Moderna: Umsatz-Überraschung und Krebs-Pipeline – der Startschuss für die Neubewertung ist gefallen!
Moderna trotzt dem Abgesang auf die Post-Covid-Ära und übertrifft mit einem Umsatz von 678 Mio. USD im 4. Quartal die Erwartungen der Wall Street deutlich. Das Biotech-Unternehmen aus Cambridge, Massachusetts, lag damit signifikant über den durchschnittlichen Analystenschätzungen von 626 Mio. USD. Nach dem massiven Nachfrageeinbruch bei Covid-Impfstoffen steht der Konzern unter Zugzwang, die langfristige Lebensfähigkeit seiner mRNA-Technologie durch neue Produkte zu beweisen. Das Management begegnet den finanziellen Schwierigkeiten mit einer strikten Wachstumsausrichtung und bekräftigte die Erwartung eines Umsatzanstiegs von 10 % im Jahr 2026.
CEO Stéphane Bancel will mit neuen Produkten die Covid-Lücke schließen
Lange Zeit kämpfte der Konzern gegen das Image des 'One-Hit-Wonders', nachdem die globale Nachfrage nach Covid-Vakzinen in den Jahren nach der Pandemie eingebrochen war und tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen hatte. Doch Konzernchef Stéphane Bancel steuert nun energisch gegen. Moderna "arbeitet an neuen Produkten", wie dem nun vermarkteten RSV-Impfstoff (mRESVIA) und der individualisierten Krebstherapie, um die entstandene "Umsatzlücke zu schließen", so Bancel. Sein erklärtes Ziel ist es dabei, die "langfristige Lebensfähigkeit seiner mRNA-Technologie zu beweisen" und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Die Phase-3-Daten der Onkologie-Pipeline liefern die nötige Kursfantasie
Zu den neuesten Entwicklungen von Moderna zählt vor allem der personalisierte Krebsimpfstoff (mRNA-4157), der in Zusammenarbeit mit Merck entwickelt wird und dessen Phase-3-Studien beim Melanom und nicht-kleinzelligem Lungenkrebs die entscheidenden Datenpunkte für eine mögliche Zulassung liefern sollen. Auch im Bereich der latenten Viren gibt es Fortschritte. Der Kandidat gegen das Zytomegalievirus (CMV) befindet sich in der fortgeschrittenen Prüfung, während die Phase-3-Studie für den Norovirus-Impfstoff bereits weit fortgeschritten ist. Diese Innovationen bilden das Fundament, auf dem das Management seine optimistische Prognose für das kommende Geschäftsjahr aufbaut.
Der Quartalsbericht überzeugt mit 678 Mio. USD Umsatz und mit Kostendisziplin
Moderna meldete für das 4. Quartal einen Umsatz von 678 Mio. USD und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenschätzungen von 626 Mio. USD spürbar. Auch auf der Ergebnisseite zeigt die Sparpolitik Wirkung. Der ausgewiesene Nettoverlust von 2,11 USD je Aktie fiel geringer aus als vom Markt befürchtet (Konsens: -2,62 USD), da die Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Vertriebsausgaben strikt gesenkt wurden. Mit einer weiterhin soliden Cash-Position von rund 8,1 Mrd. USD ist das Unternehmen zudem gut gerüstet, um die kostenintensiven späten Studienphasen ohne sofortige Kapitalerhöhungen zu finanzieren.
Das Potenzial der Onkologie macht die Aktie attraktiv
Moderna zeigt Zähne und beweist Handlungsfähigkeit. Die aktuellen Zahlen sind der Beleg für eine funktionierende Kostenbremse in einer schwierigen Übergangsphase. Gelingt 2026 der nächste klinische Durchbruch beim Krebsimpfstoff, wird die aktuelle Bewertung rückblickend wohl als Schnäppchen erscheinen. Das Risiko bleibt hoch, aber die Chance auf eine fundamentale Neubewertung ist real.
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