OpenClaw-Gründer Peter Steinberger wechselt zu OpenAI

OpenAI verstärkt sein Agenten-Team mit einem prominenten Neuzugang: OpenClaw-Schöpfer Peter Steinberger schließt sich laut CEO Sam Altman dem KI-Unternehmen an. Das Open-Source-Projekt OpenClaw soll künftig "in einer Stiftung" innerhalb von OpenAI weitergeführt und aktiv unterstützt werden. Altman bezeichnete Steinberger als "Genie" mit einer klaren Vision für die nächste Generation persönlicher KI-Agenten, die miteinander interagieren und eigenständig Aufgaben für Nutzer erledigen.

KI-Agenten werden zum nächsten Wachstumsfeld

OpenClaw, zuvor unter den Namen Clawdbot und Moltbot bekannt, war erst im vergangenen Monat gestartet und verbreitete sich rasant. Der Hype um sogenannte KI Agenten nimmt stark zu, da diese Systeme eigenständig E-Mails verwalten, Online-Dienste bedienen oder komplexe Abläufe koordinieren können. Anders als klassische Chatbots agieren sie proaktiv, treffen Entscheidungen und führen mehrstufige Prozesse ohne permanente menschliche Steuerung aus. Altman schrieb, man erwarte, dass Agenten "schnell zum Kern der Produktangebote" werden.

Milliardenrennen um KI-Talente

Konkrete Vertragsdetails wurden nicht genannt. Klar ist jedoch, dass der Wettbewerb um Spitzenkräfte im KI-Sektor weiter eskaliert. OpenAI hatte bereits im Mai das KI-Hardware-Startup io des iPhone-Designers Jony Ive für über 6 Mrd. USD übernommen. Rivalen wie Meta und Google investieren ebenfalls Milliardenbeträge in Entwickler und Forscher. OpenAI, zuletzt mit rund 750 Mrd. USD bewertet, steht unter Druck, seine Führungsposition im generativen KI-Markt zu verteidigen.

Konkurrenzdruck durch Anthropic und Claude

Besonders dynamisch entwickelt sich der Wettbewerb mit Anthropic. Deren Modell Claude gewinnt im Unternehmensumfeld an Bedeutung, vor allem durch spezialisierte Funktionen wie Claude Code. Jüngst stellte Anthropic Claude Opus 4.6 vor, das laut Unternehmen besser programmieren, längere Aufgabenketten bewältigen und qualitativ hochwertigere professionelle Inhalte erstellen kann. In einer Finanzierungsrunde wurde Anthropic zuletzt mit 380 Mrd. USD bewertet.

Open Source zwischen Innovation und Risiko

OpenClaw hat sich insbesondere in China schnell verbreitet und lässt sich mit lokalen Sprachmodellen wie DeepSeek kombinieren. Auch der Suchmaschinenanbieter Baidu plant, OpenClaw in seine Haupt-App zu integrieren. Gleichzeitig warnen Sicherheitsforscher vor möglichen Cyberrisiken, da das Open-Source-System flexibel angepasst werden kann. Die Balance zwischen Offenheit und Kontrolle dürfte damit zu einem strategischen Schlüsselthema für OpenAI werden.


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