Infineon erhöht Investitionen angesichts ungebrochener Nachfrage nach KI-Chips

Infineon Technologies gab bekannt, die Investitionen im bis September laufenden Geschäftsjahr zu erhöhen, um die Fertigung anzukurbeln, da die Nachfrage nach Halbleitern für KI weiter wächst.

Der deutsche Chiphersteller erklärte, er strebe nun Investitionen in Höhe von rund 2,7 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2026 an, um die Produktionskapazitäten für Halbleiter zu erweitern, die Rechenzentren und andere KI-Infrastrukturen versorgen. Dies liegt über dem bisherigen Ziel von 2,2 Mrd. Euro.

Fokus auf KI-Infrastruktur und ambitionierte Ziele

Dieser Schritt zeigt, dass der Appetit auf KI-Chips robust ist und Zulieferer Mühe haben, die Nachfrage zu decken, trotz der Bedenken einiger Investoren, dass hohe Ausgabenverpflichtungen eine KI-Blase erzeugen könnten, die zu platzen droht. Vorstandsvorsitzender Jochen Hanebeck sagte, die sehr dynamische Nachfrage nach KI verschaffe Infineon starken Rückenwind.

"Aktuell liegt der Fokus auf Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren, in den kommenden Jahren wird der Ausbau der Netzinfrastruktur hinzukommen", sagte Hanebeck. "Um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen, richten wir unsere Fertigungskapazitäten auf die weiter steigende Nachfrage aus und ziehen unsere Investitionen in diesem Bereich vor."

Bereits im November hatte Infineon sein Umsatzziel im KI-Bereich für das Geschäftsjahr 2026 von 1 Mrd. auf etwa 1,5 Mrd. Euro angehoben, in der Erwartung, dass Kunden mehr Aufträge für hochkomplexe KI-Halbleiter erteilen und so den Umsatz steigern würden. Am 04.02.2026 ging das Unternehmen noch einen Schritt weiter und prognostizierte, dass der KI-Umsatz im Geschäftsjahr 2027 auf rund 2,5 Mrd. Euro wachsen soll.

Gegenwind im Automobilgeschäft

Während das Unternehmen in Bezug auf KI zuversichtlich bleibt, kämpft Infineon weiterhin mit einer schleppenden Chip-Nachfrage seitens der Automobilhersteller, einem Schlüsselmarkt, da das Automobilgeschäft den Löwenanteil des Umsatzes ausmacht. Autohersteller hatten auf dem Höhepunkt der Pandemie Chips gehortet und diese Bestände in den letzten Jahren abgebaut, was die Nachfrage nach neuen Aufträgen belastete.

Trotz Fortschritten bei der Bestandskorrektur bleibt die Autoindustrie vorsichtig, da die langsame Einführung von Elektrofahrzeugen und der harte Wettbewerb durch chinesische Konkurrenten einige Marken dazu zwangen, ihre Modellpaletten zu überprüfen und die Produktion zurückzufahren. In der vergangenen Woche teilte Infineons Konkurrent STMicroelectronics, zu dessen Kunden Apple und Elon Musks Tesla zählen, mit, dass das Geschäft mit Automobilkunden in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 unter den Erwartungen geblieben sei.

Quartalszahlen und Ausblick

Infineon verzeichnete für die drei Monate bis Dezember einen Umsatz von 3,66 Mrd. Euro, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten einen Quartalsumsatz von 3,62 Mrd. Euro prognostiziert. Der Nettogewinn stieg von 246 Mio. Euro im Vorjahr auf 256 Mio. Euro. Das Segmentergebnis wuchs von 573 Mio. auf 655 Mio. Euro, was einer Marge von 17,9 % entspricht. Analysten hatten laut Konsens einen Nettogewinn von 290 Mio. Euro, ein Segmentergebnis von 607 Mio. Euro und eine Marge von 16,8 % erwartet.

Das Unternehmen gab an, dass der Umsatz im Quartal bis März bei etwa 3,8 Mrd. Euro liegen dürfte, gegenüber 3,59 Mrd. Euro im Vorjahr. Für das Jahr bis September (Geschäftsjahr) erwartet Infineon weiterhin einen moderaten Umsatzanstieg gegenüber den 14,66 Mrd. Euro, die für das Geschäftsjahr 2025 gemeldet wurden.

Der Nettogewinn im 1. Quartal des  Geschäftsjahres stieg auf 256 Mio. Euro,  verglichen mit 246 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Diese Infografik visualisiert Infineons Strategie, durch massive Investitionen in den wachsenden KI-Sektor den aktuellen Herausforderungen im Automobilgeschäft zu begegnen, und untermauert dies mit konkreten Investitionszahlen, Umsatzzielen sowie einem aktuellen Finanz-Snapshot.

 


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