Spirituosen-Giganten vor der Fusion: Pernod Ricard und Brown-Forman in Gesprächen
Ein Bündnis gegen die Absatzkrise
Der französische Konzern Pernod Ricard und der US-Hersteller Brown-Forman befinden sich in fortgeschrittenen Gesprächen über eine Fusion. Hintergrund ist der branchenweite Kampf gegen stagnierende Verkaufszahlen. Pernod Ricard mit Sitz in Paris verwaltet ein Portfolio von rund 200 Marken, darunter Jameson Irish Whiskey und Beefeater Gin, und wird an der Börse mit rund 17 Mrd. USD bewertet. Brown-Forman aus Louisville, Kentucky, ist vor allem für seine Whiskey-Sparte bekannt und bringt einen Marktwert von etwa 12 Mrd. USD mit.
Details des möglichen Milliardendeals
Laut informierten Kreisen könnte eine Einigung bereits in wenigen Wochen erfolgen, sofern die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden. Der geplante Deal sieht eine signifikante Aktienkomponente vor. Dabei würden die Gründerfamilien beider Unternehmen voraussichtlich auch nach dem Zusammenschluss bedeutende Anteile am neuen Konzern halten. Nachdem Bloomberg am 26.03.2026 über die Fusionspläne berichtete, schloss die Aktie von Brown-Forman mit einem Plus von fast 10 %, während die Papiere von Pernod Ricard um 6 % nachgaben.
Eine "Fusion unter Gleichen"
Beide Unternehmen bestätigten die Gespräche am späten Donnerstag und sprachen von einer Transaktion im Sinne einer "Fusion unter Gleichen". Ein solcher Schritt würde erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen, auch wenn betont wurde, dass noch keine endgültige Vereinbarung vorliegt. Besonders bei Brown-Forman ist die Zustimmung der Familie Brown entscheidend, die seit über 155 Jahren die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien kontrolliert. Auch bei Pernod Ricard hält die Familie Ricard weiterhin eine einflussreiche Beteiligung.
Konsumverzicht und neue Trends belasten die Branche
Die Fusionsgespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem der Alkoholkonsum insbesondere in den USA rückläufig ist. Gesundheitstrends, der Aufstieg von GLP-1-Medikamenten (Abnehmspritzen) sowie die Verfügbarkeit von Cannabis und THC-Getränken setzen den Herstellern zu. Eine Gallup-Umfrage ergab letztes Jahr, dass der Anteil der trinkenden Erwachsenen in den USA auf 54 % gesunken ist, der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerhebung.
Handelskonflikte und Kaufkraftverlust
Zusätzlich erschweren Zölle das internationale Geschäft. Kanada, ein wichtiger Markt für US-Spirituosen, hat vor über einem Jahr Wein, Bier und harten Alkohol aus den USA weitgehend aus den Regalen verbannt. In seinem jüngsten Geschäftsbericht wies Brown-Forman zudem darauf hin, dass die Inflation die Budgets der Konsumenten in den USA und Europa stark belastet, was zu einer deutlichen Konsumzurückhaltung führt.


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