziell solide unterlegt. Cintas hätte operativ, strukturell und wettbewerblich klare Vorteile von einem Zusammenschluss. Dennoch bleibt der Ausgang offen, denn die Entscheidung liegt weniger bei Marktlogik als bei der Familie Croatti. Unabhängig davon zeigt Cintas, dass das eigene Geschäftsmodell auch ohne große Akquisitionen hervorragend funktioniert. Für Anleger ist die UniFirst-Offerte daher weniger eine Wette auf den Deal selbst, sondern vielmehr ein Signal dafür, wie selbstbewusst und finanzstark Cintas inzwischen agiert.

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