Marvell Technology präsentiert starke Ergebnisse für das 4. Quartal dank Rechenzentren! Trotzdem verliert die Aktie zweistellig!
Der amerikanische Halbleiterproduzent Marvell Technology (MRVL) hat am Mittwoch, den 5. März 2025, nach Börsenschluss seine Geschäftszahlen für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht und konnte die Erwartungen bei Umsatz, Gewinn und den Prognosen für das kommende Quartal knapp schlagen. Trotzdem stürzte die Aktie im nachbörslichen Handel um fast 15 % auf unter 77 USD ab, da man sehr stark von den Umsätzen mit Rechenzentren abhängig ist. Interessierte Investoren könnten den starken Rücksetzer als Chance für einen Kauf nutzen.
Umsatzwachstum getrieben von den Geschäften mit Rechenzentren
Marvell konnte seine Umsätze im 4. Quartal 2025 im Jahresvergleich um 27 % von 1,43 auf 1,82 Mrd. USD deutlich erhöhen und lag damit leicht über der Konsensschätzung von 1,8 Mrd. USD und nur 17 Mio. USD über der Mitte seiner eigenen Prognose. Auf Quartalssicht konnte man den Nettoumsatz signifikant von 1,52 Mrd. USD ausbauen. Auffällig ist das Marvell Technology vorwiegend in einem der fünf Endmärkte, die man bedient, ein Wachstum vorweisen kann. Das Geschäft mit Rechenzentren macht den Löwenanteil des Umsatzes mit 75 % aus und in diesem legte man im Vergleich zum Vorjahr mit 78 % am kräftigsten zu. Der Umsatz mit KI-Systeme, Ethernet Switches, Server und Speicherzubehör kletterte auf 1,37 Mrd. USD. Der Bereich der Unternehmensnetzwerke knickte hingegen um 35 % auf 171,4 Mio. USD ein. Die Segmente der Carrier-Infrastrukturen und der Verbrauchermarkt gaben beide mit 38 % am meisten nach und landeten bei 105,8 bzw. 88,7 Mio. USD. Lediglich der Automobil- und Industriesektor konnte sich mit 85,7 Mio. USD noch leicht um 4 % steigern. Betrachtet man sich das vorherige Quartal so konnten alle Geschäftsbereiche bis auf den Verbrauchermarkt seine Umsätze ausbauen. Im gesamten Jahr 2025 konnte Marvell seine Umsätze von 5,51 auf 5,77 Mrd. USD erhöhen.
Quartalsgewinne können deutlich erhöht werden, Jahresgewinn nur minimal besser
Der Bruttogewinn steigerte sich im abgelaufenen Quartal von 664,1 auf 917,4 Mio. USD und nach Abzug der Betriebsausgaben blieb ein Nettogewinn von 200,2 Mio. USD übrig, nachdem man im Vorjahr noch einen großen Verlust von 392,7 Mio. USD zu verzeichnen hatte. Der bereinigte Bruttogewinn erreichte mit 1,09 Mrd. USD eine Bruttomarge von 60,1 %, ein leichter Rückgang im Vergleich zu den 63,9 % aus dem Vorjahr. Der bereinigte Nettogewinn verbesserte sich auf Jahresbasis von 401,6 auf 531,4 Mio. USD oder 0,60 USD pro Aktie. Damit liegt man im Bereich der Analysten, die mit 0,59 USD gerechnet hatten. Für das Geschäftsjahr 2025 ergaben sich damit bereinigte Bruttogewinne in Höhe von 3,52 Mrd. USD mit einer Marge von 61,0 % und ein Reingewinn von 1,38 Mrd. USD, der nur knapp über dem Vorjahreswert von 1,31 Mrd. USD lag. Pro Aktie bedeutet das einen Gewinn von 1,57 USD.
"Wir haben das Geschäftsjahr 2025 mit einem Rekordumsatz von 1,817 Mrd. USD im 4. Quartal abgeschlossen – eine Steigerung von 20 % gegenüber dem Vorquartal und 27 % gegenüber dem Vorjahr. Diese Leistung ist auf das starke Wachstum in unserem Endkundenmarkt für Rechenzentren zurückzuführen, wo der Umsatz im 4. Quartal gegenüber dem Vorjahr um 78 % stieg, sowie auf eine anhaltende Erholung unserer Multi-Market-Geschäfte. Für das gesamte Geschäftsjahr haben wir einen operativen Cashflow von rekordverdächtigen 1,68 Mrd. USD erzielt und 933 Mio. USD durch Aktienrückkäufe und Dividenden an die Aktionäre zurückgezahlt. Unsere kundenspezifischen KI-Siliziumprogramme sind jetzt in die Massenproduktion gegangen, und wir verzeichnen weiterhin ein starkes Wachstum bei unseren Verbindungsprodukten. Marvell hat sich mehrere neue Design-Aufträge gesichert, darunter mehrere kundenspezifische Siliziumprogramme, die das zukünftige Wachstum vorantreiben werden.", sagte CEO Matt Murphy in der Pressemitteilung.
Prognosen liegen nur sehr knapp über den Analystenschätzungen
Für das 1. Quartal 2026 rechnet der Konzern mit einem Umsatz von 1,875 Mrd. USD plus oder minus 5 %. Die bereinigte Bruttomarge soll bei 60 % landen und man erwartet einen bereinigten Gewinn von 0,61 USD plus oder minus 5 Cents. Analysten hatten mit einem Umsatz von 1,87 Mrd. USD und mit einem bereinigten Gewinn von 0,60 USD gerechnet. Obwohl man damit leicht über diesen Schätzungen lag, blieb der Wow-Effekt aus und die Aktien rutschten im nachbörslichen Handel deutlich ab. Marvell muss sich gegen Konkurrenten wie Broadcom bei der Herstellung von Chips auf dem Markt für anwendungsspezifischer integrierter Schaltkreise durchsetzen. Die Abhängigkeit der Umsatzerlöse von den Rechenzentren, macht das Geschäft anfällig, sollte sich dieser Markt abschwächen oder weitere Mitbewerber in den Bereich drängen. Marvell erweitert sein Portfolio an Hardware im Bereich 5G-Infrstruktur, Netzwerke und Speicher und stellt seit über 25 Jahren Dateninfrastrukturtechnologie bereit.
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