MongoDB: Prognoseschock lässt Aktie abstürzen
Die Aktie von MongoDB ist nach Vorlage der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel um mehr als 20 % eingebrochen. Auslöser war weniger das abgelaufene Quartal als vielmehr der Ausblick. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,15 USD und 1,19 USD in Aussicht und bleibt damit unter der Markterwartung von 1,20 USD. Zwar liegt die Prognose für das Gesamtjahr mit 5,75 USD bis 5,93 USD über dem Konsens von 5,69 USD, doch Investoren reagierten sensibel auf die kurzfristige Abschwächung. Die heftige Kursreaktion zeigt, dass bei wachstumsstarken Softwarewerten selbst kleine Abweichungen im Quartalsausblick genügen, um Bewertungsniveaus abrupt zu hinterfragen.
Starkes Quartal mit 26,8 % Umsatzwachstum
Operativ lieferte MongoDB ein überzeugendes Schlussquartal. Der bereinigte Gewinn lag bei 1,65 USD je Aktie und damit klar über den erwarteten 1,48 USD. Der Umsatz stieg um 26,8 % auf 695,1 Mio. USD und übertraf ebenfalls die Prognosen von rund 670 Mio. USD. Wachstumstreiber bleibt die Cloud Plattform Atlas, deren Erlöse um 29 % zulegten. Zudem gewann das Unternehmen 2.700 neue Kunden hinzu und kommt nun auf insgesamt 65.200 zahlende Organisationen. Das Management verwies auf eine erreichte Rule of 40 Performance, also die Kombination aus solidem Wachstum und steigender Profitabilität. Fundamentale Schwäche war im Zahlenwerk damit nicht erkennbar.
KI-Fokus und Management-Umbau sorgen für Unsicherheit
Strategisch richtet sich MongoDB zunehmend als zentrale Datenplattform für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz aus. Funktionen wie Suchtechnologien, Vektorsuche und die Einbettung von Dateninhalten sollen es Unternehmen ermöglichen, KI gestützte Systeme und datenintensive Anwendungen direkt innerhalb der Plattform zu betreiben. Vorstandschef CJ Desai verwies auf eine breite Nachfrage sowohl von technologiegetriebenen Jungunternehmen als auch von großen Konzernen, die auf mehrere Cloud Anbieter parallel setzen. Zugleich gibt es Veränderungen in der Führungsebene: Erica Violini übernimmt die Position der Kundenvorständin, während der bisherige Vertriebschef und der Leiter des operativen Außendienstes das Unternehmen verlassen. Der verhaltene kurzfristige Ausblick in Kombination mit dem Umbau im Management verstärkte die Verunsicherung am Markt.

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