Costco lässt die Muskeln spielen: Ein fulminanter Start in das Jahr 2026
Nach einem eher verhaltenen Vorjahr zeigt sich der US-Einzelhandelsriese Costco Wholesale im Jahr 2026 in Bestform. Die Aktie befindet sich auf einem Erholungskurs und konnte die Verluste aus 2025 bereits zu einem großen Teil wettmachen. Ein wesentlicher Treiber für diesen Optimismus sind die jüngsten Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal: Mit einem Gewinn von 4,58 USD pro Aktie übertraf das Unternehmen die Analystenschätzungen von 4,55 USD knapp, aber deutlich genug, um das Vertrauen der Anleger zu stärken. Auch beim Umsatz punktete Costco mit 69,6 Mrd. USD, was leicht über den Erwartungen der Experten lag.
Das Geheimnis des Erfolgs: Flächenbereinigtes Wachstum
Besonders beeindruckend ist die Dynamik bei den flächenbereinigten Umsätzen (Comparable-Store Sales). Während Analysten mit einem Plus von 6,3 % gerechnet hatten, lieferte Costco ein Wachstum von 6,7 %. Dieser Aufwärtstrend zeichnete sich bereits in den vergangenen Monaten ab: Nach einem soliden Dezember (+7,0 %) und Januar (+7,1 %) beschleunigte sich das Wachstum im Februar sogar auf 7,9 %. Diese Zahlen zerstreuen die Sorgen des letzten Jahres, als eine Wachstumsverlangsamung den Aktienkurs noch unter Druck gesetzt hatte. Für Experten wie Spencer Hanus von Wolfe Research ist das "Setup" für Costco derzeit sowohl kurz- als auch langfristig überzeugend, da Konsumenten in wirtschaftlich volatilen Zeiten verstärkt auf das bewährte Value-Modell des Discounters setzen.
Zoll-Rückerstattungen als potenzieller Bilanz-Booster
Ein spannendes Detail im aktuellen Quartalsbericht ist die juristische Auseinandersetzung um Importzölle. Costco hatte gegen die umfassenden Zölle der Trump-Administration geklagt, die unter dem International Emergency Economic Powers Act eingeführt worden waren. Da diese im Februar gerichtlich gekippt wurden, stehen dem Unternehmen nun signifikante Rückzahlungen in Aussicht. CEO Ron Vachris betonte jedoch die Komplexität der Lage: Durch die Überlagerung verschiedener Tarife sei es schwierig, den exakten Effekt auf einzelne Produkte zu beziffern. Dennoch versprach er, dass Costco Wege finden werde, diesen finanziellen Vorteil in Form von niedrigeren Preisen und besserem Mehrwert an die Kunden und Aktionäre weiterzugeben.
Die Achillesferse: Digitale Mitglieder und die Dividendenfrage
Trotz der Erfolgsmeldungen gibt es kleinere Baustellen, die die Wall Street genau beobachtet. Die weltweite Verlängerungsrate der Mitgliedschaften stagnierte bei 89,7 %. Hintergrund ist der wachsende Anteil an Online-Mitgliedern, die statistisch gesehen etwas seltener verlängern als klassische Lagerhaus-Kunden. Costco steuert hier bereits mit gezielten Marketingmaßnahmen gegen. Zudem warteten einige Investoren vergeblich auf die Ankündigung einer Sonderdividende. In der Vergangenheit hat Costco seine Aktionäre alle zwei bis drei Jahre mit Sonderausschüttungen belohnt, zuletzt mit 15 USD im Dezember 2023. Da dieser Rhythmus nun wieder erreicht ist, bleibt die Erwartungshaltung am Markt hoch, dass Costco seine starke Cash-Position bald für eine weitere Sonderzahlung nutzt.


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