Siemens meldet starke Gewinne und übertrifft die Marktprognosen aufgrund anhaltender Nachfrage nach Lösungen für Rechenzentren

Siemens verzeichnete im 1. Quartal einen Nettogewinnanstieg, der die Markterwartungen übertraf, da das Unternehmen weiterhin von der Nachfrage nach Rechenzentren profitiert. Grundsätzlich ist die Stimmung bei Industrieunternehmen gut. Auch Konkurrenten, die in dieser Gewinnsaison bisher ihre Berichte vorgelegt haben, gaben an, dass sie einen Anstieg der Bautätigkeit in Zusammenhang mit KI-Rechenzentren verspüren.

So übertraf der europäische Konkurrent ABB im 4. Quartal die Marktprognosen, da sein Elektrifizierungsgeschäft weiterhin von der Nachfrage nach Rechenzentren angetrieben wird. In den USA wiederum verzeichnete Eaton im 4. Quartal Rekordergebnisse mit starkem Auftragswachstum.

Besonders das Segment "Smart Infrastructure" läuft bei Siemens auf Hochtouren

Der deutsche Industriekonzern gehörte zu den ersten Gewinnern eines von künstlicher Intelligenz angetriebenen Rechenzentrumsbooms, der das Auftrags-, Umsatz- und Gewinnwachstum in Siemens‘ Schlüsselsegment Smart Infrastructure beflügelte. Die Division stellt Elektro- und Netzausrüstung her, die angesichts des Ansturms auf den Bau weiterer Infrastrukturen zur Unterstützung des KI-Zeitalters stark nachgefragt wird.

Die Aufträge, Umsätze und Gewinne stiegen im Segment Smart Infrastructure jüngst, wobei der größte Wachstumsbeitrag aus dem Elektrifizierungsgeschäft kam, das laut Siemens eine Reihe großer Aufträge von Rechenzentrums-, Energie- und Industriekunden erhielt. Die Aufträge in der Division wuchsen auf vergleichbarer Basis um 5 % und der Umsatz um 10 % auf 5,29 Mrd. Euro. Der Gewinn stieg von 885 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 891 Mio. Euro. "Manche Leute fragen sich, ob KI nicht nur ein großer Hype ist", sagte Vorstandsvorsitzender Roland Busch. "Aber ich kann ganz klar sagen: In unserer Welt – in unseren Geschäftsbereichen Automatisierung, Mobilität, Infrastruktur und Gesundheitswesen – ist das definitiv nicht der Fall."

Der anhaltende Lagerabbau dürfte bald abgeschlossen sein

Die Aufträge im Bereich "Digital Industries" stiegen auf vergleichbarer Basis um 6 %, was den Beginn einer erwarteten Erholung signalisiert, sagte Busch. Der Gewinn sank jedoch um 34 % auf 588 Mio. Euro. Der Umsatz im Automatisierungsgeschäft, der aufgrund des anhaltenden Lagerabbaus niedrig blieb, reduzierte sich um 11 % auf 4,05 Mrd. Euro. Der Rückgang sei teilweise durch einen Anstieg des Softwaregeschäfts um 15 % ausgeglichen worden. Das Management erwartet nun, dass sich die Lagerbestände in diesem Segment bis zum Ende des 2. Quartals des Geschäftsjahres weitgehend normalisieren werden.

Das Mobilitätsgeschäft bremst die gute Entwicklung im Industriegeschäft etwas aus

Siemens gab an, dass der Nettogewinn für das im Dezember abgeschlossene Quartal von 2,39 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf 3,71 Mrd. Euro gestiegen sei. Analysten hatten einen Nettogewinn von 3,35 Mrd. Euro prognostiziert, so die Konsensschätzungen von Visible Alpha. Der Umsatz stieg dabei von 17,75 Mrd. Euro auf 18,35 Mrd. Euro. Die Aufträge beliefen sich auf 20,07 Mrd. Euro und verharren somit auch hohem Niveau. Insgesamt war zu beobachten, dass der höhere Auftragseingang in den meisten Industriegeschäften einem Rückgang im Mobilitätsgeschäft gegenübersteht, das ein deutlich geringeres Volumen aus Großaufträgen meldete.

Für das laufende Jahr rechnet man mit einem Umsatzwachstum im Bereich von 3 % bis 7 %

"Mit einem vielversprechenden Start ins Geschäftsjahr 2025 schaffen wir klare Impulse für eine kontinuierliche Wertschöpfung für unsere Stakeholder", sagte Finanzvorstand Ralf Thomas. "Wir sehen eine starke Dynamik, mit unserer Führungsrolle im Bereich der industriellen KI echte Auswirkungen zu erzielen", sagte er.

Für das Geschäftsjahr 2025 bekräftigte das Unternehmen seinen Ausblick und erwartet weiterhin ein moderates Wachstum. Der Konzern peilt dabei ein vergleichbares Umsatzwachstum im Bereich von 3 % bis 7 % an, wobei die Infrastrukturmärkte, insbesondere Elektrifizierung, voraussichtlich stark bleiben werden. Für Smart Infrastructure wird eine Gewinnmarge von 17 % bis 18 % erwartet und im Bereich Digital Industries werde mit einer Gewinnspanne zwischen 15 und 19 % gerechnet.


Bildherkunft: AdobeStock_310899487