Eli Lilly: 2,75-Mrd.-USD-Deal sichert KI-Wirkstoffe der nächsten Generation!
Eli Lilly baut sein Portfolio im Bereich der KI-gestützten Wirkstoffforschung durch eine bis zu 2,75 Mrd. USD schwere Vereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Insilico Medicine aus. Der US-Pharmakonzern erwirbt damit die weltweiten Vermarktungsrechte an Medikamenten, die vollständig durch künstliche Intelligenz entwickelt wurden. In der Vertragsstruktur ist eine initiale Vorabzahlung von 115 Mio. USD an das in Hongkong gelistete Unternehmen vorgesehen. Die verbleibenden Zahlungen sollen fließen, wenn spezifische regulatorische und kommerzielle Meilensteine erreicht werden.
Die bestehende Software-Kooperation weitet sich zu einer tiefgreifenden Forschungspartnerschaft aus
Die Wurzeln dieser strategischen Allianz reichen bis ins Jahr 2023 zurück, als beide Parteien erstmals ein Lizenzabkommen für KI-Software unterzeichneten. Dass die operative Zusammenarbeit reibungslos verläuft, bestätigte Andrew Adams, Vice President für Molekülentdeckung bei Eli Lilly. Der Manager erklärte, dass die Kooperation es erlaube, neue Wirkmechanismen zu erforschen und die Identifikation aussichtsreicher therapeutischer Kandidaten über verschiedenste Krankheitsbereiche hinweg zu beschleunigen. Er bezeichnete die KI-gestützte Forschung des Partners als eine hochwirksame Ergänzung zur hauseigenen klinischen Entwicklung von Lilly. Auch Insilico-CEO Alex Zhavoronkov unterstrich die fachliche Tiefe des Partners und merkte an, dass Eli Lilly in bestimmten KI-Disziplinen überlegen sei, da der Konzern Biologie, Chemie und Automatisierung unter einem Dach vereint habe. Als Teil der neuen Vereinbarung wird Insilico zudem in das Gateway-Labs-Netzwerk von Lilly für Biotech-Entwicklung aufgenommen.
Die Algorithmen aus Nordamerika und dem Nahen Osten beschleunigen die präklinischen Tests in China
Insilico, deren Aktienkurs seit dem Börsengang im Dezember 2025 um mehr als 50 % gestiegen ist, hat durch generative KI-Tools bereits 28 Präparate entworfen, von denen sich laut Zhavoronkov fast die Hälfte im klinischen Stadium befindet. Während die Algorithmen in Kanada und dem Nahen Osten trainiert werden, findet die präklinische Entwicklung der Medikamente auf Basis dieser KI-Forschung in China statt. Die Technologie reduziert dabei die reinen Forschungszeiten und synthetisiert Moleküle nachweislich schneller als traditionelle Verfahren. Dass Eli Lilly auch den chinesischen Markt trotz eines dortigen Umsatzanteils von zuletzt knapp unter 3 % strategisch ausbaut, zeigte der jüngste Besuch von CEO David A. Ricks in Peking, kurz nachdem der Konzern Investitionen in Höhe von 3 Mrd. USD in China für das kommende Jahrzehnt angekündigt hatte.
Zukäufe wie Orna Therapeutics und neue Zulassungen flankieren das florierende Geschäft mit Abnehmspritzen
Parallel zu den KI-Zukäufen forciert Eli Lilly die Erweiterung seiner klinischen Pipeline und den Markteintritt neuer Produkte. Neben den umsatzstarken Blockbustern Mounjaro zur Diabetesbehandlung und Zepbound zur Gewichtsreduktion verzeichnet das Unternehmen aktuelle Markterfolge mit dem neu zugelassenen Alzheimer-Medikament Kisunla sowie den Immunologie-Präparaten Ebglyss und Omvoh. Um die technologische Basis weiter zu stärken, kündigte der Konzern Anfang 2026 die Übernahme des Biotech-Unternehmens Orna Therapeutics für 2,4 Mrd. USD an, wodurch man sich Zugang zu innovativer zirkulärer RNA-Technologie verschafft. Gleichzeitig wurde der orale GLP-1-Kandidat Orforglipron zur Zulassung eingereicht und ein spezialisiertes KI-Labor in Zusammenarbeit mit NVIDIA etabliert.
Ein enormer Gewinnsprung im 4. Quartal 2025 liefert die finanzielle Basis für die aktuellen Milliardeninvestitionen
Im 4. Quartal 2025 stieg Eli Lillys weltweiter Umsatz im Jahresvergleich um 43 % auf 19,3 Mrd. USD, was in erster Linie auf das Volumenwachstum bei Mounjaro mit Einnahmen von 7,4 Mrd. USD und Zepbound mit 4,26 Mrd. USD zurückzuführen ist. Der Nettogewinn kletterte im selben Zeitraum um 41 % auf 6,8 Mrd. USD. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 verbuchte Eli Lilly einen Gesamtumsatz von 65,2 Mrd. USD und prognostiziert für das Jahr 2026 eine weitere Umsatzsteigerung auf eine Spanne von 80 Mrd. USD bis 83 Mrd. USD.
Die Reinvestition der Cashflows aus dem Inkretin-Geschäft verkürzt künftige Entwicklungszyklen erheblich
Die 2,75-Mrd.-USD-Vereinbarung mit Insilico belegt exemplarisch die derzeitige Kapitalallokationsstrategie von Eli Lilly. Der Konzern nutzt die hohen liquiden Mittel aus dem Verkauf seiner stark nachgefragten Inkretin-Mimetika, um externe Forschungskapazitäten im Bereich der künstlichen Intelligenz in die eigene Pipeline zu integrieren. Dieser Ansatz ist darauf fokussiert, die durchschnittlichen Entwicklungszeiten sowie die Forschungs- und Entwicklungskosten für neue Wirkstoffe messbar zu senken und das zukünftige Produktportfolio durch algorithmengestützte Molekülentdeckung breiter aufzustellen.
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