Nike schockt Anleger: China bricht ein und Prognose lässt Aktie abstürzen

Die Aktie von Nike geriet nachbörslich deutlich unter Druck und verlor rund 9 %, nachdem der Konzern trotz solider Quartalszahlen einen schwachen Ausblick präsentierte. Besonders belastend wirkte die Prognose, dass die Umsätze im laufenden Quartal um 2 % bis 4 % zurückgehen sollen, während Analysten zuvor mit einem Wachstum gerechnet hatten. Auch für das Gesamtjahr stellt sich Nike auf einen leichten Umsatzrückgang ein, was die Unsicherheit über die Geschwindigkeit der Erholung erhöht.

China als zentraler Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Bremsklotz bleibt der wichtige chinesische Markt. Nike erwartet hier im aktuellen Quartal einen Umsatzrückgang von rund 20 %. Bereits im dritten Quartal gingen die Erlöse in Greater China um 7 % zurück, auch wenn sie damit noch über den Erwartungen lagen. Gleichzeitig zeigt sich Nordamerika weiterhin robust, mit einem Umsatzplus von 3 %, was jedoch nicht ausreicht, um die Schwäche in Asien vollständig zu kompensieren.

Quartalszahlen besser als erwartet

Operativ konnte Nike die Erwartungen der Wall Street übertreffen. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,35 USD und damit deutlich über den prognostizierten 0,28 USD. Auch der Umsatz fiel mit 11,28 Mrd. USD leicht besser aus als erwartet. Dennoch zeigt sich ein Rückgang beim Nettogewinn um 35 % im Jahresvergleich, was unter anderem auf Margendruck durch höhere Zölle zurückzuführen ist.

Turnaround unter Elliott Hill braucht Zeit

Unter CEO Elliott Hill arbeitet Nike weiterhin an einer umfassenden Neuausrichtung. Fortschritte sind zwar erkennbar, verlaufen jedoch unterschiedlich schnell über die einzelnen Geschäftsbereiche hinweg. Insbesondere der Ausbau des Großhandelsgeschäfts zeigt positive Dynamik, während das Direktgeschäft weiterhin rückläufig ist.

Makro-Risiken nehmen zu

Zusätzliche Unsicherheiten ergeben sich aus geopolitischen Entwicklungen und steigenden Ölpreisen. Diese könnten sowohl die Kostenstruktur als auch das Konsumverhalten negativ beeinflussen. Nike betont zwar eine stabile Nachfrage in Nordamerika, doch die Kombination aus globalen Risiken und strukturellen Herausforderungen dürfte die Erholung weiterhin verzögern.


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