Hermès trotzt dem Markttrend: Ein Rekordjahr im Zeichen der Exklusivität
Hermès (i) hat am 12.02.2026 seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vorgelegt und damit erneut seine Ausnahmestellung im globalen Luxusgütermarkt unter Beweis gestellt. Während weite Teile der Branche mit einer spürbaren Abkühlung der Nachfrage kämpfen, präsentierte das französische Traditionshaus ein robustes Wachstum. Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde die Umsatzschwelle von 16 Mrd. Euro überschritten, was die ungebrochene Strahlkraft der Marke in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld verdeutlicht.
Finanzielle Kerndaten und operative Exzellenz
Das Geschäftsjahr 2025 schloss Hermès mit einem konsolidierten Umsatz von 16,002 Mrd. Euro ab. Dies entspricht einer Steigerung von 5,5 % zu aktuellen Wechselkursen, währungsbereinigt lag das Wachstum sogar bei beeindruckenden 8,9 %. Besonders bemerkenswert ist die Profitabilität des Konzerns: Das laufende operative Ergebnis kletterte um 6,8 % auf 6,569 Mrd. Euro.
Daraus resultiert eine neue Rekordmarke bei der operativen Marge, die nun 41 % beträgt (Vorjahr: 40,5 %). Dieser Wert unterstreicht die enorme Preissetzungsmacht des Unternehmens, das gestiegene Kosten ohne Margenverlust an die Kunden weitergeben kann. Der Konzerngewinn ging zwar nominell leicht um 1,7 % auf 4,524 Mrd. Euro zurück, dies ist jedoch ausschließlich auf einen steuerlichen Sondereffekt in Frankreich zurückzuführen. Bereinigt um diese Einmalbelastung wäre auch der Nettogewinn gewachsen.
Globale Wachstumsmotoren: Japan und Amerika gleichen China aus
Bei der regionalen Betrachtung zeigt sich, wie geschickt Hermès die weltweiten Marktverschiebungen ausbalanciert hat. Zwar verlangsamte sich das Wachstum in der Region Asien-Pazifik (ohne Japan) auf 5 %, was die anhaltende Konsumzurückhaltung in China widerspiegelt, doch konnte dieser Dämpfer durch dynamische Entwicklungen in anderen Märkten mehr als kompensiert werden.
Als absoluter Spitzenreiter erwies sich Japan mit einem Umsatzsprung von 14 %, gefolgt vom Mittleren Osten mit 15 % Wachstum. Auch der amerikanische Markt zeigte sich mit einem Plus von 12 % äußerst vital, was die hohe Nachfrage nach klassischen Luxusgütern in den USA bestätigt. Europa, inklusive des Heimatmarktes Frankreich, trug mit einem soliden Anstieg von 10 % ebenfalls verlässlich zum Gesamterfolg bei.
Divergenz der Sparten: Das Leder regiert
Ein Blick auf die einzelnen Geschäftsbereiche offenbart eine klare Trennung zwischen dem absoluten Spitzenluxus und den Einstiegspreislagen. Das Herzstück des Unternehmens, die Sparte "Lederwaren und Reitsport", fungierte erneut als das zentrale Zugpferd. Mit einem währungsbereinigten Wachstum von 13 % und einem Umsatz von über 7 Mrd. Euro macht dieser Bereich nun rund 44 % der Gesamterlöse aus. Da die Nachfrage das Angebot weiterhin übersteigt, investiert Hermès konsequent in den Ausbau neuer Manufakturen in Frankreich.
Auch die Bereiche Schmuck und Wohnen (+11,2 %) sowie Kleidung und Accessoires (+6,1 %) entwickelten sich positiv. Im Gegensatz dazu mussten die eher zugänglichen Kategorien Federn lassen: Das Segment Parfum und Kosmetik verzeichnete einen Umsatzrückgang von rund 8 %, und auch die Uhrensparte schrumpfte leicht um 1,5 %. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Kunden in wirtschaftlich unsicheren Zeiten auf die wertbeständigsten "Hard Luxury"-Produkte konzentrieren.
Exklusivität zahlt sich aus: Hermès beteiligt Aktionäre und Mitarbeiter am Milliarden-Erfolg
Die finanzielle Stärke von Hermès spiegelt sich auch in der Bilanz wider: Die Netto-Cash-Position wuchs auf massive 12,2 Mrd. Euro an. Von diesem Erfolg sollen sowohl Aktionäre als auch Mitarbeiter profitieren. Der Hauptversammlung im April 2026 wird eine Dividende von 18 Euro je Aktie vorgeschlagen. Gleichzeitig schüttet das Unternehmen insgesamt 328 Mio. Euro in Form von Erfolgsbeteiligungen und Prämien an seine Belegschaft aus. Zusammenfassend bestätigen die Zahlen vom 12. Februar 2026 die Strategie der Verknappung und kompromisslosen Qualität. Hermès hat sich erfolgreich vom breiten Markt abgekoppelt und bewiesen, dass wahre Exklusivität auch in schwierigen Zeiten Konjunktur hat.


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