DHL Group wächst trotz globaler Herausforderungen – Sparprogramm und Dividendenkontinuität im Fokus
Inmitten globaler wirtschaftlicher Herausforderungen konnte die DHL Group im vergangenen Geschäftsjahr ein Wachstum verzeichnen. Mit dem Programm "Fit for Growth" soll zudem die Kostenbasis um mehr als 1 Mrd. Euro optimiert werden. Das konzernweite Programm ist Teil der Strategie 2030 und zielt darauf ab, das Unternehmen effizienter aufzustellen und zu verschlanken. Zahlreiche Maßnahmen sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 ihre volle Wirkung entfalten – im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland ist im laufenden Jahr ein sozialverträglicher Abbau von etwa 8.000 Stellen geplant. Das Unternehmen beabsichtigt, Wachstumschancen durch gezielte konzernweite und divisionale Initiativen zu nutzen.
Im Bereich "Bodentransport und Sortierung" strebt die DHL Group eine Verbesserung der operativen Abläufe von Express in Europa und den USA an, beispielsweise durch die Konsolidierung von Zustellungen in ländlichen Gebieten und Anpassungen bei der Zusammenarbeit mit Servicepartner. In der Präsentation zur Bilanzpressekonferenz werden auch Themen wie Standardisierung, Automatisierung und Robotik hervorgehoben. Auch in den Bereichen Flugverkehr, Luftfracht und Support-Funktionen sind Kosteneinsparungen und Verbesserungen vorgesehen.
Umsatz und Ergebnis verzeichnen im Schlussquartal deutliche Zuwächse
Der Konzernumsatz kletterte im Gesamtjahr um 3 % auf 84,2 Mrd. Euro. Allerdings fielen sowohl das EBIT als auch der Free Cashflow geringer aus als im Vorjahr. Das operative Ergebnis schrumpfte erwartungsgemäß um 7,2 % auf 5,9 Mrd. Euro, wobei die DHL Group betont, dass der Wert deutlich über dem Vor-Pandemie-Niveau von 2019 (4,1 Mrd. Euro) liegt. Im Schlussquartal konnte neben einem Umsatzwachstum auch ein starkes Ergebnisplus verzeichnet werden: Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 6,4 % auf 22,7 Mrd. Euro, während das EBIT um 12,9 % auf 1,9 Mrd. Euro zulegte.
Fokus auf Dividendenkontinuität und Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms
Ein zentraler Fokus liegt weiterhin auf der Dividendenkontinuität. Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung eine stabile Dividende von 1,85 Euro je Aktie vorzuschlagen, was einer Ausschüttungsquote von 64 % entsprechen würde. Darüber hinaus hat der Vorstand beschlossen, das 2022 gestartete Aktienrückkaufprogramm um 2 Mrd. Euro auf insgesamt bis zu 6 Mrd. Euro aufzustocken und bis 2026 zu verlängern.
Melanie Kreis, CFO der DHL Group, bezeichnet das Unternehmen als eine attraktive Investition und verweist in diesem Zusammenhang auf den Dividendenvorschlag und das erweiterte Aktienrückkaufprogramm. Zudem verfüge der Konzern über eine starke Bilanz und eine hohe finanzielle Leistungsfähigkeit, kommentiert Kreis.
Prognose für 2025: Trotz unsicherem Umfeld wird ein geringes Ergebniswachstum erwartet
Für das Jahr 2025 prognostiziert die DHL Group eine Rückkehr zum Ergebniswachstum - das Ergebnis dürfte allerdings nur in einem geringen Maße ansteigen. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem gedämpften makroökonomischen Umfeld. Das operative Ergebnis soll sich im Gesamtjahr auf mindestens 6 Mrd. Euro belaufen, während der Free Cashflow (ohne M&A) bei rund 3 Mrd. Euro erwartet wird – das würde dem Niveau von 2024 entsprechen. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass der Ausblick keine potenziellen Effekte aus Änderungen in der Zoll- und Handelspolitik berücksichtige – mögliche Auswirkungen könnten sowohl erheblich negativ als auch positiv ausfallen, so der Konzern.
Die Anleger haben die Zahlen positiv aufgefasst und am Donnerstag (06.03) bei der Deutsche Post-Aktie zugegriffen.
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