KI-Agenten als Milliardenchance: Okta setzt auf neuen Sicherheitsboom

Der Identitäts- und Zugriffsspezialist Okta hat das Geschäftsjahr 2026 mit einer stabilen Entwicklung abgeschlossen und richtet den Blick nun verstärkt auf neue Wachstumstreiber rund um künstliche Intelligenz. Vorstandschef Todd McKinnon betonte in der Telefonkonferenz zum Quartalsabschluss die weiterhin solide Nachfrage großer Unternehmenskunden sowie die zunehmende Bedeutung neuer Sicherheitslösungen innerhalb der Plattform. Besonders dynamisch entwickeln sich Produkte rund um Governance, privilegierte Zugriffsverwaltung und Bedrohungsschutz für digitale Identitäten. Diese neuen Lösungen gewannen im Schlussquartal deutlich an Bedeutung und machten bereits rund 30 % der gebuchten Aufträge aus. Laut Management erhöhen solche erweiterten Plattformlösungen häufig den Umfang von Kundenverträgen deutlich, da Unternehmen zunehmend mehrere Sicherheitsfunktionen aus einer Hand beziehen wollen.

Neue Sicherheitslösungen gewinnen an Bedeutung

Ein wichtiger Wachstumstreiber sind neue Produktbereiche wie Okta Identity Governance, Privileged Access oder Identity Threat Protection. Diese Lösungen sollen Unternehmen helfen, Zugriffsrechte und digitale Identitäten in komplexen Cloud- und Softwarelandschaften besser zu kontrollieren. Besonders erfolgreich entwickelte sich die Governance-Lösung, die bereits mehr als 2.000 Unternehmenskunden gewonnen hat. Okta verfolgt dabei den Ansatz einer einheitlichen Plattform, auf der Identitätsverwaltung, Zugriffskontrolle und Sicherheitsfunktionen integriert zusammenarbeiten. Dadurch sollen Unternehmen weniger Einzellösungen verschiedener Anbieter benötigen und ihre Sicherheitsarchitektur vereinfachen. Gerade in großen Organisationen mit tausenden Anwendungen und Nutzern gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung, da klassische Sicherheitsmodelle mit der wachsenden Komplexität moderner IT-Strukturen oft an ihre Grenzen stoßen.

KI-Agenten verändern die Anforderungen an Identitätssicherheit

Besonders große Aufmerksamkeit richtet Okta auf den entstehenden Markt für sogenannte KI-Agenten. Dabei handelt es sich um autonome Softwareprogramme, die eigenständig Aufgaben ausführen und auf Unternehmenssysteme zugreifen können. McKinnon bezeichnete diese Entwicklung als eine der wichtigsten Veränderungen im Softwaremarkt. Wenn KI-Agenten künftig stärker in Geschäftsprozesse integriert werden, entstehen neue Sicherheitsanforderungen, da auch diese digitalen Akteure eigene Identitäten, Zugriffsrechte und Kontrollmechanismen benötigen. Okta entwickelt daher spezielle Lösungen, mit denen Unternehmen Aktivitäten und Berechtigungen solcher Agenten überwachen können. Erste größere Kunden haben diese Technologie bereits implementiert, darunter ein Finanzdienstleister sowie ein globaler Technologieanbieter. Das Management sieht darin einen langfristig bedeutenden Markt, dessen wirtschaftliche Auswirkungen jedoch erst in den kommenden Jahren vollständig sichtbar werden dürften.

Moderates Wachstum und stabile Profitabilität erwartet

Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Okta ein Umsatzwachstum von rund 9 %. Damit fällt das Wachstum niedriger aus als in früheren Jahren, bleibt jedoch solide für ein bereits etabliertes Softwareunternehmen. Ein Teil des geringeren Wachstums hängt damit zusammen, dass Okta bestimmte Beratungs- und Serviceleistungen stärker über Partner abwickeln will. Diese strategische Entscheidung reduziert kurzfristig die ausgewiesenen Umsätze, soll langfristig jedoch die Skalierbarkeit des Geschäfts verbessern. Gleichzeitig bleibt die Profitabilität auf einem hohen Niveau. Das Unternehmen rechnet mit stabilen operativen Margen und weiterhin starken freien Cashflows. Zusätzlich unterstützt ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 1 Mrd. USD die Kapitalallokation.


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