Der grüne Riese schlägt zurück! Deere startet nach der Panikmache mit einem Kurssprung um 12 % durch!
Lange Zeit galten Landmaschinen-Aktien auf dem Parkett als unantastbar, aber im negativen Sinne. Doch Deere & Company (DE) hat den Spieß nun eindrucksvoll umgedreht. Statt der befürchteten Krise liefert der Konzern dank eines clever diversifizierten Geschäftsmodells Zahlen, die Analysten ins Staunen versetzen. Durch boomende Verkäufe bei Baumaschinen, millionenschwere Aktienrückkäufe und einen klaren Fokus auf Automatisierung hat das Unternehmen die Bären an der Wall Street in die Flucht geschlagen und bläst nun zur Aufholjagd.
Vom Blümchen zum Börsenstar - Comeback der Landmaschinen
Deere & Company, weltweit bekannt unter der Kernmarke John Deere, ist ein Gigant in der Herstellung von landwirtschaftlichen Maschinen, Geräten zur Rasenpflege sowie Bau- und Forstmaschinen. Lange Zeit mieden Investoren Landmaschinenhersteller aus Sorge vor sinkenden Bauerneinkommen und einem abflauenden Agrarzyklus, bedingt durch niedrige Preise für Agrarrohstoffe wie Mais und Sojabohnen. Doch Deere hat mit einem extrem widerstandsfähigen, breit aufgestellten Geschäftsmodell die Pessimisten an der Wall Street eindrucksvoll eines Besseren belehrt.
Überraschungscoup - Zahlen beflügeln die Aktie
Die Ergebnisse für das 1. Geschäftsquartal schlugen an der Börse ein wie eine Bombe und ließen die Deere-Aktie um fast 12 % auf ein neues 52-Wochen-Hoch in die Höhe schnellen. Der weltweite Nettoumsatz stieg um beachtliche 13 % auf 9,61 Mrd. USD. Besonders der wichtige reine Maschinenumsatz übertraf mit 8,0 Mrd. USD die Analystenschätzungen von 7,6 Mrd. USD deutlich. Der Nettogewinn lag bei 656 Mio. USD beziehungsweise 2,42 USD je Aktie. Das ist zwar weniger als im extrem starken Vorjahresquartal mit 3,19 USD, übertraf aber die düsteren Wall-Street-Prognosen von rund 2,02 USD bei Weitem. Das positive Momentum an der Börse resultiert aus sich kontinuierlich füllenden Auftragsbüchern und der Erkenntnis, dass sich die Verkäufe deutlich robuster halten als von vielen Marktteilnehmern befürchtet.
Die Zugpferde - Bauwesen und Kleinmaschinen glänzen
Deere konnte Schwächen durch Zölle und Garantiekosten und den damit resultierenden Gewinneinbruch von 59 % im Großmaschinengeschäft perfekt ausgleichen. Das Segment Kleinlandwirtschaft & Rasenpflege verzeichnete einen Gewinnsprung von 58 %. Der absolute Wachstumstreiber war jedoch die Bau- und Forstwirtschaft. Dank starker Flotteninvestitionen der Kunden stieg der Umsatz hier um 34 %, während sich der Gewinn mit einem Plus von 111 % mehr als verdoppelte.
Management-Fokus - Aktionärswerte und Hightech-Zukäufe
Das Führungsteam rund um CEO John May zeigte sich hochzufrieden und schüttete im Quartal fast 750 Mio. USD über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Investoren aus. Strategisch setzt Deere massiv auf Technologie. Die Übernahme des finnischen Spezialisten Risutec Oy automatisiert die gefährliche, manuelle Baumpflanzung in der Forstwirtschaft. Die neuen Maschinen lassen sich nahtlos mit Deeres Software vernetzen, was die Produktivität der Kunden massiv steigert.
Prognose angehoben - Der zyklische Tiefpunkt ist erreicht
Der Ausblick sorgte für Erleichterung. Deere hob die Nettogewinnprognose für 2026 deutlich auf 4,5 bis 5,0 Mrd. USD an. Ein erwarteter Absatzrückgang bei Großmaschinen soll durch ein starkes Wachstum von rund 15 % bei Klein- und Baumaschinen überkompensiert werden. Da die Händler ihre Lagerbestände teils um 40 % abgebaut haben, ist der Weg frei für lukrative Neubestellungen. Hohe Zollbelastungen von 1,2 Mrd. USD fängt das Unternehmen durch kluge Preise und Kosteneffizienz ab.
Der grüne Riese pflügt sich zurück auf die Erfolgsspur
Deere hat eindrucksvoll gezeigt, dass man auch in einem schwierigen Marktumfeld dank eines gut diversifizierten Portfolios und eiserner Kostendisziplin hervorragende Ergebnisse liefern kann. Die Panik der letzten Monate scheint übertrieben gewesen zu sein, und die Anleger preisen nun eine zyklische Wende ein, die dem Unternehmen in den kommenden Jahren ein beschleunigtes Wachstum bescheren könnte. Die Aktie hat ihren historischen Tiefpunkt im aktuellen Zyklus wohl hinter sich gelassen.


Die Grafik nimmt alle wichtigen Highlights der Geschäftszahlen des 1. Quartals 2026 auf und vergleicht die einzelnen Segmente miteinander. Außerdem skizziert sie die Prognosen für die kommenden Quartale.
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