Meta plant massiven Stellenabbau wegen steigender KI-Kosten

Der Facebook-Konzern Meta plant laut einem Reuters-Bericht umfangreiche Stellenstreichungen, die mehr als 20 % der Belegschaft betreffen könnten. Ziel ist es, die stark steigenden Kosten für Investitionen in künstliche Intelligenz zu kompensieren und gleichzeitig die Effizienz des Unternehmens zu erhöhen. Ein konkreter Zeitpunkt für die möglichen Entlassungen steht noch nicht fest, allerdings sollen Führungskräfte bereits damit begonnen haben, Szenarien für Personalreduzierungen zu prüfen. Sollte der Umfang tatsächlich umgesetzt werden, wäre dies der größte Stellenabbau seit der großen Restrukturierung 2022 und 2023.

Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur

Der Hintergrund der geplanten Einsparungen liegt in den enormen Investitionen in künstliche Intelligenz. Meta plant, bis 2028 rund 600 Mrd. USD in den Ausbau von Rechenzentren zu investieren. Zusätzlich versucht der Konzern, führende KI-Forscher mit extrem hohen Gehaltspaketen für ein neues Superintelligenz-Team zu gewinnen. Parallel dazu stärkt Meta seine Position im KI-Ökosystem durch Übernahmen, darunter die Plattform Moltbook für KI-Agenten sowie den geplanten Kauf des chinesischen KI-Start-ups Manus für mindestens 2 Mrd. USD.

KI soll mit weniger Mitarbeitern mehr leisten

CEO Mark Zuckerberg betont zunehmend, dass moderne KI-Systeme Aufgaben übernehmen können, für die früher ganze Teams nötig waren. In internen Gesprächen soll er darauf hingewiesen haben, dass einzelne hochqualifizierte Mitarbeiter mit KI-Unterstützung heute Projekte bewältigen können, die früher deutlich größere Teams erforderten. Diese Effizienzgewinne könnten langfristig zu kleineren, stärker automatisierten Organisationen führen.

Tech-Branche setzt zunehmend auf kleinere Teams

Metas Überlegungen spiegeln einen breiteren Trend in der Technologiebranche wider. Immer mehr Unternehmen reduzieren Personal, während sie gleichzeitig massiv in KI investieren. Amazon bestätigte im Januar den Abbau von rund 16.000 Stellen, während das Fintech-Unternehmen Block kürzlich fast die Hälfte seiner Belegschaft entließ. Auch dort wurde explizit auf Fortschritte bei KI-Tools verwiesen, die es Unternehmen ermöglichen, mit kleineren Teams zu arbeiten.

Rückschläge bei eigenen KI-Modellen

Trotz der aggressiven Investitionen hatte Meta zuletzt auch mit Problemen bei der Entwicklung eigener KI-Modelle zu kämpfen. Die Veröffentlichung der größten Version des Llama-4-Modells wurde gestoppt, nachdem Kritik an Benchmark-Ergebnissen und Leistungsproblemen laut geworden war. Das neue Modell "Avocado", das derzeit vom Superintelligenz-Team entwickelt wird, soll Metas Wettbewerbsfähigkeit im KI-Rennen wieder stärken, blieb bislang jedoch hinter den Erwartungen zurück.


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