Mitarbeiter von Super Micro Computer wegen mutmaßlicher Verkäufe nach China festgenommen
Illegale Umleitungsgeschäfte aufgedeckt
Super Micro Computer hat zwei Mitarbeiter beurlaubt und einen externen Dienstleister entlassen, nachdem das Unternehmen von deren mutmaßlicher Beteiligung an einem Plan erfahren hatte, in den USA montierte Computer-Server unter Verletzung von Exportkontrollgesetzen nach China umzuleiten. Eine am 19.03.2026 entsiegelte Anklageschrift enthüllte Vorwürfe, wonach die drei Personen sich verschworen hatten, KI-gestützte Server im Wert von Milliarden Dollar nach China zu verkaufen, wie Super Micro und das Justizministerium (DOJ) mitteilten.
Hochrangige Führungskräfte unter den Beschuldigten
Einer der Angeklagten ist Yih-Shyan "Wally" Liaw, Senior Vice President für Geschäftsentwicklung und Vorstandsmitglied bei Super Micro. Die weiteren Beschuldigten sind ein Vertriebsleiter in Taiwan namens Ruei-Tsang "Steven" Chang sowie der Dienstleister Ting-Wei "Willy" Sun. Liaw und Sun wurden am 19.03.2026 festgenommen und werden dem Haftrichter im nördlichen Distrikt von Kalifornien vorgeführt, so das DOJ. Chang, ein taiwanesischer Staatsbürger, sei weiterhin flüchtig.
Die Methode: Tarnung über Drittstaaten
Die Anklage behauptet, die drei Männer hätten geplant, Server mit KI-Technologie an Käufer in China zu veräußern. Super Micro selbst wurde in der Anklageschrift nicht als Mitbeklagter genannt. Liaw und Chang sollen Führungskräfte eines in Südostasien ansässigen Unternehmens angewiesen haben, Bestellungen für Server mit bestimmten GPUs bei Super Micro aufzugeben. Das asiatische Unternehmen habe die Server anschließend umverpackt und nach China versandt, gab das DOJ an.
Milliardenumsätze und Börsenreaktion
Laut Justizministerium kaufte das in Asien ansässige Unternehmen zwischen 2024 und 2025 Server im Wert von etwa 2,5 Mrd. USD. Die Nachricht belastete den Kapitalmarkt schwer: Die Aktien von Super Micro fielen im nachbörslichen Handel um fast 12 %.


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