Pinterest bricht ein: Rückzug der Werbekunden belastet Ergebnis des 4. Quartals und den Ausblick

Die Aktien von Pinterest sind abgestürzt, nachdem das Unternehmen für das 1. Quartal 2026 ein verlangsamtes Umsatzwachstum prognostiziert hatte. Hintergrund ist ein Rückzug von Werbekunden, der bereits das Ergebnis des 4. Quartals 2025 belastete.

Umsatz verfehlt Erwartungen – Ausblick verhalten

Pinterest meldete für das 4. Quartal 2025 einen Umsatzanstieg von 14 % auf 1,32 Mrd. USD, verglichen mit 1,15 Mrd. USD im Vorjahr. Damit verfehlte das Unternehmen laut FactSet die Analystenschätzungen von 1,33 Mrd. USD. Im 3. Quartal hatte das Unternehmen noch ein Umsatzwachstum von 17 % verzeichnet. Das Unternehmen erwartet, dass sich das Wachstum im laufenden 1. Quartal weiter abschwächen wird, und prognostiziert ein Plus zwischen 11 % und 14 %. Der Umsatz soll dabei zwischen 951 und 971 Mio. USD liegen.

CEO William Ready erklärte, das Unternehmen müsse seinen Umsatzmix breiter aufstellen und den Absatz künftig beschleunigen. "Wir sind mit unserer Umsatzentwicklung im 4. Quartal nicht zufrieden und glauben, dass sie nicht das widerspiegelt, was Pinterest langfristig leisten kann", sagte er am 12.02.2026 in einer Telefonkonferenz mit Analysten. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, im Laufe der Zeit wieder zu einem Wachstum im mittleren bis oberen Zehnerbereich zurückzukehren oder besser abzuschneiden als das, was wir zuletzt beständig geliefert haben."

Gewinnentwicklung und bereinigtes Ergebnis

Pinterest verbuchte am Donnerstag einen Gewinn von 277,1 Mio. USD bzw. 41 Cent pro Aktie, verglichen mit einem Gewinn von 1,85 Mrd. USD bzw. 2,68 USD pro Aktie im Vorjahr. Der Gewinn von 1,85 Mrd. USD im Jahr 2024 beinhaltete jedoch einen einmaligen Steuervorteil in Höhe von 1,6 Mrd. USD aus latenten Steueransprüchen. Bereinigt um bestimmte Sondereffekte erzielte Pinterest einen Gewinn von 67 Cent pro Aktie, was laut FactSet den Erwartungen der Analysten entsprach.

Gegenwind durch Einzelhandel und Trump-Zölle

Ready sagte, das Unternehmen spüre weiterhin Gegenwind durch größere Einzelhändler, die ihre Werbeausgaben zurückfahren, um ihre Margen angesichts der Auswirkungen der Zölle von Präsident Trump zu schützen. "Wir haben bei dieser Gruppe großer Einzelhändler eine anhaltende Zurückhaltung beobachtet", so Ready. "Obwohl wir langfristig Chancen sehen, bleibt der kurzfristige Ausblick für diese Gruppe auf unserer Plattform angesichts dieses Gegenwinds unter Druck."

Strategische Neuausrichtung und Stellenabbau

Ready erklärte weiter, das Unternehmen habe seine Präsenz bei mittelständischen sowie kleinen bis mittleren Werbekunden und internationalen Unternehmen ausgebaut. Dennoch, so Ready, habe Pinterest noch einen Weg vor sich, um den Rückgang durch die größeren Werbekunden auszugleichen, der sich im laufenden Quartal noch verstärken könnte.

Finanzchefin (CFO) Julia Donnelly fügte hinzu, dass das Unternehmen plant, nach dem Start seiner Umstrukturierungsmaßnahmen im Januar die Investitionen in den Vertrieb sowie in Forschung und Entwicklung im Bereich der KI zu erhöhen. Pinterest hatte im vergangenen Monat angekündigt, rund 15 % der Belegschaft bzw. etwa 700 Stellen abzubauen.

 


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