SAP-Aktie unter Druck: Enttäuschende Cloud-Zahlen belasten den Kurs

Die SAP-Aktie erlebte einen deutlichen Rücksetzer, nachdem der deutsche Software-Riese seine jüngsten Geschäftszahlen und den Ausblick auf die kommenden Monate vorgelegt hatte. Im frühen europäischen Handel knickte das Papier um 12 % ein. Damit setzt sich ein negativer Trend fort, der die Aktie über die letzten zwölf Monate mit insgesamt mehr als 33 % ins Minus drückte. Auslöser für den aktuellen Ausverkauf war vor allem der Cloud-Auftragsbestand, der hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurückblieb.

Verfehlte Wachstumsziele im Cloud-Segment

Obwohl das Unternehmen hinter der Reisekosten-Plattform Concur weiterhin wächst, reichte das Tempo nicht aus, um die Anleger zu überzeugen. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand, eine kritische Kennzahl für die zu erwartenden Umsätze des Folgejahres, stieg im 4. Quartal währungsbereinigt um 25 % auf 21,05 Mrd. Euro. Der Markt hatte jedoch mit einem Plus von 26 % gerechnet. SAP begründete diese leichte Abweichung damit, dass sich der Abschluss einiger Großprojekte verzögert habe, was das Wachstum um etwa einen Prozentpunkt dämpfte.

Vorsichtige Prognose und Skepsis im KI-Sektor

Zusätzlich zum schwächeren Auftragsbestand sorgte der Ausblick für das laufende Jahr für Ernüchterung. SAP prognostiziert ein währungsbereinigtes Cloud-Umsatzwachstum zwischen 23 % und 25 %, während Analysten im Schnitt 24 % bis 26 % erwartet hatten. Diese vorsichtige Haltung trifft auf ein Marktumfeld, in dem Investoren zunehmend kritisch hinterfragen, ob die massiven Investitionen in KI zeitnah die versprochenen Renditen liefern. Experten sprechen bereits von einer gewissen "KI-Müdigkeit", die Aktien aus dem Technologiesektor derzeit besonders anfällig für Kurskorrekturen macht.

Starke operative Basis trotz Marktsentiment

Trotz der Kursverluste betonen Analysten der Citi, dass die Fundamentaldaten des Walldorfer Konzerns weiterhin intakt seien. Das Geschäftsjahr 2025 schloss SAP auf Non-IFRS-Basis mit einem Gesamtumsatz von 36,80 Mrd. Euro ab, was einem Plus von 11 % entspricht. Besonders das vierte Quartal zeigte mit einer operativen Marge von 29,2 % und einem Betriebsgewinn von 2,83 Mrd. Euro, dass das Unternehmen profitabler arbeitet als von Experten vorhergesagt (Konsens: 2,74 Mrd. Euro). Der Trend weg von einmaligen Softwarelizenzen hin zu stabilen Cloud-Abonnements ist ungebrochen und soll laut SAP bis 2027 für eine Beschleunigung des Wachstums sorgen.

Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm als Signal

Um das Vertrauen der Aktionäre zurückzugewinnen und die Attraktivität der Aktie zu steigern, kündigte der Vorstand ein neues Aktienrückkaufprogramm an. Ab Februar sollen Anteile im Wert von bis zu 10 Mrd. Euro zurückgekauft werden, ein Vorhaben, das bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll. Für das Jahr 2026 gibt sich das Management zudem optimistisch und peilt einen operativen Gewinn (Non-IFRS) von bis zu 12,3 Mrd. Euro sowie einen freien Cashflow von rund 10 Mrd. Euro an. Ob diese langfristigen Versprechen ausreichen, um die kurzfristige Skepsis am Markt zu besiegen, bleibt abzuwarten.

2025 stieg der Erlös des Konzerns dank des starken Zuwachses  bei Cloudsoftware insgesamt um acht Prozent auf 36,8 Mrd. Euro, der schwache Dollar bremste dabei erheblich und kostete  beim Umsatzanstieg drei Prozentpunkte.  Das bereinigte operative Ergebnis legte unter anderem wegen  Einsparungen durch einen großen Personalumbau um 28 %  auf 10,4 Mrd. Euro zu und fiel damit etwas besser aus  als von Experten geschätzt.SAP enttäuscht mit dem jüngsten Zahlenwerk  und die Aktie sackt zweistellig ab

SAP im Fokus: Kursdruck trifft auf starke FundamentaldatenDie Infografik visualisiert die aktuelle Lage der SAP-Aktie, indem sie den durch enttäuschende Cloud-Zahlen ausgelösten Kursrutsch den dennoch starken operativen Ergebnissen und dem angekündigten Aktienrückkaufprogramm gegenüberstellt.


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