NASDAQ deutlich im Minus - Goldman Sachs senkt US-Wachstumsprognose und erhöht Inflationserwartungen
Anleger sehen sich derzeit immer wieder mit kräftigen Verlusten bei den US-Indizes konfrontiert – besonders der technologielastige Nasdaq gerät zunehmend unter Druck. Am Montag hat der Technologieindex mehr als 3 % eingebüßt.
Chart Infront USA Tex 100 - Nasdaq
Chart Infront USA 500 – S&P 500
Goldman Sachs wird pessimistischer zur US-Wirtschaft – BIP-Prognose für 2025 gesenkt
Einem Bericht des Finanzportals Yahoo Finance zufolge wird die Investmentbank Goldman Sachs zunehmend pessimistischer hinsichtlich der künftigen Entwicklung der US-Wirtschaft – auch aufgrund der Zollpolitik unter US-Präsident Donald Trump. Damit reihe sich Goldman neben weitere Wall-Street-Firmen ein, die skeptischer gegenüber der US-Wirtschaft seien – wie etwa Morgan Stanley, schreibt Yahoo-Finance-Reporter Josh Schafer. In seinem Bericht bezieht er sich auf eine Research Note, in der die Experten von Goldman ihre BIP-Prognose für 2025 von 2,4 % auf 1,7 % gesenkt hätten. Die aktualisierte Prognose liege erstmals seit etwa zweieinhalb Jahren unter der Konsensprognose des Finanzdienstleisters Bloomberg – dort werde weiterhin mit einem Wachstum von über 2 % gerechnet, so der Bericht.
Inflationserwartungen für 2025 angehoben
Die Annahmen zur Handelspolitik seien erheblich ungünstiger geworden, wird Jan Hatzius, Chefvolkswirt und Leiter des Bereichs Global Investment Research, zitiert. Zudem hat Goldman laut Yahoo Finance die Prognose für den bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank Fed angehoben und erwartet nun, dass dieser das laufende Jahr bei 3 % abschließen dürfte – zuvor lag die Schätzung im mittleren 2-%-Bereich.
Durchschnittlicher US-Zollsatz könnte um 10 %-Punkte ansteigen – Zinssenkung im Juni möglich?
Die Experten der Investmentbank gehen davon aus, dass der durchschnittliche US-Zollsatz im laufenden Jahr um 10 Prozentpunkte steigen dürfte – doppelt so stark wie zuvor prognostiziert, so der Bericht des Finanzportals.
Die Zölle würden den allgemeinen Wirtschaftsausblick durch drei zentrale Mechanismen belasten: einen Anstieg der Verbraucherpreise, eine mögliche Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen und Unsicherheiten darüber, inwiefern Unternehmen ihre Investitionen aufschieben würden, wird Hatzius weiter zitiert. Er gehe davon aus, dass eine Kombination aus verlangsamtem Wachstum und hartnäckiger Inflation dennoch Spielraum für zwei Zinssenkungen in 2025 lassen könnte – eine im Juni und eine im Dezember. Zuvor dürfte die Unsicherheit über Trumps Politik jedoch dafür sorgen, dass die Zinsen stabil bleiben, heißt es weiter.
Ehemaliger PIMCO-CEO rechnet mit einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 30 % – Wettmärkte sehen 40 % Risiko bis Jahresende
Gegenüber Yahoo Finance erklärte der ehemalige PIMCO-CEO Mohamed El-Erian, dass er die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession im Jahr 2025 bei 30 % sehe, nach zuvor 25 %. Im Bericht des Finanzportals wird zudem auf die Wettmärkte verwiesen – auf Polymarket werde die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession bis zum Jahresende mit 40 % angegeben, ein Anstieg gegenüber 23 % von Ende Februar. Eine Rezession sei zwar nicht das Basisszenario, allerdings hätten Diskussionen darüber zugenommen, schreibt Yahoo-Finance-Reporter Josh Schafer.
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