Lululemon unter Druck: Zölle und Chaos im Board bringen die Aktie ins Wanken
Lululemon hat mit seinem Ausblick für 2026 die Erwartungen klar verfehlt und damit die Sorgen um die Wachstumsdynamik verstärkt. Für das laufende Quartal stellt der Konzern Erlöse von 2,40 bis 2,43 Mrd. USD sowie ein Ergebnis je Aktie von 1,63 bis 1,68 USD in Aussicht und liegt damit deutlich unter den Marktschätzungen. Auch auf Jahressicht bleibt der Ausblick verhalten mit einem erwarteten Umsatz von bis zu 11,50 Mrd. USD und einer Gewinnprognose, die ebenfalls unter dem Konsens liegt.
Solide Zahlen im vierten Quartal
Im abgelaufenen Quartal konnte Lululemon die Erwartungen noch übertreffen. Der Umsatz erreichte 3,64 Mrd. USD und das Ergebnis je Aktie lag bei 5,01 USD. Dennoch zeigt sich eine nachlassende Dynamik, da der Nettogewinn im Jahresvergleich deutlich zurückging, obwohl die Erlöse leicht gestiegen sind. Die Zahlen unterstreichen, dass das Unternehmen operativ stabil ist, aber an Profitabilität einbüßt.
Zölle und Kosten drücken auf die Margen
Ein wesentlicher Belastungsfaktor bleibt die Kostenentwicklung. Lululemon erwartet für 2026 eine Bruttobelastung von rund 380 Mio. USD durch Zölle, die sich nach Gegenmaßnahmen auf etwa 220 Mio. USD belaufen dürfte. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Marketing und Personal. Preiserhöhungen sind nur begrenzt möglich, da die Marke bereits im Premiumsegment positioniert ist und der Wettbewerb im Athleisure-Markt zunimmt.
Strategiewechsel und interner Druck
Zusätzlich belastet ein strategischer Umbau das kurzfristige Wachstum. Das Unternehmen will sich wieder stärker vom Rabattgeschäft lösen und zum Vollpreismodell zurückkehren, was zunächst auf die Umsätze drücken dürfte. Parallel sorgt ein Machtkampf mit Gründer Chip Wilson für Unruhe. Forderungen nach Veränderungen im Verwaltungsrat und personelle Anpassungen zeigen, dass der Druck auf das Management steigt.
Schwäche im Heimatmarkt bremst
Regional zeigt sich ein gemischtes Bild. Während das internationale Geschäft, insbesondere in China, weiterhin stark wächst, stagniert der wichtige US Markt seit geraumer Zeit. Für 2026 erwartet Lululemon in Amerika sogar einen Umsatzrückgang von 1 % bis 3 %. Damit fehlt dem Konzern aktuell ein stabiler Wachstumstreiber im Kerngeschäft.
Fazit
Lululemon befindet sich in einer Übergangsphase mit erhöhtem Risiko. Ein schwacher Ausblick, steigende Kosten und interne Konflikte treffen auf eine nachlassende Dynamik im wichtigsten Markt. Entscheidend wird sein, ob der Strategiewechsel und neue Produktimpulse die Trendwende einleiten können.

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