Meta und AMD vereinbaren KI-Chip-Deal im Wert von über 100 Mrd. USD

Meta Platforms hat zugestimmt, KI-Rechenleistung im Umfang von 6 Gigawatt von Advanced Micro Devices zu kaufen. Der Deal hat einen Wert von über 100 Mrd. USD und könnte dazu führen, dass Meta bis zu 10 % der AMD-Aktien erwirbt.

Die am 24.02.2026 von den Unternehmen bekannt gegebene Vereinbarung ist ein Coup für AMD bei dem Versuch, Nvidia auf dem Markt für Grafikprozessoren (GPUs), den Mikrochips, die den KI-Boom antreiben, Konkurrenz zu machen. Die AMD-Aktie stieg im vorbörslichen Handel zwischenzeitlich um 15 %.

Ein gigantischer Energiehunger: 6 Gigawatt für Metas Rechenzentren

Gemäß der am Dienstag getroffenen Vereinbarung wird Meta in den nächsten fünf Jahren ausreichend Chips der neuesten AMD-Generation (die sogenannte MI450-Serie) kaufen, um Rechenzentren mit einer Leistung von bis zu 6 Gigawatt zu betreiben. Jedes Gigawatt Rechenleistung bedeutet für AMD einen Umsatz im zweistelligen Milliardenbereich, so das Unternehmen. Es wird erwartet, dass Meta ab Ende dieses Jahres das erste Gigawatt in Betrieb nimmt.

Im Rahmen der Vereinbarung hat AMD zugestimmt, Meta Optionsscheine zum Kauf von bis zu 160 Mio. AMD-Aktien, was in etwa 10 % des Unternehmens entspricht, für jeweils 0,01 USD zu gewähren, sofern bestimmte Meilensteine erreicht werden. Die vollständige Zuteilung der Aktien ist jedoch an einen massiven Anstieg des AMD-Aktienkurses geknüpft. Meta würde die letzte Tranche der Aktien erst erhalten, wenn die AMD-Aktie die Marke von 600 USD erreicht. Zum Vergleich: Aktuell notiert sie bei 216 USD.

Kritik und Euphorie: Das umstrittene Modell der "Kreislauffinanzierung"

Angesichts der begrenzten Anzahl von Großabnehmern für ihre Chips nutzen sowohl Nvidia als auch AMD neuartige Finanzierungsmechanismen, um wichtige Kunden durch langfristige Verträge an ihre Technologie zu binden. Im Oktober schloss AMD einen Deal mit OpenAI ab, dessen Bedingungen fast identisch mit denen der Meta-Partnerschaft waren. Beide Deals sind Beispiele für das, was Kritiker als "Kreislauffinanzierung" (Circular Financing) bezeichnen, eine Vereinbarung, bei der ein Unternehmen ein anderes bezahlt, welches wiederum Produkte oder Dienstleistungen vom ersten Unternehmen kauft. Da sich der KI-Boom intensiviert hat und die in diese Deals fließenden Summen in die Höhe geschossen sind, belohnen Investoren die Chiphersteller für jeden angekündigten Großauftrag, selbst wenn dabei Kreislauffinanzierungen im Spiel sind.

Zweigleisige Strategie: Meta rüstet massiv auf und kauft auch bei Nvidia

Letzte Woche gab Meta ebenfalls bekannt, dass man ebenfalls mehrere Millionen GPUs von Nvidia kaufen werde. Dieser Deal, der voraussichtlich Dutzende Mrd. USD kosten wird, soll die "Meta Compute"-Initiative des Facebook- und Instagram-Eigentümers beschleunigen. Im Rahmen dieser Initiative plant das Unternehmen, die Investitionsausgaben für KI-Computing zu erhöhen, um große Sprachmodelle zu entwickeln und sein Anzeigengeschäft weiter zu optimieren.

Meta plant, in diesem Jahrzehnt "zweistellige Gigawatt-Werte" an Rechenzentrumskapazitäten bereitzustellen, und "im Laufe der Zeit Hunderte von Gigawatt oder mehr", schrieb CEO Mark Zuckerberg im Januar in einem Social-Media-Beitrag. Das Unternehmen gab im vergangenen Jahr 72 Mrd. USD für den Ausbau von KI-Rechenzentren aus und plant, in diesem Jahr bis zu 135 Mrd. USD zu investieren. Meta führte den Rekordumsatz im jüngsten Quartal auf KI zurück und erklärte, man erwarte, dass der Umsatz im laufenden Quartal noch stärker steigen werde.

Maßgeschneiderte Power: Chiplets im Kampf um die Inferenz-Herrschaft

Der Deal vom Dienstag ist auch eines der ersten Beispiele dafür, dass AMD sogenannte "Custom AI Chips" (maßgeschneiderte KI-Chips) verkauft, die speziell für die Rechenaufgaben entwickelt wurden, die der Kunde ausführen möchte. "Dies ist ein wichtiger Schritt für Meta bei der Diversifizierung unserer Rechenkapazitäten", sagte Zuckerberg in einer Erklärung. "Ich gehe davon aus, dass AMD noch viele Jahre lang ein wichtiger Partner sein wird."

In der Vergangenheit hat AMD in der Regel "von der Stange" produzierte GPUs oder universell einsetzbare KI-Chips verkauft, die nicht auf spezifische Arbeitslasten zugeschnitten sind. Der neueste KI-Chip, bekannt als MI450, lässt sich leichter anpassen, da er auf einer Designarchitektur basiert, die mehrere winzige, miteinander verbundene Siliziumbausteine, sogenannte Chiplets, integriert, anstatt sich auf einen einzigen, monolithischen Siliziumchip als Hauptprozessor zu stützen. Meta möchte seine AMD-Chips für die Inferenz optimieren, also den Prozess, bei dem ein KI-Modell auf Benutzeranfragen reagiert. Die Vereinbarung mit Meta bringt AMD damit in direktere Konkurrenz zu Broadcom, dem weltweit größten Designer solcher Spezialchips.

Meta Platforms hat mit AMD den Kauf von 6 Gigawatt KI-Rechenleistung  in einem über 100 Mrd. USD schweren Deal vereinbart.  Die Vereinbarung beinhaltet Optionsscheine, die Meta das  Recht einräumen, bis zu 160 Mio. AMD-Aktien, entsprechend  10 % des Unternehmens, zu je 0,01 USD zu erwerben.  Der Deal umfasst AMDs kundenspezifische MI450-Chips, die speziell  für Metas KI-Aufgaben, wie beispielsweise Inferenz, entwickelt wurden.

Diese Infografik visualisiert den strategischen Milliarden-Deal zwischen Meta und AMD, der Metas massive KI-Infrastruktur-Offensive durch maßgeschneiderte Chips sichert und AMDs Position im Wettbewerb gegen Nvidia stärkt, inklusive einer potenziellen Aktienbeteiligung.

 


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