Kering strebt Rückkehr zum Wachstum an, während die Bemühungen um ein Gucci-Comeback andauern
Strategische Neuausrichtung und Turnaround-Pläne
Kering meldete verbesserte Umsatztrends für das 4. Quartal und gab bekannt, nach Jahren des Rückgangs im Jahr 2026 wieder wachsen zu wollen. Der Eigentümer von Gucci treibt seinen Umbauplan voran, um Käufer in seine Boutiquen zurückzuholen. Der in Paris ansässige Luxusgigant versucht, das Schicksal seiner Kernmarke Gucci zu wenden, während der kürzlich ernannte Vorstandsvorsitzende Luca de Meo einen Comeback-Plan für die gesamte Gruppe entwirft. Diese hat, wie viele ihrer Konkurrenten, mit einer Konsumflaute zu kämpfen.
Umsatzentwicklung und Guccis anhaltende Schwäche
Kering verzeichnete im 4. Quartal, einer wichtigen Einkaufsperiode inklusive Black Friday und Weihnachten, einen Umsatz von 3,905 Mrd. Euro (4,65 Mrd. USD), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Während dies einem berichteten Rückgang von 9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2024 entsprach, markierte es eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal, in dem ein Umsatzrückgang von 10 % verzeichnet worden war. Auf vergleichbarer Basis sanken die Umsätze im 4. Quartal um 3 %. Die Hauptmarke Gucci verbuchte im 4. Quartal einen Umsatz von 1,62 Mrd. Euro, was einem Rückgang von 16 % im Jahresvergleich entspricht. Analysten hatten laut FactSet-Daten mit 1,61 Mrd. Euro gerechnet. In den vorangegangenen drei Monaten waren die Umsätze des Labels um 18 % gefallen.
Ausblick auf 2026 und zukünftige Roadmap
Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen, zu dessen Markenportfolio auch Größen wie Yves Saint Laurent, Balenciaga und Bottega Veneta gehören, eine Rückkehr zum Wachstum sowie verbesserte Margen. Kering hat drei Jahre in Folge rückläufige Jahresumsätze gemeldet. Am Kapitalmarkttag, der für den 16.04.2026 angesetzt ist, wird das Unternehmen den Fahrplan für die nächste Phase der Transformation im Detail vorstellen, hieß es. "Die Leistung im Jahr 2025 spiegelt nicht das wahre Potenzial der Gruppe wider", sagte de Meo am Dienstag.
Branchenumfeld und Herausforderungen am Markt
Kerings Ergebnisse folgen auf die Zahlen des Branchenführers LVMH (i), Eigentümer von Louis Vuitton und Dior, der für das letzte Quartal des vergangenen Jahres ein schleppendes Umsatzwachstum verzeichnete, was die anhaltende Zurückhaltung der Investoren gegenüber dem Sektor befeuerte. Nach einer Phase nachlassender Nachfrage nach High-End-Gütern hofft die Luxusbranche, dass Aufwärtstrends bei chinesischen Verbrauchern sowie neu aufgestellte Kreativteams helfen werden, wieder Boden gutzumachen.
Doch der Fall Kering gestaltet sich besonders schwierig. Gucci, die Schlüsselmarke der Gruppe, durchläuft einen langwierigen Umbau unter neuer Führung im Vorstand und im Designteam. Die Marke verließ sich stark auf saisonale Designs und weniger wohlhabende Käufer, die ihr Luxusbudget angesichts von Inflation und hohen Zinsen kürzten. Die Marktbedingungen bleiben angesichts geopolitischer Turbulenzen, die die Nachfrage nach Luxusgütern getrübt haben, herausfordernd. Das bröckelnde Verbrauchervertrauen in den USA, einem vitalen Markt für Luxusgüter, ist ein zusätzlicher Gegenwind für die kämpfende Erholung des Sektors.
Ertragslage und Dividende
Der Nettogewinn für das Gesamtjahr fiel scharf von 1,13 Mrd. Euro auf 72 Mio. Euro. Unter Ausklammerung aufgegebener Geschäftsbereiche rutschte die Gruppe in einen Nettoverlust von 29 Mio. Euro, verglichen mit einem Gewinn von 1,025 Mrd. Euro im Vorjahr. Der wiederkehrende operative Gewinn sank im Jahr 2025 auf 1,63 Mrd. Euro, verglichen mit 2,44 Mrd. Euro im Vorjahr. Kering schlug eine ordentliche Dividende von 3 Euro je Aktie sowie eine Sonderdividende von 1 Euro je Aktie vor, die mit dem Verkauf von Kering Beauté an L’Oréal verbunden ist.


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