Palo Alto Networks unter Druck: Schwache Prognose überschattet Zahlenwerk

Die Aktie von Palo Alto Networks geriet nach Vorlage der Quartalszahlen deutlich unter Druck und verlor nachbörslich rund 8 %. Zwar übertraf der Cybersecurity-Spezialist im zweiten Geschäftsquartal die Erwartungen von Analysten bei Umsatz und Gewinn, doch der verhaltene Ausblick auf das laufende dritte Quartal sorgte für Ernüchterung am Markt.

Solide Q2-Zahlen mit zweistelligem Wachstum

Im abgelaufenen Quartal erzielte das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,03 USD und lag damit klar über den erwarteten 0,94 USD. Der Umsatz kletterte um 15 % auf 2,59 Mrd. USD und übertraf ebenfalls leicht die Prognosen. Der Nettogewinn stieg auf 432 Mio. USD nach 267 Mio. USD im Vorjahreszeitraum. Auch die Kennzahl der verbleibenden Leistungsverpflichtungen erreichte mit 16 Mrd. USD einen höheren Wert als erwartet. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze legten kräftig um 33 % auf 6,33 Mrd. USD zu, was die strukturelle Stärke des Plattformmodells unterstreicht.

Gewinnprognose enttäuscht Investoren

Belastend wirkte jedoch der Ausblick: Für das dritte Geschäftsquartal stellt Palo Alto Networks einen bereinigten Gewinn zwischen 0,78 und 0,80 USD je Aktie in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit 0,92 USD gerechnet. Beim Umsatz zeigt sich das Management hingegen optimistischer und erwartet 2,94 bis 2,95 Mrd. USD, deutlich über den bisherigen Marktschätzungen. Dennoch fokussierten sich Investoren klar auf die Margenentwicklung und mögliche Integrationskosten.

Aggressive M&A-Strategie treibt Transformation

Unter CEO Nikesh Arora verfolgt der Konzern seit Jahren eine expansive Übernahmestrategie. Allein seit 2018 wurden mehr als 20 Akquisitionen umgesetzt. Anfang Februar schloss Palo Alto die bislang größte Transaktion der Firmengeschichte ab und übernahm CyberArk für rund 25 Mrd. USD. Bereits im Januar wurde die Cloud-Observability-Plattform Chronosphere für mehr als 3 Mrd. USD integriert. Zusätzlich kündigte das Unternehmen die Übernahme des israelischen Start-ups Koi an, das sich auf die Absicherung von KI-Agenten spezialisiert hat.

KI als Treiber – und Risiko

Die strategische Stoßrichtung ist klar: Palo Alto positioniert sich als integrierte Sicherheitsplattform in einer Zeit zunehmender KI-basierter Bedrohungen. Laut Arora beschleunigt künstliche Intelligenz die sogenannte Plattformisierung, da Kunden ihre Sicherheitsarchitekturen konsolidieren und modernisieren wollen. Gleichzeitig erhöht die rasante Innovationsdynamik den Investitionsbedarf.


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