Meta: Investitionsvolumen für neues KI-Rechenzentrum in Texas steigt auf 10 Mrd. USD!
Meta vervielfacht die geplanten Ausgaben für sein 29. globales Rechenzentrum im texanischen El Paso von 1,5 Mrd. USD auf 10 Mrd. USD. Bis zur Inbetriebnahme im Jahr 2028 soll die Anlage eine Leistungskapazität von einem Gigawatt aufbauen. Der Konzern reagiert mit dieser Budgetanpassung auf den extrem hohen physischen Ressourcenbedarf, den das Training und der operative Betrieb spezialisierter Hardware für Künstliche Intelligenz zwingend erfordern.
Die Rekordkapazität von einem Gigawatt geht mit weitreichenden Investitionen in die lokale Wasserversorgung einher
Ursprünglich hatte das Management im vergangenen Oktober lediglich ein Budget von 1,5 Mrd. USD für den Standort veranschlagt. Nun wird das Investitionsvolumen drastisch erhöht. "Wir investieren in El Paso zehn Milliarden USD, was mehr als dem Sechsfachen unserer ursprünglichen Planung entspricht", teilte Meta offiziell mit. Die Anlage, die bereits das dritte Rechenzentrum des Konzerns in Texas darstellt, wird bedeutende Ausmaße annehmen. "Unser Ziel ist es, bis zur Eröffnung im Jahr 2028 eine nie dagewesene Kapazität von einem Gigawatt zu erreichen", erklärte das Unternehmen weiter. Große Technologiekonzerne wie Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta befinden sich aktuell in einem intensiven Investitionszyklus, in dem die branchenweiten Infrastrukturausgaben in diesem Jahr auf über 630 Mrd. USD geschätzt werden. Neben dem eigentlichen Bauvorhaben verpflichtet sich Meta auch auf lokaler Ebene: "Wir werden gezielt Projekte für erneuerbare Energien unterstützen und die lokale Wasserversorgung in der Region El Paso strukturell verbessern", betonte ein Unternehmenssprecher. Während der Bauzeit werden in der Spitze mehr als 3000 Arbeitskräfte vor Ort sein, nach der Inbetriebnahme entstehen 300 dauerhafte Arbeitsplätze.
Kommende KI-Modelle wie Mango und Avocado flankieren das starke Absatzwachstum der smarten Datenbrillen
Abseits der physischen Infrastruktur treibt Meta die Entwicklung neuer Software- und Hardwareprodukte voran. Im Fokus stehen für das Jahr 2026 insbesondere die nächsten Generationen von multimodalen KI-Modellen, die intern unter den Codenamen "Mango" für die Bild- und Videogenerierung sowie "Avocado" als textbasiertes Sprachmodell entwickelt werden. Diese Systeme sollen die bisherige Llama-Architektur sukzessive erweitern. Gleichzeitig forciert der Konzern die vollständige KI-Automatisierung der Werbekampagnenerstellung für Geschäftskunden, um die Effizienz der Anzeigenschaltung zu maximieren. Auf der Hardwareseite verlagert die Reality Labs-Sparte ihren Schwerpunkt zunehmend auf Wearables. So verzeichnen die Meta AI Smart Glasses ein starkes Absatzwachstum, während das Unternehmen gleichzeitig sein Virtual-Reality-Ökosystem um die Meta Quest-Reihe durch Betriebssystem-Upgrades auf Horizon OS für externe Hardwarepartner öffnet.
Ein historischer Jahresumsatz von 200,9 Mrd. USD im Jahr 2025 finanziert die gigantischen Infrastrukturprojekte
Das Fundament für diese Investitionsprogramme bilden die aktuellen Geschäftszahlen des Konzerns. Im abgelaufenen 4. Quartal 2025 erwirtschaftete Meta einen Umsatz von 59,9 Mrd. USD, was einem Wachstum von 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Im Gesamtjahr 2025 durchbrach das Unternehmen mit Erlösen von 200,9 Mrd. USD erstmals eine wichtige Schwelle. Der Nettogewinn stieg im 4. Quartal auf 22,8 Mrd. USD, während der Jahresüberschuss bei 60,4 Mrd. USD lag. Diese Margenstärke im Kerngeschäft mit digitalen Anzeigen generiert einen freien Cashflow, der die immensen geplanten Kapitalausgaben von bis zu 135 Mrd. USD für das laufende Geschäftsjahr 2026 bilanztechnisch handhabbar macht.
Physische Ressourcennetze und industrielle Kühlsysteme entwickeln sich zum entscheidenden Nadelöhr der Tech-Branche
Die Erhöhung der Investitionssumme für den Standort El Paso auf 10 Mrd. USD und die Zielkapazität von einem Gigawatt verdeutlichen das aktuelle Problem der KI-Branche: Der operative Engpass liegt bei der reinen Energie- und Hardwarebereitstellung. Technologiekonzerne müssen beim Ausbau ihrer Rechenzentren inzwischen die Wasser- und Strominfrastruktur auf regionaler Ebene mitentwickeln, um den Betrieb der eigenen Server abzusichern. Neben den reinen Halbleitern werden damit physische Ressourcennetze und industrielle Kühlsysteme zu entscheidenden limitierenden Faktoren für das zukünftige Margenwachstum im KI-Sektor.
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