Jetzt auch Werbung im Chatbot? OpenAI startet Testphase

OpenAI hat bestätigt, dass seit gestern erstmals Werbung innerhalb von ChatGPT getestet wird. Die Anzeigen erscheinen ausschließlich bei eingeloggten erwachsenen Nutzern der kostenlosen Version sowie des Go-Abos. Bezahlte Stufen wie Plus, Pro, Business, Enterprise und Education bleiben zunächst werbefrei. Laut OpenAI sollen Anzeigen keinen Einfluss auf Antworten haben, zudem würden Unterhaltungen nicht mit Werbekunden geteilt. Ziel sei es, den kostenlosen Zugang zu leistungsfähigeren Funktionen langfristig zu sichern, ohne das Vertrauen der Nutzer zu beschädigen.

 

Preise und Monetarisierung rücken in den Fokus

ChatGPT Go kostet in den USA 8 USD pro Monat, während Plus und Pro mit 20 USD beziehungsweise 200 USD deutlich teurer sind. Der Schritt zu Werbung unterstreicht den wachsenden Monetarisierungsdruck bei Microsoft-gestütztem OpenAI, nachdem das Unternehmen bereits Anfang des Jahres entsprechende Tests angekündigt hatte. Federführend ist dabei Applications-Chefin Fidji Simo, die seit Monaten am Aufbau eines eigenen Werbe- und Monetarisierungsteams arbeitet und dafür auch Gespräche mit ehemaligen Kollegen von Meta geführt haben soll.

 

Anthropic kontert mit Super-Bowl-Spots

Brisant ist das Timing: Nur einen Tag zuvor sorgte Wettbewerber Anthropic mit zwei Super-Bowl-Werbespots für Aufmerksamkeit, die sich humorvoll über die bevorstehende Werbeflut in KI-Chatbots lustig machten. Laut dem Messdienst EDO erzielten die Spots mehr Suchanfragen und Website-Besuche als die eigenen Super-Bowl-Anzeigen von OpenAI. Das deutet darauf hin, dass sich der Wettbewerb im KI-Markt zunehmend von reiner Technologie hin zu Markenwirkung und Nutzerwahrnehmung verschiebt.


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