Produkte von Unilever, P&G & Co. verlieren Marktanteile an weniger bekannte Wettbewerber
Verbraucher, die von hohen Preisen und stark verarbeiteten Fertigprodukten enttäuscht sind, würden zunehmend auf kleinere Lebensmittelmarken zurückgreifen, berichtet Reuters. In jüngster Vergangenheit sei etwa Walmart aufgrund wettbewerbsfähiger Preise zu einem "Magneten" für inflationsmüde Verbraucher geworden, so die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) zuletzt. In einem Interview mit der Presseagentur hatte Walmarts Finanzchef John David Rainey erklärt, dass die Käufer weiterhin widerstandsfähig, aber vorsichtig seien.
Verbraucher bevorzugen weniger bekannte Lebensmittelmarken - Gewinne von Unilever & Co. unter Druck
Gleichzeitig würden weltweite Konsumgüter- und Lebensmittelkonzerne wie Unilever unter Druck geraten, so der Reuters-Bericht. Das Wachstum der Produkte werde beeinträchtigt, schreibt die Nachrichtenagentur und nennt als Beispiel Hellmann’s Mayonnaise, eine der größten Marken von Unilever. Das Produkt verliere Marktanteile an weniger bekannte Konkurrenten wie Duke’s Mayo. Ein Teil der Probleme von Unternehmen wie Unilever, Kraft Heinz und Nestlé seien kleinere, schnell wachsende unabhängige Marken wie Duke’s, berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf Branchenberater. Sowohl Duke’s Mayo als auch Mike’s Amazing Mayo seien häufig günstiger als das Produkt von Unilever.
Das Verkaufsvolumen verpackter Lebensmittel in den USA – dem wichtigsten Markt des Konzerns – gerate aufgrund von Preiserhöhungen unter Druck, so Reuters. Procter & Gamble habe seine Position im Segment preisgünstiger Windeln geschwächt, während Kraft Heinz’ klassische Mac-and-Cheese-Boxen durch Alternativen wie "Goodles" von Gooder Foods unter Druck geraten würden.
Leistungsschwache CEOs werden rasch ersetzt
Unilever hat zuletzt seinen CEO erneut innerhalb von zwei Jahren ersetzt. Auch Konkurrent Nestlé hatte im vergangenen Jahr seinen CEO ausgetauscht und den langjährigen Insider Laurent Freixe zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Leistungsschwache CEOs seien heute mehr denn je dem Risiko ausgesetzt, entlassen zu werden, zitiert Reuters Matteo Tonello, Leiter für Benchmarking und Analysen bei der Forschungsgruppe The Conference Board.
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