Ericsson: Aktienrückkauf über 1,4 Mrd. Euro nach starkem Quartalsgewinn!
Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson hat die Finanzmärkte mit einem überraschend positiven Abschluss des Geschäftsjahres 2025 überzeugt. Der Konzern legte Zahlen vor, die deutlich über den durchschnittlichen Prognosen der Analysten lagen, obwohl des globale Marktumfeld von einer relativen Investitionszurückhaltung im 5G-Mobilfunksektor geprägt ist. Untermauert wird diese operative Resilienz durch ein massives Kapitalrückführungsprogramm: Das Management kündigte an, bis zum Jahr 2027 eigene Aktien im Volumen von rund 15 Mrd. Schwedischen Kronen (ca. 1,4 Mrd. Euro) zurückzukaufen. Der Startschuss für diese umfangreiche Maßnahme soll unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichts für das 1. Quartal fallen.
Die Streichung von 1.600 Stellen im schwedischen Heimatmarkt soll finanziellen Spielraum für strategische Investitionen schaffen
Konzernchef Börje Ekholm treibt den strategischen Umbau des Unternehmens konsequent voran, um der schwächelnden Nachfrage im klassischen Mobilfunkgeschäft mit gesteigerter Effizienz zu begegnen. Erst Anfang des Monats hatte Ericsson die Streichung von 1.600 Stellen im schwedischen Heimatmarkt bekanntgegeben. Dies ist ein drastischer Schritt, der die Entschlossenheit zur Kostendisziplin unter Beweis stellen soll. Die Maßnahmen zeigen bereits Wirkung in der Bilanzstruktur. Das Management betonte, dass die operative Hebelwirkung und die strikte Kostenkontrolle es ermöglichten, trotz eines volatilen Marktes eine starke Cashflow-Generierung zu sichern.
Ericsson verlagert den Fokus auf 5G Advanced sowie programmierbare Netzwerkschnittstellen
Technologisch setzt Ericsson verstärkt auf die Diversifizierung in hochmargige Software- und Enterprise-Lösungen sowie die Weiterentwicklung der Netzwerkinfrastruktur. Zu den neuesten Entwicklungen zählen Lösungen für "5G Advanced", die eine präzise Ortung und höhere Energieeffizienz für missionskritische Anwendungen in der Industrie ermöglichen. Parallel dazu treibt der Konzern die Öffnung der Netze über programmierbare Schnittstellen (Network APIs) voran. Auf diesem Feld nimmt Ericsson durch strategische Partnerschaften und die Einführung von Open-RAN-Technologien eine globale Vorreiterrolle ein. Auch im Bereich "Private 5G" konnten Erfolge verbucht werden, wie die zunehmende Vernetzung von industriellen Großgeräten im Bergbau- und Logistiksektor zeigt. Diese Verschiebung vom reinen Hardware-Verkauf hin zu softwarebasierten Plattformen soll die Abhängigkeit von zyklischen Investitionswellen der Telekommunikationsanbieter verringern.
Ein operativer Gewinn von 12,3 Milliarden Kronen ermöglicht eine Dividende von 3,00 Kronen
Die Geschäftszahlen für das 4. Quartal 2025 spiegeln diese strategischen und operativen Fortschritte wider. Während Analysten im Vorfeld lediglich mit einem operativen Ergebnis von 10,09 Mrd. SEK gerechnet hatten, meldete Ericsson ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern ohne Restrukturierungskosten von 12,26 Mrd. SEK (rund 1,15 Mrd. Euro). Der Konzernumsatz zeigte sich mit 69,3 Mrd. SEK (ca. 6,36 Mrd. Euro) robust, was einem organischen Wachstum von 6 % entspricht. Besonders das Segment der Cloud-Software trug positiv zur Entwicklung bei. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 8,6 Mrd. SEK (ca. 0,79 Mrd. Euro). Auf Basis dieser soliden Ertragslage plant der Vorstand, der Hauptversammlung eine Dividende von 3,00 SEK (ca. 0,28 Euro) je Aktie vorzuschlagen.
Der erfolgreiche Wandel hin zu Enterprise-Lösungen und eine prall gefüllte Kasse heben den Konzern vom direkten Konkurrenten Nokia ab
Ericsson liefert mit diesem Quartalsbericht den Beleg, dass der Konzern auch in einer zyklischen Schwächephase profitabel wirtschaften kann. Die Kombination aus einem robusten organischen Umsatzwachstum, der Stabilisierung der Margen und dem 15 Mrd. SEK (1,4 Mrd. Euro) schweren Aktienrückkauf signalisiert Investoren, dass die Talsohle durchschritten sein dürfte. Anders als der Wettbewerber Nokia, der in Teilen stärker mit der Marktsättigung kämpft, gelingt Ericsson durch den Fokus auf "Programmable Networks" und Enterprise-Lösungen offenbar die nötige Transformation des Geschäftsmodells. Mit einer soliden Netto-Cash-Position ist das Unternehmen zudem bestens gerüstet, um künftige Technologiezyklen aktiv zu gestalten.
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