OpenAI sichert sich Pentagon-Deal
OpenAI hat eine Vereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium geschlossen, um seine KI-Modelle in einem klassifizierten Regierungsnetzwerk bereitzustellen. CEO Sam Altman erklärte, man habe sich mit dem "Department of War" auf klare Leitplanken geeinigt. Dazu zählen das Verbot massenhafter inländischer Überwachung sowie die ausdrückliche Festschreibung menschlicher Verantwortung beim Einsatz von Gewalt, auch im Kontext autonomer Waffensysteme. Zusätzlich sollen technische Schutzmechanismen implementiert werden, um sicherzustellen, dass die Modelle ausschließlich im vereinbarten Rahmen genutzt werden.
Sicherheitsprinzipien als politisches Signal
Altman betonte, das Verteidigungsministerium teile die zentralen Sicherheitsprinzipien von OpenAI und habe diese sowohl rechtlich als auch politisch verankert. In einer Phase intensiver Debatten über militärische KI-Anwendungen sendet die Einigung damit ein starkes Signal an Politik und Öffentlichkeit. OpenAI positioniert sich als Partner des Staates, ohne seine öffentlich kommunizierten ethischen Grundsätze formal aufzugeben. Für das Pentagon bedeutet der Deal Zugang zu leistungsfähigen Modellen für Analyse, Planung und operative Unterstützung in sensiblen Bereichen.
Eskalation mit Anthropic
Parallel dazu spitzte sich der Konflikt zwischen dem Verteidigungsministerium und Anthropic dramatisch zu. Verteidigungsminister Pete Hegseth stufte das Unternehmen als "Supply Chain Risk to National Security" ein. Diese Maßnahme würde Auftragnehmer verpflichten zu bestätigen, dass sie keine Modelle von Anthropic einsetzen. Präsident Donald Trump ordnete zudem an, dass Bundesbehörden die Nutzung der Technologie des Unternehmens unverzüglich einstellen sollen. Die Einstufung, die üblicherweise gegenüber ausländischen Akteuren erfolgt, markiert eine erhebliche Eskalation gegenüber einem US-KI-Unternehmen.
Streit um autonome Waffen und Überwachung
Hintergrund des Zerwürfnisses sind gescheiterte Vertragsverhandlungen. Anthropic hatte im Juli einen Vertrag über 200 Mio. USD mit dem Verteidigungsministerium geschlossen und war damit das erste KI-Labor, das Modelle in klassifizierten Missionsabläufen einsetzte. In den Gesprächen über eine Verlängerung verlangte das Unternehmen zwei klare Ausnahmen: kein Einsatz für massenhafte inländische Überwachung und kein Einsatz für vollständig autonome Waffensysteme. Das Pentagon bestand hingegen auf umfassenden Nutzungsrechten für alle gesetzlich zulässigen militärischen Zwecke. Anthropic erklärte daraufhin, man könne einer uneingeschränkten Nutzung nicht zustimmen und werde eine mögliche Einstufung juristisch anfechten.

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